Schon beim ersten Mal als ich den Space Phoenix im Modellbau-Katalog fand, war ich von der Konstruktion begeistert. Ich wusste sofort: dieses Teil muss ich haben!
Kurz zu meiner Silverlit Vorgeschiche:
Ich habe bereits zwei Helikopter der Marke, einmal den Picooz Plus und einmal einen Classic Z. Diese beiden habe ich mir nicht gekauft, sondern beide gewonnen - beide wären aber auch einen Kauf wert gewesen.
Aufgrund dieser Erfahrung konnte ich mir schon ein Bild vom Material, Fernbedienung und der Rotoren des Phoenix machen - und auch schon ein wenig vom Flugverhalten.
Nachdem mein Paket ankam entsprach der Phoenix auch genau meinen Erwartungen:
Für die Chassis wird komplett Styropor verwendet. Das ist aber nicht unbedingt schlecht: mehr oder weniger "leichte" Unfälle übersteht der Phoenix daher problemlos.
--- ABMESSUNGEN ---
Überrascht war ich von der Größe, ich hatte ihn mir doch etwas kleiner vorgestellt.
Abmessungen: 255mm x 310mm x 60mm (LxBxH)
Gewicht: 45g
Rotorengröße: 135mm
--- BEGUTACHTUNG & VERARBEITUNG ---
Nunja, wie oben bereits erwähnt besteht die komplette Chassis aus 3 Teilen Styropor. Eine linke und eine rechte Hälfte, sowie die Ummantelung der Rotoren auf der Oberseite. Die Teile sind alle sauber mit Aufklebern beklebt.
An der Rückseite ist ein weiterer kleiner Rotor angebracht, davor sind Plastikflügel bestückt. Die Teile sind gut zusammengeklebt - ich glaube nicht das bei einem Unfall die Rotoren oder dieser Flügel weggerissen werden kann (OK, man kann alles schaffen wenn man sich bemüht...).
Das einzige, was mir wirklich etwas Magenschmerzen bereitet, sind die Kufen. Diese sind ebenfalls aus Kunststoff und wackeln doch etwas hin und her. Ich fürchte das ist das einzige Teil, das wirklich irgendwann "abfallen" könnte. Aber etwas Kleber kann hier später helfen.
Die Trägerstangen für die Rotoren sind auch nicht gerade "der Hit". Diese sind auch aus Kunststoff und relativ dünn. Aber durch eine Anbringung an vier Seiten des Chasis sind die beiden Hauptrotoren sehr fest und können nicht großartig ins Schwingen kommen.
An den inneren Trägerstangen sind bewegliche Kunststoffteile montiert, die ein- und ausklappen. Dies ist die Lenkung für den Phoenix.
Was mir überhaupt nicht gefällt, sind die äußeren Trägerstangen, an denen Styropor angeklebt ist. Diese schauen schon etwas "windschief" aus und können wohl das größte Problem des Phoenix darstellen, denn dadurch könnte er ins Trudeln kommen. Jedem der enorme Probleme mit einer geraden Flugbahn des Phoenix hat, empfehle ich diese Teile zu überprüfen. Durch Unfälle können diese kleinen Styropor-Platten schief stehen und das Flugverhalten enorm beeinträchtigen. Schade das Silverlit bei dem Preis hier nicht auch feste Kunststoffplatten angebracht hat.
--- LADEZEIT & FLUGDAUER ---
Bei meinem Phoenix war die Ladezeit tatsächlich ca. 30 Minuten. Also es war definitiv nicht länger als 30 Minuten.
Die Flugdauer kommt mir gefühlt immer ziemlich lang vor... bei einem Blick auf die Uhr waren es ca. 15 Minuten.
Mit diesen Werten bin ich bei so einem Flugmodell absolut zufrieden.
--- STEUERUNG ---
Wie bei vielen (oder allen?) Silverlit Produkten wird IR verwendet. Was ist das? Ein Infrarot Signal, ähnlich wie zwischen Fernseher und Fernbedienung. Was ist gut und was ist schlecht daran? Naja, eigentlich ist alles schlecht ;) - ich weiß jetzt nur nicht wie hoch der Stromverbrauch bei IR im Gegensatz zu Funk ist. Auf jeden Fall muss zum Flugobjekt immer Sichtkontakt bestehen, sonst macht der Phoenix was er will. Ich habe beim Phoenix auch gemerkt, dass ich beim Start näher hin muss damit er losfliegt. Sobald er mal in der Luft ist, kann ich mich aber weit enfternen (getestet mit ca. 8 Meter). Ich schätze Silverlit verwendet IR da es kostengünstiger ist.
--- FLUGVERHALTEN ---
Viele Personen schreiben, der Phoenix käme kaum in die Luft. Es wird von 30cm - 170cm gesprochen.
Das kann ich nicht bestätigen. Mein Phoenix fliegt schon beim ersten Start bis zur Decke hoch, dass sind in meiner Wohnung 3 Meter.
Da ich ja die Steuerung meiner Piccoz gewohnt bin, kam ich mit dem Phoenix gut zurecht. Ein erstes Nachstellen reichte aus, damit der Piccoz gerade fliegt.
