Simon & Garfunkel


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Biografie

Während der frühen 1960er Jahre, als die Möchtegern-Folkies die Musikszene bevölkern, schienen Simon ... Lesen Sie mehr

Während der frühen 1960er Jahre, als die Möchtegern-Folkies die Musikszene bevölkern, schienen Simon & Garfunkel mit ihrem Stil perfekt ins Bild zu passen. Wie viele andere der Jungs, die sich für Vokalharmonien begeisterten, waren die Everly Brothers für sie das große Ding. Sie wussten, welche Folkband gerade angesagt war, kannten die amerikanischen Traditionals und hatten dieselben Ziele wie die meisten Jugendlichen in ihrem Alter: ein gutes College besuchen, den Eltern gefallen, von Gleichaltrigen bewundert werden und dabei möglichst noch Spaß haben.
Doch bald stellte sich heraus, dass Simon & Garfunkel mit den durchschnittlichen Folkies so gut wie nichts zu tun hatten. Wie viele ihrer Kumpels saugten die Jungs aus Forest Hills, Queens, alle musikalischen Einflüsse auf wie Schwämme, aber in ihnen steckte viel mehr. Als erst 15-Jährige hatten sie 1957 unter dem Pseudonym "Tom & Jerry" mit einem Everly Brothers-Cover ("Hey, Schoolgirl") die Top 50 der Charts geentert. Sie hatten den Song sogar in der TV-Sendung Bandstand als Playback-Version performt, dieser Ausflug in die Welt des Pop-Mainstream hatte vorerst allerdings keine Auswirkungen auf ihre Musikerkarriere.
Ein paar Jahre später arbeitete Simon als "Songplugger" für den Verleger E.B. Marks. Sein Job war es, Titel aus dessen Katalog an die Verantwortlichen der Plattenfirmen zu verkaufen. Dabei versuchte er auch Songs aus seiner eigenen Feder an den Mann zu bringen und war damit deutlich erfolgreicher als mit Mister Marks' Fundus, der sich als Sammlung von Ladenhütern erwies.
Nachdem sie bei Tom Wilson, einem Jazz-Spezialisten, der auch Miles Davis produzierte, vorgesungen hatten, unterschrieben Simon & Garfunkel einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Wilson war von Pauls Songwriting und Arts leidenschaftlicher Tenorstimme überzeugt, aber sein Zuspruch sollte sich erst ein Jahr und ein Album später positiv bemerkbar machen. Ihr 1964 erschienenes Debüt "Wednesday Morning, 3 AM" war schließlich die Quintessenz aus ihrem bisherigen musikalischen Werdegang: ein unbefangenes Werk, dem der Einfluss der Everlys anzuhören war, voll mit den typischen Folksong-Covers. Dazu gab es ein bisschen Esoterik, sowie Metaphern aus der Englischen Literatur. Der Hörer wandelte durch poetische Bilderwelten und spürte einen Hauch von erwachendem sozialen Gewissen.
Die Coverversionen auf dem Album waren relativ belanglos, ganz anders als die Eigenkompositionen des Duos. Sie machten deutlich, wie außerordentlich talentiert die beiden Newcomer waren. Besonders der Song "The Sound Of Silence" entwickelte, selbst in dieser sparsamen akustischen Variante, eine erstaunliche Wucht. Interessanterweise hatte Simon den Track, der eine Hymne für eine ganze Generation werden sollte, im Monat von Kennedys Ermordung geschrieben.
Im Frühling 1956 wandten sich fünf Ex-Folkies namens The Byrds musikalisch der Rock-Musik zu und erfanden mit ihrem Hit, einer Neu-Interpretation von Dylans "Mr. Tambourine Man", das neue Genre des "Folk-Rock". Als Tom Wilson den Song hörte, hatte er eine Eingebung und ließ für die Akustik-Version von "The Sound Of Silence" Overdubs mit E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug einspielen. Im Spätherbst des Jahres hatte diese Version es auf die Nummer Eins der US-Charts geschafft. Zeit für Simon & Garfunkel, ein neues Album in Angriff zu nehmen, das ihrem Ruf als Hitschreiber gerecht wurde.
Es ist faszinierend, wenn man die Titel auf "Sounds Of Silence" zu anderen Songs jener Zeit in Bezug setzt. "Kathy's Song" erinnert an das romantische Songwriting von John Sebastian und seinen Lovin' Spoonful, man entdeckt eindringliche Charakterstudien im Stile der Kinks ("Richard Cory", "A Most Peculiar Man"), aber auch die Lieblichkeit der Byrds, deren Sänger David Crosby ähnlich inspirierte, mehrstimmige Arrangements ablieferte, wie Simon & Garfunkel auf "I Am A Rock".

