Die Erwartungen waren hoch, nachdem sich Grant Nicholas und Gefolge mehr als drei Jahre für ein neues Album gönnten, auf einen herausragenden Vorgänger zurückblickten (Pushing the senses) und auf ihrer Homepage den Hammersong 'Miss You' als Appetizer
zum kostenlosen Download bereitstellten. Nun habe ich der Standardausgabe der CD (ohne Bonustitel) sieben Hördurchgänge gegeben, um die Songs in Ruhe wachsen zu lassen. 'Silent Cry' liegt leider etwas unter meinen doch hohen Erwartungen, die sehr vom letzten Album 'Pushing the senses' geprägt sind. Silent Cry bietet zwölf sehr geradlinige Songs, die fast alle im Midtempo gspielt sind. Gewohnt gut ist die Gitarrenarbeit von Grant, der mit unterschiedlichen Sounds, Instrumenten, Verzerrungen und Arrangements allen Songs den Feeder-Stempel aufdrückt. Dabei wird er von Taka mit soliden Basslines und einprägsamen Backgroundvocals unterstützt. Abgerundet wird das Ganze von Mark, der die Drums songdienlich eintrommelte. Mal ist der Takt halbiert, mal verdoppelt ' bei ihm passt es eigentlich immer. Die CD hat eine anständige Lauflänge von 46 Minuten und das 20-seitige Booklet ist stilvoll gestaltet ' ich hätte mir jedoch mehr als nur ein Bandfoto gewünscht.
Fazit: 'Silent Cry' ist ein grundsolides, gutes Feeder Album. Ja, mit mehr Abwechselung hätte es sogar die beste Feeder Scheibe bis dato werden können. Schade, dass nicht z. B. ein Song vom Kaliber 'Purify', der in der Übergangszeit veröffentlichten B-Seite der Single 'Save Us', den Weg auf das Album geschafft hat. Mir fehlt außerdem eine Ballade wie 'Tinseltown' oder ein außergewöhnlicher Song wie 'Oxydize'. Feeder sind eh die ungekrönten Könige der B-Seiten. Warten wir ab, was für Perlen als B-Seite auf der nächsten Singleauskopplung 'Tracing Lines' erscheinen werden.
'Silent Cry' ist in meinen Feeder-Album-Charts auf Platz 3; gleich hinter Yesterday went too soon und Pushing the senses. Anspieltips und Höhepunkte des Albums: Miss You, Itsumo, Fires, Sonorous. Auf jeden Fall gebe ich eine Kaufempfehlung.