Das vorliegende Bilderbuch der Norwegerin Stella East, das Ina Kronenburger in ihrer bewährten Weise ins Deutsche übersetzt hat, ist ein trauriges Bilderbuch.
Die in der norwegischen Wildnis in Gefangenschaft geratene stolze Wölfin Una, ein wunderschönes Tier, hat in der Gefangenschaft im Zoo ein Wolfsjunges geboren. Sim heißt das Wolfsmädchen und wir insbesondere von den vielen Kindern, die den Zoo täglich besuchen bestaunt und bewundert. Doch Sim weiß nichts vom richtigen Leben der Wölfe, genauso wenig, wie die meisten Kindern, die dieses Buch betrachten oder in den Zoo gehen.
Deshalb erzählt Stella East vom ursprünglichen Leben der Wölfe in ihren Rudeln, vom früheren gedeihlichen Zusammenleben zwischen den Menschen und den Wölfen.
Sie läßt Una das alles ihrer Tochter Sim erzählen, die gespannt lauscht, auch auf die traurige Geschichte, als Sims Vater Hoka aus einem Hubschrauber heraus erschossen wird.
Una lässt für ihre Tochter jene andere Welt mit Seen, Wäldern auferstehen, in der die Wölfe zusammen mit anderen Tieren leben und nicht hinter einem Gitter von Menschen angestarrt.
Ein mehrseitiger Text am Ende des Buches erklärt viele "Fakten über Wölfe" und räumt mit vielen Vorurteilen auf.
Beispiel:
"Wölfe sind Teil des Ökosystems, in dem sie leben. Beutetiere, die in einer Gegend mit Wölfen leben, bleiben wachsam und körperlich stark, um nicht gefressen zu werden, Wenn sich der Wolf eine Beute holt, haben auch andere Tiere in der Nahrungskette wie Raben , Adler, kleine Nager und Vögel an der Mahlzeit teil. Wölfe und andere Raubtiere tragen zur Wahrung des ökologischen Gleichgewichts bei, weil sie den Bestand an Beutetieren gering halten."
Eine gelungene Synthese zwischen Bilder- und Sachbuch.