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Der Simulant: Roman
 
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Der Simulant: Roman [Taschenbuch]

Chuck Palahniuk , Werner Schmitz
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Goldmann Verlag; Auflage: 2 (1. Mai 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442541662
  • ISBN-13: 978-3442541669
  • Originaltitel: Choke
  • Größe und/oder Gewicht: 18,3 x 11,4 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (42 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 15.177 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Chuck Palahniuk
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Das Schöne an Chuck Palahniuks Büchern ist: In ihnen findet jeder etwas, das er anstößig findet. Der Autor von Fight Club und zwei weiteren Romanen schreibt mit erfrischender Rücksichtslosigkeit, und seine Einfälle sind so gut, dass man problemlos Buchtitel daraus machen kann: Der Simulant heißt im Original Choke, weil die Hauptfigur Victor Mancini sein Geld damit verdient, in überteuerten Restaurants publikumswirksam zu ersticken -- bis ein hilfsbereiter Mensch auftaucht, ihn rettet und ihn aus lauter Dankbarkeit für die Gelegenheit zu einer solchen Heldentat mit Geld überhäuft.

Und Victor benötigt dieses Geld dringend: Er muss seine Mutter unterhalten, die in einer psychiatrischen Klinik dahinsiecht. Von ihr hat er eine ganze Menge dysfunktionaler Charaktereigenschaften geerbt, darunter eine hemmungslose Gier nach Sex, die er nach Therapiesitzungen der Anonymen Sexabhängigen mit seinen Leidensgenossinnen auslebt. Dass es dabei nicht unbedingt romantisch und nicht wenig erotisch zugeht, dürfte Palahniuk-Leser kaum wundern.

Das zentrale Thema von Der Simulant heißt Sucht, die Sucht nach Sex, Ordnung, Liebe -- irgendetwas, das dem Leben einen Sinn verleiht. Palahniuk selbst scheint diesen Sinn in einer fast zwanghaft detaillierten Schilderung seiner Schauplätze zu finden. Egal, wo seine Protagonisten sich befinden, der Leser wird jede Kleinigkeit über ihr Umfeld erfahren. Diese Kritik ist allerdings eher unwesentlich angesichts der Frage vieler Kritiker nach der Zurechnungsfähigkeit des Autors. Palahinuk weiß, dass unser fragmentiertes Weltverständnis ein gewisses Maß an Wahnsinn nötig macht, um zu überleben und um über diese Welt zu schreiben. Er schreibt Prosa, die unserer Wirklichkeit gerecht werden will, keine Fluchtliteratur. Und er hat trotzdem Spaß dabei. --Hannes Riffel

Pressestimmen

"Chuck Palahniuk ist ein begnadeter Satiriker, vergleichbar mit Jonathan Swift. Seine Sätze sind von geradezu hypnotischer Kraft!" (San Francisco Examiner )

"Palahniuks Sprache ist eindringlich und klar, seine Bilder sind auf den Punkt gebracht. Er ist einer der ganz wenigen Autoren, der die alchemistischen Kräfte der Literatur voll ausschöpft." (Los Angeles Weekly )

"Palahniuk ist eine der frischesten, verführerischsten Stimmen seit langer Zeit. Er schafft eine Mischung aus dem Humor Vonneguts, DeLillos treffender Sozialanalyse und Pynchons Surrealismus, die so eigenwillig wie brillant ist." (Newsday )

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Mind Apocalypse, 1. Juli 2002
Rezension bezieht sich auf: Der Simulant: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch ist mit Sicherheit ein schwer verdaulicher Brocken. Nicht weil es gewaltätig wäre. Es ist diese totale Abstumpfung der Protagonisten, die dem Leser zu schaffen macht. Dieser allgegenwärtige Zynismus. Ich meine Victor geht zu Sitzungen von Sexsüchtigen um dort eine flüchtige Nummer zu schieben. Er miemt in Restaurants den Erstickenden, in der Hoffnung das sich sein Retter als mildtätig erweist und ihm eine nette kleine Spende zukommen lässt. Victor ist tatsächlich ein Simulant. In vielerlei Hinsicht. Es ist ein Portrait eines Menschen, der mit sich selbst kämpft. Aber egal wie er es dreht und wendet, es ergibt sich einfach keine Besserung für ihn. Der Roman strotzt nur von originellen Einfällen. Auch in den abstoßendsten Szenen, kann man sich eines gewissen Schmunzelns nicht erwehren. Auch finde ich Palahniuks Stil genial. Es ist mir nicht so oft passiert das ich mal zum Spaß in einem Buch blättere, die erste Seite lese und den Rest fast in einem Zug durchlesen muß. Der Leser muß schon für sich entscheiden, ob er diesen Roman als ernsthafte Gesellschaftskritik begreift oder als nette Unterhaltung für schöne Sommerabende auf dem Balkon. Denn manche Szenen sind schon wirklich pure Situationskomik. Ich erinnere nur an die Sexszenen in den winzigen Flugzeugtoiletten. Wie dem auch sei, ich habe die Lektüre sehr genossen. Viel Spaß damit!
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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Besser geht's kaum..., 28. Dezember 2002
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Simulant: Roman (Taschenbuch)
"Der Simulant" ist ein echter Palahniuk', sei es sprachlich gesehen, als auch inhaltlich. Von all jenen Autoren, die den Stift am Puls der Zeit haben oder haben WOLLEN, ist Palahniuk so etwas wie ein Meister. Kaum ein anderer schafft es in seinen Geschichten Satire, sprachliche Rafinesse, schräge Einfälle und interessante Charaktere zu einem derart außergewöhnlichen Lesegenuss zusammen zu bringen. "Der Simulant" strotzt förmlich vor Kreativität, Wahnsinn und Psychosen - er strotzt vor dem wahren Leben, sei es hier noch so überzogen dargestellt. Die Hauptfigur 'verdient' sein Geld, indem er in Restaurants erstickt und sich retten lässt (lesen sie selbst das Buch, um den Sinn darin zu erkennen), doch das sympathische an der Sache ist, dass er dies tut, um den Menschen Hoffnung zu geben: einmal im Leben darf so ein ganz normaler Mensch zum Helden werden, indem er einem anderen Menschen das Leben rettet...

