Das Silverlit Dauphin EC155 ist ein 4-Kanal Miniheli mit einem leicht verstellbaren Hauptrotor. Das bewirkt, dass der Heli in allen 3 Bewegungsachsen gesteuert werden kann.
Die Technik:
Von der eingesetzten Technik und daher denke ich, auch von dem allgemeinen Flugverhalten her, ist der kleine Delphin fast identisch wie das Silverlit Z-Bruce. Er ist eine Weiterentwicklung der Silverlit 2 und 3-Kanal-Modellen. Im Gegensatz zu dem Koaxial-Prinzip, das die meisten Minihelis in dieser Gewichtsklasse haben, setzt Silverlit schon von Anfang an auf das Haupt- und Heckrotor-Konzept. Das hat jedoch dazu geführt, dass viele anfängliche 2-Kanal Modelle von dem Flugverhalten her nicht besonders stabil waren. Weil diese Modelle nur über die Drehzahl der Rotoren gesteuert werden können und auch nicht über Kreiselsystem verfügen, gehört es zur typischen Erfahrung der Silverlit-Piloten, dass die Helis schon bei der Änderung von Höhen, sich wieder anfangen zu drehen. Bei dem Dauphin EC155 soll es nun anders werden.
Auch bei dem Dauphin wird die Änderung der Höhe über die Drehzahlregelung des Hauptrotors gesteuert. Der Heckrotor gleicht das durch Rotation des Hauptrotors entstandene entgegengesetzte Drehmoment auf dem Helikörper aus. Über die Änderung von Drehzahl des Heckrotors kann man den Heli selbst drehen lassen. Die eigentliche Innovation in diesem Spielzeug ist die Verstellung des Hauptrotors. Im Gegensatz zu einem echten Hubschrauber oder zu den teueren fixed pitch Heli-Modellen, lässt Silverlit bei dem Dauphin nicht die Rotorblätter einzeln verstellen, sondern den gesamten Rotor neigen. Dabei wird der Rotor nur mittig auf der internen Antriebsstange gelagert und gelenkig verbunden. Er ist seitlich leicht kippbar. Vier mini kleinen Stangen, die wahrscheinlich von 2 Miniservos gesteuert werden, können die etwas dickere Verkleidung der Antriebsstange an den Unterkanten verschieben und dadurch den gesamten Rotor ankippen. So kann der Dauphin auch horizontal in allen Richtungen gesteuert werden. Und das funktioniert tatsächlich ganz gut. Eine sehr wichtige Rolle spielt hier auch das eingebaute Kreiselsystem, wodurch die Flugbewegungen stark stabilisiert werden. Das System wirkt gegen jegliche Lageveränderungen des Helikörpers aus. Das kann man sehr gut testen, in dem man den Heli einfach in der Luft schweben lässt und dann mit dem Finger gegen sein Heck tippt. Ein Modell ohne Kreiselstabilisierung würde sofort anfangen wild um sich zu drehen, aber bei dem Dauphin merkt man deutlich den durch Heckrotor automatisch erzeugten Widerstand entgegen. Die Drehbewegung wird auf der Stelle gestoppt und zum Teil sogar rückgängig gemacht, sobald man das Heck wieder in Ruhe lässt. Das Kreiselsystem sorgt außerdem auch dafür, dass die horizontalen Bewegungen ziemlich rasch beendet werden, sobald man den rechten Steuerknüppel wieder in der Mittelstellung loslässt, ohne dass man noch entgegen steuern muss.
Die Flugeigenschaft:
Die allgemeine Flugeigenschaft des Dauphins kann ich als recht stabil und leicht zu beherrschen bezeichnen. Dank des Kreiselsystems ist das kleine Ding trotz seines geringen Gewichts nicht so wild und lässt sich nach Trimmen ziemlich gut steuern. Das Trimmen erfolgt über einem Drehknopf mittig auf der Fernsteuerung. Man dreht ihn nach links oder nach rechts. Ähnlich wie bei den meisten Minihelis kann man auch bei diesem Modell nur die Drehbewegung über die Fernsteuerung trimmen. Dabei muss ich leider bemängeln, dass dieser Drehknopf keinen richtigen Skalar oder Stopper hat. Dadurch wird auch die Wirkung des Trimmens fragwürdig, denn wenn man den Drehknopf völlig frei mehrfach um 360° durchdrehen kann, dann hat man absolut keine Ahnung mehr, wo man angefangen hat und wo man aufhören soll. Bei meinem Heli hat sich außerdem herausgestellt, dass das Ding auch nach dem Trimmen immer noch langsam nach links abbiegt. Das scheint nun ein kleiner Produktionsfehler durch ungenaue Verarbeitung oder Einstellung zu sein. Da der Hauptrotor in Uhrzeigersinn dreht, scheint der Heckrotor in der Standardeinstellung nicht genug Gegenwind zu produzieren. Man muss dann immer mal wieder über die Heckrotorsteuerung minimal entgegen lenken. Wie gesagt, auch nach langem Trimmen konnte ich diesen Bewegungsdrang nach links nicht komplett verhindern. Der mangelhafte Trimmknopf erschwert das Trimmen noch zusätzlich. Dafür gibt es einen Stern Abzug. Im direkten Vergleich zu dem recht beliebten Koaxial-Modell Falcon-X kann ich sagen, dass der Falcon noch wesentlich stabiler fliegt. Der Silverlit Duaphin ist im Schwebeflug recht stabil, allerdings etwas hektisch, wenn man ihn bewegt. Das Halten der Höhe bei horizontaler Bewegung ist ein wenig