Nachdem ich mich durchgerungen hatte den Preis für dieses Gehäuse zu bezahlen waren die Erwartungen natürlich ausgesprochen gut. Zum größtenteils wurden diese auch erfüllt.
Das Gehäuse bietet reichlich Platz und die Kühlung ist recht durchdacht. Auch wenn die Lüftersteuerung annähernd unbrauchbar ist. Ich habe mit Aida64, Furmark und Prime95 dem Rechner einiges zugemutet. Dabei liefen die Lüfter mit der Einstellung "Low". Nach 60 min wurde die Temperatur genommen und die Lüfter mit der Einstellung "High" weiter belastet. Nach weiteren 60 min habe ich ebenfalls die Temperaturen gemessen und keinen signifikanten Unterschied ausmachen können. In der Lautstärke allerdings schon. Mein Tipp: Lüfter mit der Einstellung "Low" betreiben, eventuell sogar nur 2 Lüfter laufen lassen.
Der Platz ist für meine Ansprüche mehr als ausreichend. Gut gefällt mir auch die Möglichkeit Sata-Festplatten mit einem Hot-Swap System zu versehen. Leider ist dieses Feature Optional und nur einer der HDD-Slots ist bereits dafür entsprechend gerüstet. Will man in den anderen verbleibenden 4 HDD Steckplätzen ebenfalls Hotswap nutzen müssen diese mit einem Zusatz, der nachträglich erworben werden muss, aufgerüstet werden. Bei dem Preis des Gehäuses hätte ich mir diese als Beilage erwünscht. Ansonsten verbleibt die Montage mit herkömmlichen SATA-Kabeln. Festplatten werden mit einem Entkopplungssystem (Gummis an den Schraublöchern zwischen Festplatte und Festplattenrahmen) ins Gehäuse geschoben. Dies bringt in der Tat auch einen gewissen Vorteil bei der Lautstärke.
Das Gehäuse bringt ebenfalls eine Dämmung mit. Die abnehmbaren Seitenteile des Gehäuses sind mit einer Recht dünn ausgelegten Dämmmatte versehen. Dies bringt ebenfalls ein kleines Plus.
Die Verarbeitung ist bei meinem Exemplar über jeden zweifel erhaben. Keine scharfen Kanten, sauber geschnittene Gewinde, Rückseite hat vorgestanzte Laschen an denen sich Kabel mit beigelegten Kabelbindern angebracht werden können. Die schwarze Lackierung perfekt und tadellos.
Oben am Gehäuse sind zudem 2 USB Ports angebracht die entweder USB 2 oder 3 unterstützen. Ebenfalls vorhanden sind Audio Eingang und Stereo Ausgang, für z.b. den Anschluss eines Headsets. Einen eSATA Anschluss sucht man leider vergebens. In der Preisklasse durchaus ein Wermutstropfen.
Fazit:
Das Silverstone Fortress FT02B ist durchaus ein Gehäuse von hoher Qualität und durchdachtem Luftstromkonzept welches auch aufgeht. Die Temperaturen bleiben Konstant gut, es können genug Laufwerke Verbaut werden, und die Kabel lassen sich gut Verlegen. Die vorhandenen Luftfilter sind wiederverwendbar.Die Verarbeitungsqualität ist durch die Bank auf einem hohen Niveau, ich habe diesbezüglich jedenfalls keine Mängel feststellen können. Dennoch hätte ich mit für den Preis insgesamt einfach paar neue nette Ideen gefallen lassen. Die neue Mainboardanordnung macht Sinn und ich frage mich wieso noch keiner früher drauf gekommen ist das auf diese Weise zu realisieren aber wo sind die wirklichen klasse Features? Wieso ist das Gehäuse nicht konsequent und durchgehend gedämmt? Wieso gibt es keine eSATA Option? Wieso sind nicht alle Festplatten Steckplätze von Haus aus HotSwap fähig? Wozu eine Lüftersteuerung wenn der Effekt praktisch nicht vorhanden ist?
Dennoch ist das Gehäuse eines der Besten die mir je untergekommen sind. Auch wenn es an manchen Ecken so aussieht als hätte Silverstone hier überall viel gewollt und nicht konsequent zu Ende gebracht.
Positiv:
+ Verarbeitung
+ schlichtes hochwertiges Design
+ Lackierung
+ Luftstromkonzept
+ Platzangebot
+ Kabelmanagement
+ sehr zugängliche Anschlüsse bedingt durch das Konzept
Negativ
- nicht alle HDD Steckplätze auf HotSwap vorbereitet (Folgekosten bei Bedarf)
- nur Seitenwände gedämmt
- etwas lauter als gedacht
- Lüftersteuerung überflüssig
- kein eSATA Anschluss