Der Phoenix kann rauf, runter und geradeaus fliegen sowie sich nach rechts und links drehen.
Wie schon bei der Begutachtung erwähnt, wird das links und rechts drehen durch bewegliche Kunststoffklappen ermöglicht. Aber hier gibt es ein Manko: wird eine Richtung dauerhaft gedrückt - man will sich also durchgehend drehen -, bemerkt man das er sich nach ca. 1 1/2 Umdrehungen nicht mehr so richtig drehen will.
Bei einer genaueren Beobachtung ist mir aufgefallen, dass die Klappen nicht ausreichend kräftig sind, ihre schräglage aufrecht zu erhalten. Diese werden durch den enormen Luftdruck der Rotoren wieder gerade "gedrückt". Wird der Stick für die Flugrichtung kurz wieder in die Mitte und erneut in die gewünschte Richtung bewegt, dreht sich der Phoenix auch fröhlich weiter. Ich denke aus "Energiespargründen" wurde absichtlich nicht soviel Power auf die Flugklappen gegeben, da dies doch einiges an Strom für einen Servo benötigt. Naja.
Insgesamt läst sich der Phoenix "ganz okay" fliegen. Ein Kind, so fürchte ich, wäre jedoch mit der sensiblen Steuerung überfordert. Denn drücke ich mal schnell RAUF und LINKS liegt das Ding sofort in der Ecke. Vor allem bei der Höhe steigt der Phoenix unglaublich schnell, man brauch gutes Feingefühl damit er in der Mitte des Raumes schwebt.
Übrigens: ein Rückwärtsfliegen ist absolut unmöglich. Warum? Ganz einfach - die Vorwärtsbewegung des Phoenix wird durch den kleinen Rotor hinten in der Mitte ermöglicht. Dieser wird beim Vorwärtsfliegen eingeschaltet (vorher ist dieser immer aus) und hebt den Phoenix dadurch hinten etwas an. Durch die Schrägstellung der Hauptrotoren fliegt er dann Vorwärts. Warum dann nicht Rückwärts? Ich habe beobachtet, was der Heckrotor beim drücken des Steuerungsknüppels nach hinten macht... und, was glauben Sie? Ja richtig - garnichts!
Ich hätte erwartet das der Heckrotor sich in die andere Richtung dreht und dadurch Phoenix vorne anhebt - die Hauptrotoren würden den Schub dann etwas nach vorne lenken und der Phoenix würde Rückwärts fliegen. Warum also macht er das nicht? Meine Vermutung ist einfach: die Konstrukteure haben gemerkt, das dadurch der Phoenix unstabil wird und vermutlich richtig ins Trudeln kommt. Also - Rückwärtsgang gestrichen.
Ich glaube die Steuerung des Phoenix macht einem "Ab und zu mal Hobbymodellflieger" Spaß, aber sie ist wirklich weit weit entfernt von präziser Genauigkeit. Ein richtiger Modellbauer, der vielleicht sogar selber Hubschrauber konstruiert, wird mit diesem Gefährt bitterlich weinen.
Ich kann hier also auch negative Rezensionen verstehen, weil man vielleicht einfach anderes gewohnt ist.
--- FERNBEDIENUNG ---
Naja, wie bei allen Silverlit-Produkten ein großer Klotz :)
Liegt aber gut in der Hand. Es gibt zwei Steuerknüppel, einen für die Höhe und einen für die Richtung.
Daneben gibt es zwei Schalter, einen um die Fernbedienung an- und auszuschalten und einen, um den gewünschten Funk... ähhhh IR Kanal zu wählen. So können bis zu drei dieser Gefährte durch die Gegend fliegen und kollidieren, weils so Spaß macht.
Wie auch bei allen Silverlit Produkten ist das Ladekabel für den Phoenix hinter eine Klappe versteckt. Zum laden muss der Phoenix ausgeschalten und die Fernbedienung angeschalten sein. Eine grüne Lade-LED zeigt an, dass der Akku geladen wird. Sobald der Ladevorgang fertig ist, geht die LED aus.
--- FAZIT ---
Wenn Sie den Phoenix für sich kaufen wollen, weil er eine tolle Konstruktion ist und Sie ein bischen "Wohnzimmer" Action haben wollen, greifen Sie zu.
Wenn Sie das Produkt für ein Kind kaufen wollen oder ein richtiger Hobbymodellbauer sind und von der Konstruktion begeistert sind - lassen Sie es lieber bleiben.
Ich selbst bin fasziniert vom Aufbau des Phoenix, da ich so eine Konstruktion vorher noch nicht gesehen habe. Jedoch fliegt sich der Phoenix trotz seiner drei Rotoren mehr wie ein Hubschrauber als wie ein Flugzeug.
Mein allergrößter Minuspunkt ist beim Silverlit Phoenix jedoch der Preis. Knapp 60,-¤ sind einfach zu viel. Lieber abwarten bis er billiger wird, 30,-¤ wären absolut OK. Ich selbst habe meinen Gebraucht für 10,-¤ gekauft, da der Vorbesitzer ihn anscheinend für seinen Sohn gekauft hat und beide frustriert waren.
Die 10,-¤ ist er aber mehr als Wert ;)