Im Herbst 1966, als die LP "Parsley, Sage, Rosemary and Thyme" veröffentlicht wurde, erlebte die Gesellschaft nachhaltige soziale und politische Umwälzungen und Simon thematisierte diese Turbulenzen in seiner übermütigen Persiflage "A Simple Desultory Philippic (Or How I Was Robert McNamara'd Into Submission). Im Verlauf des Songs zitiert sich der Sänger durch alle relevanten Schlagzeilen jener Tage. Martin Luther King Jr. wird ebenso erwähnt wie General Maxwell Taylor, die Beatles und Lenny Bruce. Natürlich darf auch eine ironische Anspielung auf die Wirkungen von Marihuana nicht fehlen, das von einer wachsenden Zahl amerikanischer Jugendlicher geraucht wurde: Simon nennt es hier "pint of the day".
Ein süßlicher Kräuterduft hängt auch über dem ganzen Album, er wabert durch das barocke Gitarren-Lick und die himmlischen Garfunkel-Vocals im Intro des Openers "Scarborough Fair/Canticle und verliert sich erst nach "Silent Night", dem letzten Song der Platte. Wer damals als Jugendlicher die Scheibe kaufte, hörte sie immer und immer wieder, bis sich jedes Wort, jede einzelne Note für immer in seinen Gedanken festsetzte.
Simon & Garfunkel hatten es geschafft, als die Künstler ihrer Generation wahrgenommen zu werden, die die Geschehnisse einer verrückten Ära assimilieren und in kunstvolle Arrangements verwandeln konnten. Sie waren urbane Hipster, die den Zeitgeist erkannt hatten und die trotz der Verwirrung, die in der Gesellschaft herrschte, immer an den Fundamenten ihres Songwritings festhielten: Präzision, Klarheit und Schönheit.
So entstanden auf "Parsley, Sage …" einige der grandiosesten Songs der späten 1960er, die folgerichtig zu Hits wurden. Darunter das von S & G neu arrangierte englische Traditional "Scarborough Fair" und Eigenkompositionen wie "Cloudy", "Homeward Bound", "The Dangling Conversation" und "For Emily, Whenever I May Find Her". Das Bemerkenswerte an der musikalischen Leistung von S & G: sie schufen diese Klassiker mit den einfachsten Mitteln. Mit zwei Stimmen, einer Gitarre und der spärlichsten rhythmischen Begleitung, die man sich vorstellen konnte.
Als der Film "Die Reifeprüfung" 1967 in die Kinos kam, wurden die Kompositionen von Simon & Garfunkel in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Mit dem Streifen thematisierte Hollywood die Entfremdung der Jugend und die Songs des Duos waren hier mehr als nur Hintergrundmusik. Vielmehr unterstützten sie das erzählerische Element, intensivierten die Atmosphäre des Films und läuteten einen neuen Trend im Genre des Soundtrack ein.
In den anderthalb Jahren zwischen dem Release von "Parsley, Sage …" und der Veröffentlichung des Nachfolgers "Bookends" hatte die Musik eine neue Revolution erlebt. Die Beatles hatten es mit "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" geschafft, von Popstars zu wahren Propheten des Pop aufzusteigen. Zur gleichen Zeit hatten Festivals wie Woodstock oder Monterey (Simon & Garfunkel waren hier nicht nur aufgetreten, sie hatten auch bei der Organisation mitgewirkt) einer jungen Gesellschaft die Ohren - und mit Hilfe bewusstseinserweiternder Substanzen auch den Geist - für neue musikalische Erfahrungen geöffnet.
Es wäre für Simon & Garfunkel ein Leichtes gewesen, auf den Psychedelic-Zug aufzuspringen, doch sie tasteten sich ganz behutsam in neue Klangregionen vor, die sie ohne größeren Bruch in ihre Songs integrierten. Und es waren wirklich beeindruckende Titel, die sie auf "Bookends" präsentierten: "Mrs. Robinson", den Titeltrack von "Die Reifeprüfung", "A Hazy Shade of Winter", "Fakin' It", das Orwellsche "At the Zoo" oder das wehmütige "Punky's Dilemma", eine Reflexion über die verlorene Kindheit. All diese Songs standen miteinander in Verbindung und bildeten zusammen ein Konzeptalbum, auf dem Simon & Garfunkel sich Gedanken über das Leben mit seinen ständig wachsenden und irreversiblen Verlusten machten. Es war ein Songzyklus entstanden, der die Geburt und den Tod des "American Dream" beschrieb, was besonders auf "America" zur Geltung kam.

Der elegische Track "Old Friends" illustriert den gnadenlosen Marsch des Menschen, der ihn hinführt zu Alter und Tod. Hier schlägt ein liebliches Streicherarrangement ganz plötzlich in eine kakophonische Eruption um, die an den Beatles-Song "A Day in the Life" erinnert. Aber schnell zieht dieser Sturm vorüber und als er sich gelegt hat, erkennen wir das Bild zweier alter Männer, die ganz still auf einer Parkbank sitzen und "dieselbe Angst teilen". Nahtlos geht dieser Song über in "Bookends Theme", das Simon mit dem Ratschlag beschließt: "Bewahrt euch die Erinnerung. Sie ist alles, was euch bleibt."
