Die Idee der Geschichte ist wirklich gut und wurde einladend umgesetzt. Nur schon die Gründe, warum der Film mit SILK (=Faden) betitelt wurde. Ich war gleich von Beginn weg interessiert, was da vor sich ging: Einerseits photographiert in Japan ein australischer Photograph im Auftrag ein leeres, verkommenes Gebäude, wobei er eine erschreckende, tödlich endende Entdeckung macht: einen Geist. Andererseits erfahren wir von einem jungen Wissenschaftler, der über einen kleinen, merkwürdigen Würfel verfügt, den er in der Luft schweben lassen kann. Scheinbar ein Projekt der Regierung, um Schwerelosigkeit zu erforschen. Hinzu kommt eine Parallgeschichte über den eigentlichen Helden und dessen Mutter, die sterbend im Koma liegt.
Der Würfel, bzw. dessen Material befähigt die Menschen, den tödlichen Geist in einem Zimmer festzuhalten. Ein Kriminalexperte (o.ä.) mit der Fähigkeit des Lippenlesens wird beauftragt, die Herkunft und Hintergründe des Geistes zu klären.
Die Mischung ist cool, und sie funktioniert: Grusel trifft auf Detektiverei, trifft auf eine Prise ScienseFiction, trifft auf "japanische Coolness". Letztere, weil die Figuren irgendwie manga-mässig erscheinen: zu jung für deren heikle "Professorentätigkeit", ein wenig "overacting" des einen dödelhaft anmutenden Mitarbeiters, und die Frisuren. Man wollte wohl eher ein jüngeres Publikum ansprechen.
Wie so oft verliert der Film nach der Auflösung Spannung und Glaubwürdigkeit, bauscht sich ein wenig zu sehr auf und integriert auf das Showdown hin plötzlich ermüdende Ringu-Elemente, die nicht so wirklich in das ganze hineinpassen wollen. Ohne die Ringu-Filme wäre das sicher was anderes, aber während dieser subtil blieb (im Original zumindest), wurden hier zu viele Special Effects eingesetzt. Fast erinnerte mich das eine oder andere Bild an Peter Jackson's "The Frighteners". Also keine 'schlechten' F/X. Nur nicht so passend, irgendwie.
Die Geschichte ist intelligent und packend, die Umsetzung gelungen, der Showdown weniger.