Die Figuren in dieser Geschichte sind sexsüchtig, suchen den Sinn des Lebens in Drogen, trinken Bier aus Schneckenfallen in fremden Gärten, haben Sex in Flugzeugtoiletten oder stellen sich absichtlich in einen Stau, um so wenigstens den Anschein für sich selbst erzeugen können, normal zu sein. Ob man es glauben mag oder nicht, es gab selten ein Buch, das mich mehr gerührt hat als dieses, man denke nur einmal an die Geschichte mit dem Mann und dem Affen und der Art und Weise wie Victor Mancini sie interpretiert... Diese und andere Pointen lassen eine hintergründige Poesie durchscheinen, die man einer derart ausgefallenen und sprachlich direkten Story kaum zutrauen würde. Es braucht offenbar einen direkten Schlag ins Gesicht, wie hier in Form von Worten, um erkennen zu können was Menschlichkeit bedeutet. Das sollte einen nachdenklich machen... Eines noch: zwischen all dem menschlichen Chaos, das das Buch schildert, standen mir nicht nur einmal vor Lachen fast Tränen in den Augen, denn der Humor, vor allem auch die Situationskomik ist mehr als köstlich.

Für all jene, denen "American Psycho" nicht schräg genug oder aber zu brutal war und "Fight Club" zu wenig Seele hatte, ist "Der Simulant" auf jeden Fall einen Blick wert, denn Seele hat die Geschichte mit Sicherheit, sieht man es ihr auf den ersten Blick vielleicht auch nicht an...

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21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen "Genial" ist nicht das richtige Wort ..., 31. August 2005
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Simulant: Roman (Taschenbuch)
Victor Mancini besucht die Selbsthilfegruppen Sexsüchtiger; er ist sexsüchtig, im Gegensatz zu den anderen aber will er nicht geheilt werden - er sucht nur gleichgesinnte (Sexpartner). Wenn er das nicht tut, arbeitet er tagsüber in einer Art Museumsdorf, in dem außerdem sein Kumpel Denny zugange ist, der ständig am Pranger steht, weil er gegen die vielfältigen Verhaltensmaßregeln verstößt, Stempel von Discos auf dem Handgelenk trägt, vergessen hat, seine Uhr abzunehmen. Irgendwie steht Denny drauf, am Pranger zu hängen. Währenddessen vögelt sich Victor durch die meistens bekiffte Mitarbeiterschar.

Abends aber schlägt Victors eigentliche Stunde - und die seiner Opfer: Er läßt sich, täglich mehrfach in immer anderen Restaurants, das Leben retten. Einen Erstickungsanfall vortäuschend, wartet er darauf, von einem guten Geist erlöst zu werden, um fortan dessen Geretteter zu sein, und mit andauernden Geldgeschenken bedacht zu werden. Victor schreibt täglich Briefe an die wachsende Zahl seiner Retter, dafür bekommt er Grußkarten und kleinere Geldbeträge. Und er braucht die Kohle, denn die demente Mutter kostet 3.000 Dollar im Monat. Sie erkennt ihn zwar nicht mehr, wenn er sie im Pflegeheim besucht, hält ihn meistens für ihren Anwalt, aber dafür begegnet Victor der vermeintlichen Ärztin Paige Marshall, der Frau, in die er sich verliebt. Und irgendwann, ja irgendwann glaubt er sogar, der Messias zu sein ... während Denny Steine sammelt, für jeden Tag, an dem er nicht onaniert hat, einen - und aus ihnen eine Kathedrale baut.

Die turbulente und enorm amüsante Handlung - Episoden wie etwa das Austrinken der Schneckenfallen in den Vorgärten der Nachbarschaft - steht eigentlich im Hintergrund, der lakonische Sprachwitz und die augenzwinkernde, fast weise Betrachtung der Verstrickungen des Daseins, der Unmöglichkeit, eine Erfüllung zu finden, sich wenigstens zu positionieren, stellen den eigentlichen Kern dieses wundervollen und hochkomischen Buches dar. Jeder zweite Satz ist zitierfähig. „Genial" ist nicht das richtige Wort, aber das erste, das mir einfällt ...

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