Die Vibes, mit denen die 1960er ausklangen, hatten mit "Love and Peace" nicht mehr viel zu tun. Das Blutvergießen in Vietnam wollte nicht enden, wer im wehrfähigen Alter war, lebte in Angst vor der Draft Lottery (Anm: ab 1969 wurde per Los bestimmt, wer an die Front geschickt wurde.) Charles Manson konterkarierte den Idealismus der Hippies mit unvorstellbarer Brutalität und als die Hell's Angels Gewalt über das Altamont-Festival brachten, war auch der letzte Funke von Idealismus erloschen. Das Heiligtum Musik war geschändet worden, das harmonische Pop-Universum detonierte in tausend Bruchstücke, die sich nie wieder zusammenfügen ließen.
Wer jetzt nach einer Botschaft der Hoffnung suchte, fand sie in einem Song von schlichter Schönheit: "Bridge Over Troubled Water". Die TV-Premiere des Titels hatte im November 1969 stattgefunden, Anfang 1970 wurde er auf dem gleichnamigen S&G-Album veröffentlicht.
Neben ihrem tröstlichen und zeitlos zauberhaften Opener hatte die Platte noch andere Perlen parat, wie "The Boxer", das Loblied auf einen Überlebenskünstler. Vor allem aber drückte "Bridge Over die Sehnsucht nach dem Vergangenen aus. Hier waren Songs zu hören, die die Momente zurücksehnten, in denen alles möglich schien. "Cecilia" brachte dieses Gefühl einer Generation, deren schönste Träume sich in einen Alptraum verwandelt hatten, am besten zum Ausdruck.
Die Ironie des Schicksals wollte es aber, dass diese wegweisende LP, die so viel Zuversicht ausstrahlte und Perspektiven für einen Neuanfang zu bieten schien, gleichzeitig das Ende bedeutete. Simon & Garfunkel bewegten sich künstlerisch in unterschiedliche Richtungen und auch der Umgang miteinander hatte sich verändert. Aus ihrer harmonischen Zusammenarbeit, die über die Jahre wie selbstverständlich funktioniert hatte, war ein angespanntes Verhältnis geworden. Ihre Zeit als Duo war abgelaufen. So wurde Simons Komposition "So Long, Frank Lloyd Wright" sein Abschiedsgruß an den Weggefährten. Und Art Garfunkel bleibt es überlassen, die wunderbaren Zeilen zu singen, die an ihn selbst gerichtet sind: "All of the nights we'd harmonize till dawn. / So long / So long ..."
Für Artie und Paul sind all die Jahre, die sie zusammen verbrachten, nur ein Kapitel ihrer Lebensgeschichte. Für diejenigen aber, die diese Zeiten miterlebt haben, werden dank der Songs von Simon & Garfunkel vergangene Momente lebendig. Die beiden sind älter geworden, haben eine weiteren Etappe hinter sich gebracht - genau wie die Liebhaber ihrer Songs. Und irgendwie sind sie ihren Fans auch sehr ähnlich.
Während die Fans regelmäßig die alten Scheiben aus dem Regal holen, um sich an die vergangenen Tage zu erinnern, wagen die zwei hin und wieder eine Reunion. Wie damals, als S&G für ein paar Nächte in Folge im Madison Square Garden auftraten oder bei ihrem legendären 1981er Konzert im Central Park. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch die heutige Generation solche traumhaften Momente noch einmal erleben wird.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Während der frühen 1960er Jahre, als die Möchtegern-Folkies die Musikszene bevölkern, schienen Simon & Garfunkel mit ihrem Stil perfekt ins Bild zu passen. Wie viele andere der Jungs, die sich für Vokalharmonien begeisterten, waren die Everly Brothers für sie das große Ding. Sie wussten, welche Folkband gerade angesagt war, kannten die amerikanischen Traditionals und hatten dieselben Ziele wie die meisten Jugendlichen in ihrem Alter: ein gutes College besuchen, den Eltern gefallen, von Gleichaltrigen bewundert werden und dabei möglichst noch Spaß haben.
Doch bald stellte sich heraus, dass Simon & Garfunkel mit den durchschnittlichen Folkies so gut wie nichts zu tun hatten. Wie viele ihrer Kumpels saugten die Jungs aus Forest Hills, Queens, alle musikalischen Einflüsse auf wie Schwämme, aber in ihnen steckte viel mehr. Als erst 15-Jährige hatten sie 1957 unter dem Pseudonym "Tom & Jerry" mit einem Everly Brothers-Cover ("Hey, Schoolgirl") die Top 50 der Charts geentert. Sie hatten den Song sogar in der TV-Sendung Bandstand als Playback-Version performt, dieser Ausflug in die Welt des Pop-Mainstream hatte vorerst allerdings keine Auswirkungen auf ihre Musikerkarriere.
