Die hundert Seiten des japanischen Grafikdesigners und Medienkünstlers John Maeda enthalten alles, was Vereinfacher für ihren Job wissen müssen. Denn es macht nun wirklich keinen Sinn, das Thema mit wissenschaftlichem Ballast und selbstsüchtigem Geschwätz kompliziert zu machen. Zehn Gesetze und drei Schlüssel gibt Maeda preis. Sie zu begreifen ist einfach - sie konsequent anzuwenden schon schwieriger. Der Autor zeigt in vielen Beispielen, dass die Kombination von zehn Zutaten genügend Vielfalt zulässt, um Einheitskost zu vermeiden. Und vor allem zeigt er klar und deutlich auf, wie eng Zufriedenheit und Einfachheit zusammenhängen. Überzeugend auch die Formel VVV. Dahinter verbergen sich die Tätigkeiten "verkleinern, verstecken und verbinden", die Maeda immer wieder in konkreten Anwendungen vorführt.
Erfrischend an diesem schmalen Buch ist nicht nur die Reduktion auf das Wesentliche, sondern auch der Verzicht auf moralisierende Besserwisserei. Maeda gerät zudem nie in Versuchung, die abstrusen alten Zeiten neu aufleben zu lassen. Im Gegenteil, er versteht sich als Vertreter einer Moderne, die Bezüge zwischen Einfachheit und Verantwortung, Einfachheit und Respekt, Einfachheit und Leben herstellen. Hier spricht also kein asinnlicher Techniker, sondern ein Kreativer mit Sinn für Technik.
Mein Fazit: Wäre dieses Buch schon früher erschienen, hätte ich komplizierten Konzepten noch eleganter ausweichen können und Kunden gegenüber noch bessere Argumente für mein eigenes Bekenntnis zur Einfachheit gehabt. Ein Buch, das ich gerne weiterempfehle.