Der Film schildert das Leben von Karen Silkwood, die in einer Plutoniumfabrik arbeitet, in der sie gleichzeitig gewerkschaftlich tätig ist. Im Rahmen ihrer Arbeit stößt sie auf Ungereimtheiten/Sicherheitsmängel, die sie öffentlich machen möchte. Privat lebt sie mit ihrem Freund (Kurt Russell, kann deutlich mehr als Actionhelden verkörpern) und einer Freundin (Cher) zusammen, die ebenfalls in der Plutoniumfabrik arbeiten. Es kommt zu Konflikten zwischen ihrem Job, der Gewerkschaftstätigkeit und ihrem Privatleben.
Punkten kann der Film von 1983 heute noch mit den durch die Bank guten schauspielerischen Leistungen, bei denen allen voran Meryl Streep einmal mehr atemberaubend gut ist. Auch das Thema, wie Konzerne mit der Atomkraft umgehen, wird packend umgesetzt und war 1983 ein Thema, was sehr aktuell war. Hier ist der Film gut gealtert.
Was mich dann eher gestört hat, sind die regelmäßigen Exkurse in das Privatleben von Karen Silkwood, die arg melodramatisch und problemfilmhaft daherkommen. Wir dürfen einen Besuch bei ihrem Ex-Mann und den gemeinsamen Kindern erleben, Ärger mit ihrem Freund und WG-Probleme. Der Charakter, den Cher spielt ist zu allem Überfluss auch noch lesbisch, so dass dieses Fass auch noch aufgemacht wird. Für sich genommen werden diese Versatzstücke gut rübergebracht, lenken doch immer wieder von sehr spannenden und authentisch dargestellten Plutoniumplot ab. Hier verzettelt sich der Film. Die Geduld des Zuschauers wird strapaziert. Weniger wäre mehr gewesen.
Trotzdem ist der Film - sofern man Geduld für die melodramatischen Teile mitbringt - immer noch sehenswert. Meryl Streep wurde absolut nachvollziehbar auch für diese Rolle für den Oscar nominiert.