Ein paar Jahre später arbeitete Simon als "Songplugger" für den Verleger E.B. Marks. Sein Job war es, Titel aus dessen Katalog an die Verantwortlichen der Plattenfirmen zu verkaufen. Dabei versuchte er auch Songs aus seiner eigenen Feder an den Mann zu bringen und war damit deutlich erfolgreicher als mit Mister Marks' Fundus, der sich als Sammlung von Ladenhütern erwies.
Nachdem sie bei Tom Wilson, einem Jazz-Spezialisten, der auch Miles Davis produzierte, vorgesungen hatten, unterschrieben Simon & Garfunkel einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Wilson war von Pauls Songwriting und Arts leidenschaftlicher Tenorstimme überzeugt, aber sein Zuspruch sollte sich erst ein Jahr und ein Album später positiv bemerkbar machen. Ihr 1964 erschienenes Debüt "Wednesday Morning, 3 AM" war schließlich die Quintessenz aus ihrem bisherigen musikalischen Werdegang: ein unbefangenes Werk, dem der Einfluss der Everlys anzuhören war, voll mit den typischen Folksong-Covers. Dazu gab es ein bisschen Esoterik, sowie Metaphern aus der Englischen Literatur. Der Hörer wandelte durch poetische Bilderwelten und spürte einen Hauch von erwachendem sozialen Gewissen.
Die Coverversionen auf dem Album waren relativ belanglos, ganz anders als die Eigenkompositionen des Duos. Sie machten deutlich, wie außerordentlich talentiert die beiden Newcomer waren. Besonders der Song "The Sound Of Silence" entwickelte, selbst in dieser sparsamen akustischen Variante, eine erstaunliche Wucht. Interessanterweise hatte Simon den Track, der eine Hymne für eine ganze Generation werden sollte, im Monat von Kennedys Ermordung geschrieben.
Im Frühling 1956 wandten sich fünf Ex-Folkies namens The Byrds musikalisch der Rock-Musik zu und erfanden mit ihrem Hit, einer Neu-Interpretation von Dylans "Mr. Tambourine Man", das neue Genre des "Folk-Rock". Als Tom Wilson den Song hörte, hatte er eine Eingebung und ließ für die Akustik-Version von "The Sound Of Silence" Overdubs mit E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug einspielen. Im Spätherbst des Jahres hatte diese Version es auf die Nummer Eins der US-Charts geschafft. Zeit für Simon & Garfunkel, ein neues Album in Angriff zu nehmen, das ihrem Ruf als Hitschreiber gerecht wurde.
Es ist faszinierend, wenn man die Titel auf "Sounds Of Silence" zu anderen Songs jener Zeit in Bezug setzt. "Kathy's Song" erinnert an das romantische Songwriting von John Sebastian und seinen Lovin' Spoonful, man entdeckt eindringliche Charakterstudien im Stile der Kinks ("Richard Cory", "A Most Peculiar Man"), aber auch die Lieblichkeit der Byrds, deren Sänger David Crosby ähnlich inspirierte, mehrstimmige Arrangements ablieferte, wie Simon & Garfunkel auf "I Am A Rock".

Im Herbst 1966, als die LP "Parsley, Sage, Rosemary and Thyme" veröffentlicht wurde, erlebte die Gesellschaft nachhaltige soziale und politische Umwälzungen und Simon thematisierte diese Turbulenzen in seiner übermütigen Persiflage "A Simple Desultory Philippic (Or How I Was Robert McNamara'd Into Submission). Im Verlauf des Songs zitiert sich der Sänger durch alle relevanten Schlagzeilen jener Tage. Martin Luther King Jr. wird ebenso erwähnt wie General Maxwell Taylor, die Beatles und Lenny Bruce. Natürlich darf auch eine ironische Anspielung auf die Wirkungen von Marihuana nicht fehlen, das von einer wachsenden Zahl amerikanischer Jugendlicher geraucht wurde: Simon nennt es hier "pint of the day".
Ein süßlicher Kräuterduft hängt auch über dem ganzen Album, er wabert durch das barocke Gitarren-Lick und die himmlischen Garfunkel-Vocals im Intro des Openers "Scarborough Fair/Canticle und verliert sich erst nach "Silent Night", dem letzten Song der Platte. Wer damals als Jugendlicher die Scheibe kaufte, hörte sie immer und immer wieder, bis sich jedes Wort, jede einzelne Note für immer in seinen Gedanken festsetzte.
Simon & Garfunkel hatten es geschafft, als die Künstler ihrer Generation wahrgenommen zu werden, die die Geschehnisse einer verrückten Ära assimilieren und in kunstvolle Arrangements verwandeln konnten. Sie waren urbane Hipster, die den Zeitgeist erkannt hatten und die trotz der Verwirrung, die in der Gesellschaft herrschte, immer an den Fundamenten ihres Songwritings festhielten: Präzision, Klarheit und Schönheit.
