Die Hörproben machten Lust auf mehr - und so konnte ich das Eintreffen der CD kaum erwarten. Endlich, endlich kam sie! Also das Laufwerk aufgemacht und rein mit dem Silberling. Und dann erklingen sie - die Klänge von AYERS ROCK mit dem Hintergrundzirpen der Insekten. Es sind gewaltige Klänge. Ein Didgeridoo. Synthie-Teppiche weben Harmonien und Melodien. Alles tongewaltig, eine Gewalt, die einen einhüllt und mitnimmt, mitnimmt in eine fremde, ferne Welt; eine Welt, in der ich jetzt viel lieber wäre als in der Realität. Eine Welt, in der wir uns alle lieben und wo kein Krieg und kein Verbrechen existiert. Okay, ich träume. Ein weiterer Beweis dafür, wie gut diese Musik ist.
STONEHENGE - geheimnisvoller Ort im Dunkel der Menschheitsgeschichte. Der zweite Titel nimmt mich dorthin mit. Was gibt es hier zu sehen? Zu hören? Zu entdecken? Mystische Mönche stimmen einen Gesang an, dem Gregorianischen nicht unähnlich. Musik, gewaltig, melodisch, tonal. Musik, die unter die Haut geht und bei voller Lautstärke am besten wirkt, die durch einen hindurchbläst und alle Poren reinigt wie frisches Rosenwasser.
Ich steige die Marmorstufen hinauf, und dann stehe ich vor ihm: TAJ MAHAL, dem Palast! Ein Gemäuer aus Stein, das seine eigene Herrschaftsgeschichte erzählt. Hier fliegt ein farbenprächtiger Vogel dahin, Wolken ziehen über einen tiefblauen Himmel. Und Friede ... tiefer, innerer Friede.
SUMMER RAIN - warm und erfrischend, nicht beißend, sondern die erhitzten Gemüter kühlend. Gewaltige Streicher bauen einen gleichmäßigen Rhythmus auf, der interessante Harmonien durchwandert und über den sich alsbald Melodien erheben wie Vögel, die fortfliegen in die Freiheit - eine Freiheit, die ich herbeisehne und von der ich glaube, sie erahnen zu können, wenn diese Musik nur laut genug erklingt.
An der pazifischen Küste - PACIFIC SHORELINE - schlagen die Wellen zusammen, braust und brodelt die Brandung, türmen sich gewaltige Wassermassen zusammen und rennen und rollen gegen das Ufer an, endlos, unablässig, ewig. Das weiße Rauschen an sich ist schon gewaltig, da kommen Streicher hinzu, tief und düster zunächst, dann die Wendung zu vollen Akkorden und Synthie-Passagen.
ANGKOR WAT - die Tempelstadt. Götter und Götzen, Heil und Unheil, Leben und Tod. Wer sind wir? Woher kommen wir? Wohin gehen wir? Hier finden wir die Antwort nicht, also weiter nach ...
CHICHEN ITZA, der Ruinenstätte auf Yucatan. Eingerahmt von grünem Rasen steht der graue Zikkurat vor uns, ein steinerner Zeuge von Menschenopfer und Götterglaube. Doch hier feierten die Menschen auch und freuten sich des Lebens. Und nach all den gewaltigen sphärischen Klängen wird uns klar, dass wir das auch tun müssen, um nicht wahnsinnig zu werden in einer Welt wie dieser, die uns das Äußerste abverlangt und und stresst und durch die Mangel dreht.
Umso besser, dass es CDs gibt wie diese, die uns helfen, in fremde Sphären zu entfliehen. ;-)