Don't you mess with Auntie Vega, ihr Jung- und Nichtskönner-Regisseure! Wer meine mehr oder weniger kostbare Zeit mit schlechten Filmen verschwendet, wird mit Verrissen nicht unter zwei DIN A4-Seiten bestraft. Ich hab mir bei dem Wunderwerk "Silent Scream" mal merklich mehr Mühe gegeben als die beiden Regisseure und ihnen hier eine Chronik ihres eigenen Versagens erstellt. Ob sie was daraus lernen, sei mal dahin gestellt, aber wenigstens kann ich vielleicht ein paar Leute vor diesem Schund warnen und ihnen auch genau sagen, warum:
Data: Länge: 81 endlose Minuten, entweder auf deutsch oder englisch (Dolby Digital 5.1), Bildergalerie, Trailer, Hintergrundinfos zu dreien der Menschen, die sich hier als Schauspieler ausgegeben haben.
Eine Gruppe von Studenten (da geht's schon mal los, niemand glaubt, dass diese Idioten ernsthaft Studenten sind) hilft ihrem Prof bei der Erforschung des menschlichen Hirns, indem sie sich für seine Forschungen zur Verfügung stellt (wie soll das gehen bei einem Haufen Hirn-loser?). Nein, nein, keine Lobotomie, das läuft alles auf der verbal-mentalen Ebene versteht Ihr? Nicht? Macht nichts, wird auch nicht weiter erläutert (von der Regie). Als kleines Dankeschön "leiht" ihnen der Prof für ein Wochenende sein Häuschen auf irgendeiner Insel in und um bei Michigan. Schade nur, dass gerade Winter ist. Aber egal, die Deppen können eh noch nicht mal die vier Jahreszeiten richtig aufsagen, geschweige denn auseinanderhalten, also auf geht's. Blöd ist dann nur, dass sich ein vermummter Killer in den Wäldern rumtreibt, der es sich fortan zum Ziel gesetzt hat, diesen Haufen Vollidioten zu dezimieren. Bis die Vollpfosten überhaupt raffen, was passiert, sind sie auch schon fast alle tot, was eigentlich noch das Beste am Film ist.
Es geht los mit den üblichen Ungereimtheiten: Ein Typ, den sie auf der Insel nach dem Weg fragen, setzt sich erstmal mit ins Auto, erklärt ihnen dann, wo's langgeht und steigt nach ein paar hundert Metern wieder aus und bedankt sich fürs Absetzen (mitten auf der Landstraße). Des Weiteren ist es auch eine prima Idee, sich abends bei ca. -15°C draußen ans Lagerfeuer zu setzen. Weiter geht's mit der Utopie, dass die beiden weiblichen Anteile eines "flotten Dreiers" es voll scheiße finden, dass der Typ nicht OHNE Kondom mit ihnen schlafen will. Und weil sie das so doof finden, rennen sie lieber mal alleine draußen im a) dunklen und b) kalten Wald rum, anstatt in der warmen Hütte zu bleiben. Dafür wird die eine in der 14. Minute mit einem knackigen Genickbruch bestraft, die zweite muss in der 18. Minute ihren Unterleib an den Killer abgeben (hoffentlich fragt der sie nicht auch noch nach Kondomen).
Aber gut, in der 13. Minute geht's dann glücklicherweise los mit dem Schlachtfest. Blondie Nr. 1 tapst im Wald in zwei Fußschlingen rechts und links von ihr, die sie ganz zerrissen zurücklassen. Nerd Nr. 1 sitzt grade noch gemütlich bei Eiseskälte am verglimmenden Feuer, als ihn ein Beil im Hinterkopf zum (Ein)Nicken bringt. Nerd Nr. 2 darf sich daraufhin die Glut noch mal ganz genau ansehen, da würde anschließend auch keine Brandsalbe mehr helfen.
Unser Good Girl und die vermeintliche Heldin des Films, Nicole, ist in etwa so glaubhaft wie Jason Voorhees als wortgewandter Tischpartner bei einem Gala-Dinner. Sie sieht aus wie eine 12jährige, die Werbung für Clerasil macht und versprüht den Charme und Sexappeal eines Faultiers. Klar, dass fast alle Hodenträger an der Uni scharf auf sie sind. Sie hat sich just von Ex Mark getrennt, weil er angeblich zu sehr geklettet hat. Ja nee, is klar. Cool fand ich auch, dass das Quoten-Black Girl wusste, wie lange der Trupp von der Fähre bis zum Haus braucht, obwohl sie noch nie dagewesen ist. Oder dass zwei Nerds, die unterwegs mit ihrem Auto liegenbleiben, stundenlang an Ort und Stelle verharren, anstatt mal ne Tanke oder so was zu suchen. Dafür wird der eine dann auch in der 25. Minute vom Wald- und Wiesenkiller einen Kopf kürzer gemacht. Der zweite wird (un)logischerweise verschont, er hat sich ja auch total bombensicher im Auto verschanzt und vorsichtshalber nur eine Tür verriegelt.
Dann folgt eine 12minütige Durststrecke, in der keiner von den Vollpfosten umgenietet wird, glücklicherweise geht es dann in der 37. Minute endlich weiter, Nerd Nr. 3 wird kurzerhand in der Wanne ertränkt, in der Sekunden vor seinem Tod noch gar kein Wasser war... faszinierend. In der 40. Minute wird Blondie Nr. 2 dafür bestraft, dass sie durchs Schlüsselloch geluschert hat. Ein Auge bleibt an der Tür hängen und für das zweite wird sie auch keine Verwendung mehr haben.