So entstanden auf "Parsley, Sage …" einige der grandiosesten Songs der späten 1960er, die folgerichtig zu Hits wurden. Darunter das von S & G neu arrangierte englische Traditional "Scarborough Fair" und Eigenkompositionen wie "Cloudy", "Homeward Bound", "The Dangling Conversation" und "For Emily, Whenever I May Find Her". Das Bemerkenswerte an der musikalischen Leistung von S & G: sie schufen diese Klassiker mit den einfachsten Mitteln. Mit zwei Stimmen, einer Gitarre und der spärlichsten rhythmischen Begleitung, die man sich vorstellen konnte.
Als der Film "Die Reifeprüfung" 1967 in die Kinos kam, wurden die Kompositionen von Simon & Garfunkel in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Mit dem Streifen thematisierte Hollywood die Entfremdung der Jugend und die Songs des Duos waren hier mehr als nur Hintergrundmusik. Vielmehr unterstützten sie das erzählerische Element, intensivierten die Atmosphäre des Films und läuteten einen neuen Trend im Genre des Soundtrack ein.
In den anderthalb Jahren zwischen dem Release von "Parsley, Sage …" und der Veröffentlichung des Nachfolgers "Bookends" hatte die Musik eine neue Revolution erlebt. Die Beatles hatten es mit "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" geschafft, von Popstars zu wahren Propheten des Pop aufzusteigen. Zur gleichen Zeit hatten Festivals wie Woodstock oder Monterey (Simon & Garfunkel waren hier nicht nur aufgetreten, sie hatten auch bei der Organisation mitgewirkt) einer jungen Gesellschaft die Ohren - und mit Hilfe bewusstseinserweiternder Substanzen auch den Geist - für neue musikalische Erfahrungen geöffnet.
Es wäre für Simon & Garfunkel ein Leichtes gewesen, auf den Psychedelic-Zug aufzuspringen, doch sie tasteten sich ganz behutsam in neue Klangregionen vor, die sie ohne größeren Bruch in ihre Songs integrierten. Und es waren wirklich beeindruckende Titel, die sie auf "Bookends" präsentierten: "Mrs. Robinson", den Titeltrack von "Die Reifeprüfung", "A Hazy Shade of Winter", "Fakin' It", das Orwellsche "At the Zoo" oder das wehmütige "Punky's Dilemma", eine Reflexion über die verlorene Kindheit. All diese Songs standen miteinander in Verbindung und bildeten zusammen ein Konzeptalbum, auf dem Simon & Garfunkel sich Gedanken über das Leben mit seinen ständig wachsenden und irreversiblen Verlusten machten. Es war ein Songzyklus entstanden, der die Geburt und den Tod des "American Dream" beschrieb, was besonders auf "America" zur Geltung kam.

Der elegische Track "Old Friends" illustriert den gnadenlosen Marsch des Menschen, der ihn hinführt zu Alter und Tod. Hier schlägt ein liebliches Streicherarrangement ganz plötzlich in eine kakophonische Eruption um, die an den Beatles-Song "A Day in the Life" erinnert. Aber schnell zieht dieser Sturm vorüber und als er sich gelegt hat, erkennen wir das Bild zweier alter Männer, die ganz still auf einer Parkbank sitzen und "dieselbe Angst teilen". Nahtlos geht dieser Song über in "Bookends Theme", das Simon mit dem Ratschlag beschließt: "Bewahrt euch die Erinnerung. Sie ist alles, was euch bleibt."
Die Vibes, mit denen die 1960er ausklangen, hatten mit "Love and Peace" nicht mehr viel zu tun. Das Blutvergießen in Vietnam wollte nicht enden, wer im wehrfähigen Alter war, lebte in Angst vor der Draft Lottery (Anm: ab 1969 wurde per Los bestimmt, wer an die Front geschickt wurde.) Charles Manson konterkarierte den Idealismus der Hippies mit unvorstellbarer Brutalität und als die Hell's Angels Gewalt über das Altamont-Festival brachten, war auch der letzte Funke von Idealismus erloschen. Das Heiligtum Musik war geschändet worden, das harmonische Pop-Universum detonierte in tausend Bruchstücke, die sich nie wieder zusammenfügen ließen.
Wer jetzt nach einer Botschaft der Hoffnung suchte, fand sie in einem Song von schlichter Schönheit: "Bridge Over Troubled Water". Die TV-Premiere des Titels hatte im November 1969 stattgefunden, Anfang 1970 wurde er auf dem gleichnamigen S&G-Album veröffentlicht.
Neben ihrem tröstlichen und zeitlos zauberhaften Opener hatte die Platte noch andere Perlen parat, wie "The Boxer", das Loblied auf einen Überlebenskünstler. Vor allem aber drückte "Bridge Over die Sehnsucht nach dem Vergangenen aus. Hier waren Songs zu hören, die die Momente zurücksehnten, in denen alles möglich schien. "Cecilia" brachte dieses Gefühl einer Generation, deren schönste Träume sich in einen Alptraum verwandelt hatten, am besten zum Ausdruck.