schwieriger als sein Koaxial-Konkurrent. Außerdem hat der Heli einen gewissen Schaukelgang nach stärkeren Bewegungen, die vielleicht durch die Gegensteuerung des Kreiselsystems verursacht wurde. Diese Schaukelbewegung ist der Grund, warum der Silverlit im Vergleich zu dem Falcon ein eher unruhiges Flugbild aufweist. Aber im Gegensatz zu seinen Vorgängern funktioniert das Beibehalten der Flugrichtung dank der Kreiselsteuerung eigentlich ganz gut. Ist der Flieger einmal getrimmt, muss man bei der Veränderung von Rotordrehzahl keine zusätzliche Anpassung mehr vornehmen. Da mein Dauphin sich jedoch auch nach dem Trimmen nicht ganz verbieten lässt, langsam nach links zu drehen und dabei ein wenig vorwärts zu bewegen, muss ich beim Schweben immer nach kurzer Zeit eine Korrektur vornehmen. Das zielgenaue Anlanden auf eine kleine Fläche wird dadurch auch sehr stark erschwert. Aber im Vergleich zu den Koaxialhelis ist der Dauphin auch deutlich agiler. Man kann ihn ein wenig flitzen lassen, aber ein richtiger 3D-Kunstflieger ist er trotzdem nicht. Durch das Stabilisierungssystem und wahrscheinlich auch bereits durch die technische Konstruktion selbst bedingt, ist sowohl seine Bewegungsfreiheit als auch die Geschwindigkeit nur begrenzt. Kunstfiguren wie das Looping ist meiner Meinung nach absolut unmöglich. Daher ist auch dieser Miniheli wie alle seiner Kollegen von Silverlit nur als Spielzeug bzw. für Anfänger konzipiert.
Das Erscheinungsbild:
Im Gegensatz zu den älteren Generationen von Silverlit Minihelis, besitzt der Dauphin eine verschraubte feste Plastikhülle sowie 3 Fahrgestell-Attrappen. (Die Räder sind aus Kunststoffguss und nicht rollfähig, was aber bei dem kleinen Maßstab absolut nicht stört.) Das trägt natürlich stark zum besseren Erscheinungsbild gegenüber seinen EPP Kollegen bei. Auch im Vergleich mit dem Falcon-X ist der Dauphin, der ein reales Vorbild hat, besser anzusehen. Was die Authentizität angeht, hat diese Miniatur schon sehr starke Ähnlichkeit mit dem französischen EC155 Dauphin Hubschrauber. Allerdings würde ich ihn nicht wirklich als Modell des EC155s bezeichnen, da die kleine Silverlit Version doch einige signifikante Abweichungen in der Erscheinung aufweist. Besonders das Heck musste aus speziellen aerodynamischen Anforderungen für das Spielzeug geändert werden. Noch stärker für das Gesamtbild wirkt die Proportionsänderung des Helikörpers aus. Man musste ihn wahrscheinlich um Luftwiderstand zu reduzieren und Gewicht zu sparen, etwas verschlanken. Dadurch sieht er von Form her zwar immer noch super aus, ist aber nicht mehr wirklich maßstabgetreu. Auch der Rotor hat natürlich nichts mit dem Vorbild zu tun. Zu erwähnen ist noch, dass der Silverlit Dauphin im Vergleich zu den Koaxial-Modellen einen erstaunlich kleinen Hauptrotorumfang hat, obwohl der Helikörper selbst sogar ein wenig länger als das Falcon-X ist. Auch dieser Punkt trägt stark zur realistischen Erscheinung des Dauphins bei. Meiner Meinung nach hätte Silverlit aber den LED-Scheinwerfer sparen können, denn dieser ist leider zu schwach und zu bläulich, um als Scheinwerfer gelten zu lassen. Außerdem ist sie jedoch so groß, dass ein Teil des Lichts ins Inneren des Helis gelangt und dadurch der gesamte Bugbereich zu einer blau leuchtenden Laterne wird. Lieber lasse ich sie ausgeschaltet bleiben, als eine stinknormale LED anzuglotzen. Der Falcon X hat gezeigt, dass man mit den LEDs auch schöne Sachen machen kann.
Die Verarbeitung und die Qualität:
Abgesehen von dem Produktionsfehler, der meinen Heli driften lässt, stimmt die Qualität insgesamt. Eine besondere Eigenschaft, die die meisten Silverlit Produkte aufweisen, ist ihre Robustheit. Obwohl der Heli sehr klein ist, habe ich absolut kein Bedenken, dass er beim Herunterfallen zerbrechen würde. Die Kunststoffhülle ist sehr stabil und alle technischen Komponenten bleibt darin gut geschützt. Der Hauptrotor ist aus relativ weichem Kunststoff, wodurch weder das Bauteil selbst noch ein Hindernis beim Zusammentreffen Schaden nehmen sollte. (Natürlich soll man bei Crash immer schnellstens von Gas weg.) So ausgestattet, scheint mir so, dass der Heli ohne drauf zu treten kaum zerstörbar ist. Höchstens die Fahrwerke könnten vielleicht bei sehr unsanfter Landung aus großer Höhe brechen. Aber auch das erscheint mir recht unwahrscheinlich, da der gesamte Heli nur 21 Gramm wiegt.
Der Mangel mit dem Trimmregler habe ich bereits erwähnt. Sonst ist die IR-Fernsteuerung ziemlich gut verarbeitet und etwas schicker und bequemer als das Steuergerät von Falcon-X. Natürlich ist es klar, dass ein über IR gesteuerter Miniheli nur für den Innenraum geeignet ist.
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