Der Rest der hohlen Meute versucht sich anschließend in logischem Denken und... scheitert natürlich. Auf kruden Neuronenwegen bahnt sich die Erkenntnis an, dass ja nur Mark der Killer sein kann...aha. Warum? Wir werden es nie erfahren. Nachdem Mark gebeichtet hat, dass es letzte Nacht zu keinem Dreier gekommen ist, weil er noch Gefühle (und keine Kondome) für Nicole hat, spricht diese ihn von allen Killer-Verdächtigungen frei, logisch, oder? Deshalb schicken sie den armen Kerl dann auch erst mal nach oben, damit er sich in Ruhe die zwei frischen Leichen ansehen kann, anstatt ihm einfach zu sagen, dass zwei weitere seiner Freunde tot sind. Und erst dann kommt ihnen die glorreiche Idee, sich vielleicht einfach mal ins Auto zu setzen und abzuhauen. Famos.
Nachdem die Flucht - Überraschung - gescheitert ist, weil der Hacke-Peter die Showbühne wieder betritt, geht es Nerd Nr. 4 an den Kragen... vorerst allerdings nur durch eine Stichwunde im Oberarm, dann wird er heldenhaft von Kondom-Mark gerettet. Unsere Rest-Mädels würden jeder Krankenschwester die Schamesröte ins Gesicht treiben, als sie dem Nerd den Verband für seine Wunde ÜBER dem Pullover anbringen. Man kann doch bei solchen Filmen wirklich immer noch was lernen. Nun folgt mein erster von drei zauberhaft intelligenten One-Linern: Mark: "So lange er da draußen ist, sind wir hier drinnen sicher". Hmm-mmm, ja... genau. Herr, hilf!
Weiter geht's mit der lustigen Studenten-Schlachtplatte: Nerd Nr. 5 darf sich eine Plastiktüte mal ganz intensiv von innen ansehen. Da bleibt ihm vor Faszination glatt die Luft weg. Und auch unser mies verarzteter Nerd Nr. 4 ist jetzt fällig, der bekommt die Chance, sich das Profil von des Killers Botten mal en detail anzuschauen. Da platzt ihm doch tatsächlich der Schädel vor Aufregung. Derweil sind Mark, Nicole und das Quoten-Black Girl mal frische Luft schnappen gegangen und wollen nebenbei auch gleich Hilfe holen. On no Men's Island gestaltet sich das etwas schwierig, der Typ, den sie tags zuvor an der Straße abgesetzt haben, ist bestimmt auch noch nicht zu Hause, also machen sie das, was man logischerweise bei Arschkälte nachts im dunklen Wald, in dem ein wahnsinniger Irrer rumtappt, eben so macht: man setzt sich erstmal hin. Nun folgt mein favourite One-Liner Nr. 2: Mark: " Ehrlich gesagt hab ich mir von diesem Wochenende was anderes erhofft". Herrlich. Dann schmalzt er Nicole zu, dass er sie noch liebt, worauf hin sie mit meinem 3. und letzten Lieblingsspruch kontert: "Und das aus dem Mund von einem, der mir das Leben gerettet hat". ???
Langsam, sehr, sehr langsam nähern wir uns dem recht dürftig ausfallenden Showdown, sind ja schließlich kaum noch Opfer übrig. Nicole, die alte Blitzbirne, macht nun den grandiosen Vorschlag, draußen (!) zu übernachten und am nächsten Morgen weiter nach Hilfe zu suchen. Wohlgemerkt, da hatten sie grade eine weitere Attacke von Kapuzen-Fred hinter sich, und wärmer ist es inzwischen MITTEN IM WINTER auch nicht geworden. 61. Minute: Fälligkeitsdatum vom Black Girl ist erreicht, sie wird von Schlitzer-Schorsch verletzt, aber fulminant von Einzeller Mark gerettet. Der zieht dem Killer ein paar über den Schädel, aber nicht mit der Axt, die der Killer fallen gelassen hat, sondern mit einem großen Ast. Nach ein büschen Haue ist es dann auch genug, befindet Mark, und so lassen sie Killer-Kalle im Schnee liegen und machen n Fuß. Blöd, das mit der Axt... die wird vom natürlich nicht toten Forest-Fighter flugs wieder aufgenommen und Mark in die Rippen geschmettert. Selber schuld! Zum Glück kann Nicole (huppala, da ist sie ja wieder) dem Gemetzel mit einem ungezielten Schuss ein Ende bereiten. Leider ist auch Marks Ende gekommen... schade eigentlich, die alte Hohlbratze hatte wirklich die coolsten Sprüche drauf. Nach weiteren 7 belanglosen Minuten mit hirnhautlösendem Schwachsinns-Gelabere ist das Black Girl endgültig hinüber, Hinterwäldler-Horst hat sie abgeknallt.
Immer noch nicht vorbei, der Mumpf. Nicole flieht mal wieder, findet einen Cop, der ihr kein Wort glaubt, sie aber mit dem Auto mitnimmt. Mörder-Matze findet Nicole und Ungläubigen (muss wirklich ein sehr kleiner Wald sein), der seinen Unglauben mit einem Wagenheber im Auge teuer bezahlt und Nicole anschließend auf die bezaubernde Idee bringt, nicht mit dem Auto zu fliehen, nein, sondern lieber zu Fuß zu gehen. Die Strafe folgt nach ein paar Minuten auf demselbigen, in der 72. Minute ist endlich auch Nicole tot. Und nu der Clou: Alles nur geträumt! Herrlich. Was für ein Story-Twist.
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