Die Ironie des Schicksals wollte es aber, dass diese wegweisende LP, die so viel Zuversicht ausstrahlte und Perspektiven für einen Neuanfang zu bieten schien, gleichzeitig das Ende bedeutete. Simon & Garfunkel bewegten sich künstlerisch in unterschiedliche Richtungen und auch der Umgang miteinander hatte sich verändert. Aus ihrer harmonischen Zusammenarbeit, die über die Jahre wie selbstverständlich funktioniert hatte, war ein angespanntes Verhältnis geworden. Ihre Zeit als Duo war abgelaufen. So wurde Simons Komposition "So Long, Frank Lloyd Wright" sein Abschiedsgruß an den Weggefährten. Und Art Garfunkel bleibt es überlassen, die wunderbaren Zeilen zu singen, die an ihn selbst gerichtet sind: "All of the nights we'd harmonize till dawn. / So long / So long ..."
Für Artie und Paul sind all die Jahre, die sie zusammen verbrachten, nur ein Kapitel ihrer Lebensgeschichte. Für diejenigen aber, die diese Zeiten miterlebt haben, werden dank der Songs von Simon & Garfunkel vergangene Momente lebendig. Die beiden sind älter geworden, haben eine weiteren Etappe hinter sich gebracht - genau wie die Liebhaber ihrer Songs. Und irgendwie sind sie ihren Fans auch sehr ähnlich.
Während die Fans regelmäßig die alten Scheiben aus dem Regal holen, um sich an die vergangenen Tage zu erinnern, wagen die zwei hin und wieder eine Reunion. Wie damals, als S&G für ein paar Nächte in Folge im Madison Square Garden auftraten oder bei ihrem legendären 1981er Konzert im Central Park. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch die heutige Generation solche traumhaften Momente noch einmal erleben wird.

Diese Biografie wurde von den Künstlern oder deren Vertretern bereitgestellt.

Während der frühen 1960er Jahre, als die Möchtegern-Folkies die Musikszene bevölkern, schienen Simon & Garfunkel mit ihrem Stil perfekt ins Bild zu passen. Wie viele andere der Jungs, die sich für Vokalharmonien begeisterten, waren die Everly Brothers für sie das große Ding. Sie wussten, welche Folkband gerade angesagt war, kannten die amerikanischen Traditionals und hatten dieselben Ziele wie die meisten Jugendlichen in ihrem Alter: ein gutes College besuchen, den Eltern gefallen, von Gleichaltrigen bewundert werden und dabei möglichst noch Spaß haben.
Doch bald stellte sich heraus, dass Simon & Garfunkel mit den durchschnittlichen Folkies so gut wie nichts zu tun hatten. Wie viele ihrer Kumpels saugten die Jungs aus Forest Hills, Queens, alle musikalischen Einflüsse auf wie Schwämme, aber in ihnen steckte viel mehr. Als erst 15-Jährige hatten sie 1957 unter dem Pseudonym "Tom & Jerry" mit einem Everly Brothers-Cover ("Hey, Schoolgirl") die Top 50 der Charts geentert. Sie hatten den Song sogar in der TV-Sendung Bandstand als Playback-Version performt, dieser Ausflug in die Welt des Pop-Mainstream hatte vorerst allerdings keine Auswirkungen auf ihre Musikerkarriere.
Ein paar Jahre später arbeitete Simon als "Songplugger" für den Verleger E.B. Marks. Sein Job war es, Titel aus dessen Katalog an die Verantwortlichen der Plattenfirmen zu verkaufen. Dabei versuchte er auch Songs aus seiner eigenen Feder an den Mann zu bringen und war damit deutlich erfolgreicher als mit Mister Marks' Fundus, der sich als Sammlung von Ladenhütern erwies.
Nachdem sie bei Tom Wilson, einem Jazz-Spezialisten, der auch Miles Davis produzierte, vorgesungen hatten, unterschrieben Simon & Garfunkel einen Plattenvertrag bei Columbia Records. Wilson war von Pauls Songwriting und Arts leidenschaftlicher Tenorstimme überzeugt, aber sein Zuspruch sollte sich erst ein Jahr und ein Album später positiv bemerkbar machen. Ihr 1964 erschienenes Debüt "Wednesday Morning, 3 AM" war schließlich die Quintessenz aus ihrem bisherigen musikalischen Werdegang: ein unbefangenes Werk, dem der Einfluss der Everlys anzuhören war, voll mit den typischen Folksong-Covers. Dazu gab es ein bisschen Esoterik, sowie Metaphern aus der Englischen Literatur. Der Hörer wandelte durch poetische Bilderwelten und spürte einen Hauch von erwachendem sozialen Gewissen.
Die Coverversionen auf dem Album waren relativ belanglos, ganz anders als die Eigenkompositionen des Duos. Sie machten deutlich, wie außerordentlich talentiert die beiden Newcomer waren. Besonders der Song "The Sound Of Silence" entwickelte, selbst in dieser sparsamen akustischen Variante, eine erstaunliche Wucht. Interessanterweise hatte Simon den Track, der eine Hymne für eine ganze Generation werden sollte, im Monat von Kennedys Ermordung geschrieben.
