Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jetzt ist schon wieder was passiert..., 1. September 2006
Österreichisches Kino? Bei diesem Begriff dachte ich bislang eher an die Heimatschnulzen der 50er Jahre, denn leider schaffen es nur wenige österreichische Filme in deutsche Kinos. Ich bin seinerzeit eigentlich nur durch einem Flyer, der im Kinofoyer auslag, auf diesen Film aufmerksam geworden und saß ohne große Erwartungen im Kino. Was ich dann sah, hat mich geradezu vom Hocker gerissen.
"Silentium!" ist eine grotesk-bizarre Mischung aus Krimi und sarkastischer Komödie. Der Humor ist geradezu britisch-schwarz, allerdings bleibt einem das Lachen so manches Mal im Halse stecken, da die Handlung einen dann doch wieder auf den rabenschwarzen Boden der Tatsachen zurück zieht. In dieser Geschichte hat so ziemlich jeder Dreck am Stecken: die katholische Kirche, der Intendant der Salzburger Festspiele... trauen mag man da so gar niemanden.
Josef Hader schlurft als Brenner durch ein Komplott, das auch er erst ganz am Ende zu durchschauen scheint und dessen Ende einen zu Recht wütend macht. Wenn Wolf Haas beim Schreiben seiner Brenner-Romane bereits eine Verfilmung im Kopf hatte, dann muß er eigentlich an Josef Hader gedacht haben.
"Silentium!" ist -im Gegensatz zu "Komm, süßer Tod"- wesentlich dunkler und brutaler, die FSK 16 ist durchaus angebracht, da dieser Streifen nichts für zarte Gemüter ist. Einige Bilder bleiben dauerhaft im Gedächtnis verankert, ein Film also, über den man noch nachdenkt, wenn man das Dunkel des Kinos hinter sich gelassen hat.
Das Bonusmaterial ist ganz interessant, auf die Ausschnitte von der Berlinale hätte man aber auch verzichten können, vielleicht wäre hier ein klassisches Making-of besser gewesen.
Alles in allem ist "Silentium!" ein Thriller für die eher düsteren Momente im Leben mit einer durch die Bank weg wunderbaren Besetzung, neben Josef Hader u.a. Simon Schwarz (den man ja schon aus "Komm, süßer Tod" kennt) und ein grandioser -weil herrlich gegen den Strich besetzer- Joachim Król.
Wenn die katholische Kirche sich schon über die mittelmäßige Verfilmung des mittelmäßigen "Da Vinci Code" so aufgeregt hat, dann frage ich mich ernsthaft, warum sie dieses wunderbare Meisterwerk des österreichischen Films nicht mindestens genauso intensiv verdammt hat...
Kein Silentium nötig, dieser Film hat jede Menge lauten Applaus verdient!
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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Skurril... kauzig.... österreichisch...., 27. April 2007
"Wenn i immer wüsst' wos ich suach', wenn i wos suach, dann würd i selten wos finden.."
Wer auf solche Aussagen steht, der kommt in diesem Film voll auf seine Kosten! "Silentium" ist pures Fun, morbid, zynisch, von tiefschwarzem Humor, wie er auf diese Art nur aus Oesterreich kommen kann und präsentiert uns einen Haufen voll durchgeknallter Charaktere, wie ich sie liebe....
Wie ein Austro-Marlowe schlendert Josef Hader als Simon Brenner durch das morbid-düstere Salzburg, trinkt, raucht, kifft und wirft Kopfschmerztabletten ein wie Popcorn, ist wortkarg und scharfzüngig - ein echter Antiheld. Begleitet wird er von seinem Spezi Berti (Simon Schwarz), um einen als Selbstmord getarnten Mord aufzuklären, aber das ist nur der Anfang...
Schauspielerische Unterstützung erfahren die beiden durch exzellent besetzte Nebenrollen. Joachim Krol spielt einen Fiesling von diabolischem Format, Udo Samel gibt den Festspielpräsidenten wunderbar schmierig und Jürgen Tarrach gebührt ein besonderes Lob für seine unglaubliche Darstellung eines abstossenden Widerlings - selten hab ich einen grösseren Kotzbrocken gesehen als den von ihm dargestellten Opernsänger.
"Silentium" ist eine bittere Komödie, die zum Rundumschlag gegen Kirche, Staat und die jährlichen Salzburger Festspiele ausholt und dabei zusehen zu dürfen, wie diese Institutionen quasi mit filmischen Mitteln "voll eins in die Fresse" kriegen, macht ganz einfach Riesenspass. Selten wurden heilige Kühe besser und mit grösserer Insbrunst geschlachtet als in diesem Film!
"Silentium" ist reich an Wortwitz, Spannung und Ironie und wurde so extrem schräg inszeniert, dass ich hierfür nur die Höchstwertung geben kann!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Volle Punktzahl, 17. Februar 2006
Der lakonische Privatdetektiv Brenner, gleichermaßen verloddert wie sympathisch, wird von der Tochter des Salzburger Festpsielpräsidenten beauftragt, den Selbstmord ihres Mannes zu untersuchen. Sie vermutet einen Mordanschlag. Brenners Recherchen bestätigen bald diesen Verdacht, er entdeckt ein Geflecht krimineller Machenschaften, in das der Festspielpräsident ebenso verwickelt ist wie ein katholisches Priesterseminar. Die Rolle des Brenner ist Josef Hader auf den Leib geschneidert. Auch die Nebenrollen sind mit Udo Samel als Festspielpräsidenten, Jürgen Tarrach als Star-Tenor und Joachim Krol als skrupellosem Präfekt Fitz gut besetzt. Der Film gehört zu dem besten, was in den vergangenen Jahren auf den Markt gekommen ist, amerikanische Filme durchaus eingeschlossen. Denn »Silentium« überzeugt durch eine unroutinierte Machart mit viel Witz und Sinn fürs Detail, ohne je Gefahr zu laufen, sich darin zu verheddern. So ist der Film witzig und spannend zugleich, schafft die Gratwanderung zwischen Anspruch und Kalauer (z.B. über den ewigen Kreislauf von Leberkäse und Knackwürstchen). Volle Punktzahl.
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