Ein weiter Weg von Honduras nach New Yersey, ins gelobte Land Amerika: Sayra (Paulina Gaitan), ihr Vater Horacio (Gerardo Taracena) und dessen jüngerer Bruder Orlando (Guillermo Vilegas) versuchen über Guatemala und Mexico in die USA flüchten.
Die Hexe des Ortes hat Sayra prophezeit, dass sie nicht mit Gottes, dafür aber mit des Teufels Hilfe ihr Ziel erreichen wird.
Und dieser Teufel wird in der Gestalt des jungen Gangsters El Casper (Edgar Flores), der eigentlich Willy heisst, tatäschlich ihren Weg kreuzen und zwar auf dem mit Flüchtlingen vollbesetzten Dachs eines Güterzuges.
Doch zuvor führt El Casper den kleinen Benito (Kristian Ferrer) als neues Gangmitglied ein.
Die beiden sind Mitglieder des mexikanischen Ablegers der Jugendgang Mara Salvatrucha, auch bekannt als MS 13. Vor der Aufnahme muss sich El Smiley, wie Benito heissen wird, auch dem gängigen Aufnahmeritual der Mara Salvatrucha unterziehen. 13 Sekunden lang wird der Neuling von mehreren Gangmitgliedern zusammengeschlagen und getreten, wobei er sich unter keinen Umständen nicht wehren darf. Aber um von den anderen angesehen und respektiert zu werden, muss man als vollwertiges Mitglied der Mara Salvatrucha auch in der Lage sein, den Feind zu töten. Diese Mutprobe soll bestanden werden, ein Gangmitglied der rivalisienden Mara 18 wird von Smiley unter Mithilfe von Casper ausgelöscht.
Ganz groß geschrieben wird die Ehrlichkeit und wer den Boss der Gang Lil Mago (Tenoch Huerta) anlpgt, der schwebt in Gefahr - wird entweder aus der Gang ausgeschlossen oder wird kurzerhand gekillt.
Und Casper hat im Moment ein großes Geheimnis, seine große Liebe ist Martha (Diana Garcia). Da sie in einem anderen Stadtteil wohnt, ist das eine riskante Angelegenheit. Seine Gang darf dies nicht erfahren, denn die Gang verlässt ihren Bezirk nie und ausserdem behält sich der Chef vor die Schlampen der anderen "einzuführen" und zu genehmigen.
Als die Lüge aufgedeckt wird, kommt es zur Katastrophe und zu Caspers Umdenken...
"Sin Nombre" heisst übersetzt "Ohne Namen" und ist ein mexikanisch-amerikansicher Spielfilm von Neuling Cary Fukurlaga.
Dieses starke Debüt, dass an Fernando Meirelles Jetzt schon-Klassiker "City of God" oder Bunuels "Los Olivados" erinnert, zeigt schonungslos einen Blick ins Ghetto und in die höchste Armut.
Die Odyssee in die Vereinigten Staaten wird zu einer Reise des Lebens und zwei Schicksale sollen sich an einem bestimmten Punkt kreuzen und sich ein Stück weit auf dem Weg (wo immer dieser auch hinführen mag) begleiten.
Dabei gelingt es auch in Punkto Kamera (Adriano Goldman) intensive Bilder und Akzente zu setzen, indem Impressionen gezeigt werden, die eindrücklich zwischen Schönheit und Hässlichkeit hin- und herschwanken und im Grunde auch ein Spiegelbild im Seelenleben der Protagonisten ausdrücken.
"Sin Nombre" hat Klassikerpotential...