Im Frühling 1956 wandten sich fünf Ex-Folkies namens The Byrds musikalisch der Rock-Musik zu und erfanden mit ihrem Hit, einer Neu-Interpretation von Dylans "Mr. Tambourine Man", das neue Genre des "Folk-Rock". Als Tom Wilson den Song hörte, hatte er eine Eingebung und ließ für die Akustik-Version von "The Sound Of Silence" Overdubs mit E-Gitarre, E-Bass und Schlagzeug einspielen. Im Spätherbst des Jahres hatte diese Version es auf die Nummer Eins der US-Charts geschafft. Zeit für Simon & Garfunkel, ein neues Album in Angriff zu nehmen, das ihrem Ruf als Hitschreiber gerecht wurde.
Es ist faszinierend, wenn man die Titel auf "Sounds Of Silence" zu anderen Songs jener Zeit in Bezug setzt. "Kathy's Song" erinnert an das romantische Songwriting von John Sebastian und seinen Lovin' Spoonful, man entdeckt eindringliche Charakterstudien im Stile der Kinks ("Richard Cory", "A Most Peculiar Man"), aber auch die Lieblichkeit der Byrds, deren Sänger David Crosby ähnlich inspirierte, mehrstimmige Arrangements ablieferte, wie Simon & Garfunkel auf "I Am A Rock".

Im Herbst 1966, als die LP "Parsley, Sage, Rosemary and Thyme" veröffentlicht wurde, erlebte die Gesellschaft nachhaltige soziale und politische Umwälzungen und Simon thematisierte diese Turbulenzen in seiner übermütigen Persiflage "A Simple Desultory Philippic (Or How I Was Robert McNamara'd Into Submission). Im Verlauf des Songs zitiert sich der Sänger durch alle relevanten Schlagzeilen jener Tage. Martin Luther King Jr. wird ebenso erwähnt wie General Maxwell Taylor, die Beatles und Lenny Bruce. Natürlich darf auch eine ironische Anspielung auf die Wirkungen von Marihuana nicht fehlen, das von einer wachsenden Zahl amerikanischer Jugendlicher geraucht wurde: Simon nennt es hier "pint of the day".
Ein süßlicher Kräuterduft hängt auch über dem ganzen Album, er wabert durch das barocke Gitarren-Lick und die himmlischen Garfunkel-Vocals im Intro des Openers "Scarborough Fair/Canticle und verliert sich erst nach "Silent Night", dem letzten Song der Platte. Wer damals als Jugendlicher die Scheibe kaufte, hörte sie immer und immer wieder, bis sich jedes Wort, jede einzelne Note für immer in seinen Gedanken festsetzte.
Simon & Garfunkel hatten es geschafft, als die Künstler ihrer Generation wahrgenommen zu werden, die die Geschehnisse einer verrückten Ära assimilieren und in kunstvolle Arrangements verwandeln konnten. Sie waren urbane Hipster, die den Zeitgeist erkannt hatten und die trotz der Verwirrung, die in der Gesellschaft herrschte, immer an den Fundamenten ihres Songwritings festhielten: Präzision, Klarheit und Schönheit.
So entstanden auf "Parsley, Sage …" einige der grandiosesten Songs der späten 1960er, die folgerichtig zu Hits wurden. Darunter das von S & G neu arrangierte englische Traditional "Scarborough Fair" und Eigenkompositionen wie "Cloudy", "Homeward Bound", "The Dangling Conversation" und "For Emily, Whenever I May Find Her". Das Bemerkenswerte an der musikalischen Leistung von S & G: sie schufen diese Klassiker mit den einfachsten Mitteln. Mit zwei Stimmen, einer Gitarre und der spärlichsten rhythmischen Begleitung, die man sich vorstellen konnte.
Als der Film "Die Reifeprüfung" 1967 in die Kinos kam, wurden die Kompositionen von Simon & Garfunkel in einen völlig neuen Kontext gesetzt. Mit dem Streifen thematisierte Hollywood die Entfremdung der Jugend und die Songs des Duos waren hier mehr als nur Hintergrundmusik. Vielmehr unterstützten sie das erzählerische Element, intensivierten die Atmosphäre des Films und läuteten einen neuen Trend im Genre des Soundtrack ein.
In den anderthalb Jahren zwischen dem Release von "Parsley, Sage …" und der Veröffentlichung des Nachfolgers "Bookends" hatte die Musik eine neue Revolution erlebt. Die Beatles hatten es mit "Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band" geschafft, von Popstars zu wahren Propheten des Pop aufzusteigen. Zur gleichen Zeit hatten Festivals wie Woodstock oder Monterey (Simon & Garfunkel waren hier nicht nur aufgetreten, sie hatten auch bei der Organisation mitgewirkt) einer jungen Gesellschaft die Ohren - und mit Hilfe bewusstseinserweiternder Substanzen auch den Geist - für neue musikalische Erfahrungen geöffnet.
