Sieht man sich die Fotos an, glaubt man sich in andere Zeiten versetzt. Dieser Einrichtungsstil ist wirklich außergewöhnlich. Möglicherweise spricht das aber nicht alle an. Nicht jeder empfindet es als wohnlich, wenn nackte Glühbirnen von der Decke hängen, wenn an Wänden die Spuren unzähliger Anstriche zu sehen sind oder schon fast unansehnliche Stühle, die einzige Sitzmöglichkeit sind.
Aber es gibt auch Bilder von Räumen, die Charme haben, die begeistern. Es sind Arrangements, die eine ungewöhnliche Ruhe ausstrahlen. Und immer ist da dieser Museumscharakter. Es gibt nichts Modernes, keine grellen Farben. Man sieht Einrichtungen, die nur zu alten, verwinkelten Häusern passen. Passt man da hinein, als Mensch unserer Zeit?
Was mehr anspricht als die Bilder, sind die Texte. Sie sind reine Inspiration. Beachtet man die Bilder nicht, kann man seine eigene Fantasie spielen lassen. Man sieht das eigene Haus, die eigene Wohnung, und hier durchaus auch eine Neubauwohnung, mit anderen Augen. Wo sind sie die alten Naturholzmöbel? Die Erbstücke von Oma, die bis eben nicht zur Einrichtung passen wollten, die alten Gebrauchsgegenstände, die nicht mehr benutzt werden. Hat man ihre wahre Schönheit nicht erkannt?
Liest man den Text, wie gesagt, ohne auf die Bilder zu achten, findet man selbst zu ganz neuen Ansichten. Manchmal wirken ja schon kleine Veränderungen Wunder. Eine geplante Renovierung wird nach der Lektüre des Buches auf alle Fälle anders aussehen. Sparsamer, weil der Blick für das Wesentliche, für das was man wirklich zum Leben und Wohnen braucht, plötzlich geschärft ist.
Fazit: Das Buch ist Quelle der Inspiration für jeden, der sein Wohnumfeld verändern möchte. Dabei sind es die einfachen, die alten Dinge, die wieder in den Vordergrund rücken. Man lernt einzuschätzen, welche Veränderungen im eigenen Haus Einzug halten müssen, damit man sich wohlfühlt.