Es ist jetzt müßig zu überlegen, weshalb nicht Danny Elfman den Score zum Simpsons-Kinofilm übernahm, wo er schließlich schon die weltberühmte Titelmelodie komponierte; oder gar Alf Clausen, der es seit Jahrzehnten versteht, die Gags in der TV-Serie mit seinen verschrobenen Stücken treffend zu pointieren.
Tatsache ist, Hans Zimmer lieferte wider der Erwartungen so mancher Skeptiker einen erstaunlich soliden Score, der das bodenständige Simpsons-Universum nicht allzu sehr mit orchestralem Bombast beschießt, sondern darum bemüht ist, eher die Leichtigkeit nachzuempfinden, die Springfield umgeben soll. Es war vielleicht ganz gut, dass er zeitgleich an "Pirates of the Carribean 3" arbeitete und sich der Strahl seiner Aufmerksamkeit auf zwei Projekte gleichzeitig richtete; so treibt alles schön laissez-faire vor sich hin und die Musik klingt so, wie sie klingen soll: Beiläufig und unbeschwert.
Was nicht bedeuten soll, dass Zimmer nicht auch hier für so manche Überraschung gut ist: "Release the Hounds" etwa erinnert angenehm an hektisch-rhythmische Trash-TV-Serien aus den 60er Jahren und "Recklessly Impulsive" kauzt mit einem merkwürdigen Techno-Beat und Geflöte herum.
Sicher kein Meisterwerk, aber sehr zweckdienlich und angenehm aufbereitet, so dass der eigentliche Kinofilm schließlich voll durchschlagen konnte (und oh ja, das tat er).
Die eigentlich wichtige Frage: Lohnt sich die Donut-Special Edition oder kann man auch mit der normalen Variante vorlieb nehmen? Ich behaupte letzteres. Die Limitierungszahl (sofern vorhanden) ist mir nicht geläufig, aber sie kann nicht so signifikant niedrig sein, dass sie einen größeren Differenzbetrag rechtfertigen würde. Die Aufmachung als Donut ist zweifellos unheimlich originell und sollte auch dementsprechend gewürdigt werden, nur muss man fairerweise auch konstatieren, dass die Verpackung letztendlich nicht nach mehr ausschaut als nach einem Plastik-Kinderspielzeug. Was zählt, ist aber der Gedanke, und so ist die Donut-Box für absolute Harcore-Fans (hier, ich!) eine schöne Sache und eben mal was anderes als ein schnödes Jewel Case. Nur wirklich brauchen tut man's eben nicht.
Ein paar technische Details: Die Pappbox (aus stabiler, 2 mm dicker Pappe) ist 13,6 cm hoch, 14,8 cm breit und 4,5 cm tief. Der Donut hat einen Durchmesser von etwa 12 cm, so dass gerade eine CD darin Platz hat. Der "Deckel" hat erwartungsgemäß kein Loch, sondern lediglich eine Einhöhlung. Er lässt sich genau in der Mitte des Donuts abheben und legt den Blick frei auf die mittig platzierte CD, die auf einer Halterung vom Bodenteil sitzt, was alles in allem recht sicher gemacht ist. Auch ein Booklet (ein Band mit 6 Seiten, u.a. inkl. eines 3-seitigen Nachwortes von Simpsons-Produzent James L. Brooks) ist vorhanden.