Es wäre für Simon & Garfunkel ein Leichtes gewesen, auf den Psychedelic-Zug aufzuspringen, doch sie tasteten sich ganz behutsam in neue Klangregionen vor, die sie ohne größeren Bruch in ihre Songs integrierten. Und es waren wirklich beeindruckende Titel, die sie auf "Bookends" präsentierten: "Mrs. Robinson", den Titeltrack von "Die Reifeprüfung", "A Hazy Shade of Winter", "Fakin' It", das Orwellsche "At the Zoo" oder das wehmütige "Punky's Dilemma", eine Reflexion über die verlorene Kindheit. All diese Songs standen miteinander in Verbindung und bildeten zusammen ein Konzeptalbum, auf dem Simon & Garfunkel sich Gedanken über das Leben mit seinen ständig wachsenden und irreversiblen Verlusten machten. Es war ein Songzyklus entstanden, der die Geburt und den Tod des "American Dream" beschrieb, was besonders auf "America" zur Geltung kam.

Der elegische Track "Old Friends" illustriert den gnadenlosen Marsch des Menschen, der ihn hinführt zu Alter und Tod. Hier schlägt ein liebliches Streicherarrangement ganz plötzlich in eine kakophonische Eruption um, die an den Beatles-Song "A Day in the Life" erinnert. Aber schnell zieht dieser Sturm vorüber und als er sich gelegt hat, erkennen wir das Bild zweier alter Männer, die ganz still auf einer Parkbank sitzen und "dieselbe Angst teilen". Nahtlos geht dieser Song über in "Bookends Theme", das Simon mit dem Ratschlag beschließt: "Bewahrt euch die Erinnerung. Sie ist alles, was euch bleibt."
Die Vibes, mit denen die 1960er ausklangen, hatten mit "Love and Peace" nicht mehr viel zu tun. Das Blutvergießen in Vietnam wollte nicht enden, wer im wehrfähigen Alter war, lebte in Angst vor der Draft Lottery (Anm: ab 1969 wurde per Los bestimmt, wer an die Front geschickt wurde.) Charles Manson konterkarierte den Idealismus der Hippies mit unvorstellbarer Brutalität und als die Hell's Angels Gewalt über das Altamont-Festival brachten, war auch der letzte Funke von Idealismus erloschen. Das Heiligtum Musik war geschändet worden, das harmonische Pop-Universum detonierte in tausend Bruchstücke, die sich nie wieder zusammenfügen ließen.
Wer jetzt nach einer Botschaft der Hoffnung suchte, fand sie in einem Song von schlichter Schönheit: "Bridge Over Troubled Water". Die TV-Premiere des Titels hatte im November 1969 stattgefunden, Anfang 1970 wurde er auf dem gleichnamigen S&G-Album veröffentlicht.
Neben ihrem tröstlichen und zeitlos zauberhaften Opener hatte die Platte noch andere Perlen parat, wie "The Boxer", das Loblied auf einen Überlebenskünstler. Vor allem aber drückte "Bridge Over die Sehnsucht nach dem Vergangenen aus. Hier waren Songs zu hören, die die Momente zurücksehnten, in denen alles möglich schien. "Cecilia" brachte dieses Gefühl einer Generation, deren schönste Träume sich in einen Alptraum verwandelt hatten, am besten zum Ausdruck.
Die Ironie des Schicksals wollte es aber, dass diese wegweisende LP, die so viel Zuversicht ausstrahlte und Perspektiven für einen Neuanfang zu bieten schien, gleichzeitig das Ende bedeutete. Simon & Garfunkel bewegten sich künstlerisch in unterschiedliche Richtungen und auch der Umgang miteinander hatte sich verändert. Aus ihrer harmonischen Zusammenarbeit, die über die Jahre wie selbstverständlich funktioniert hatte, war ein angespanntes Verhältnis geworden. Ihre Zeit als Duo war abgelaufen. So wurde Simons Komposition "So Long, Frank Lloyd Wright" sein Abschiedsgruß an den Weggefährten. Und Art Garfunkel bleibt es überlassen, die wunderbaren Zeilen zu singen, die an ihn selbst gerichtet sind: "All of the nights we'd harmonize till dawn. / So long / So long ..."
Für Artie und Paul sind all die Jahre, die sie zusammen verbrachten, nur ein Kapitel ihrer Lebensgeschichte. Für diejenigen aber, die diese Zeiten miterlebt haben, werden dank der Songs von Simon & Garfunkel vergangene Momente lebendig. Die beiden sind älter geworden, haben eine weiteren Etappe hinter sich gebracht - genau wie die Liebhaber ihrer Songs. Und irgendwie sind sie ihren Fans auch sehr ähnlich.
Während die Fans regelmäßig die alten Scheiben aus dem Regal holen, um sich an die vergangenen Tage zu erinnern, wagen die zwei hin und wieder eine Reunion. Wie damals, als S&G für ein paar Nächte in Folge im Madison Square Garden auftraten oder bei ihrem legendären 1981er Konzert im Central Park. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass auch die heutige Generation solche traumhaften Momente noch einmal erleben wird.

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