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Trotz aller Offenheit und Naivität ("You don't even know me, so why do you hate me?", beteuert der Titeltrack) werden Zweifler immer noch nicht so ganz und gar wohlwollend reagieren. Besonders deshalb nicht, weil die typisch mürrische Rock-Soul-Mentalität der Band (einige werden es als konservativ bezeichnen) sich seit dem ersten Album kaum verändert hat. Hinzu kommt, dass der Sänger James Walsh uns immer noch einreden möchte, dass er ein wandelndes Symbol seelischer Qualen ist. Sünde, spirituelle Verblendung, von Gott gegebene Gnade, die biophysischen Symptome emotionaler Turbulenzen und Sprüche wie "My wandering soul found solace at last"; all dies erscheint nachdrücklich in Walshs Texten, als ob Starsailor seine persönliche Instanz der Buße und sein eigener Beichtstuhl wäre, mit dessen Hilfe er seine Absolution anstrebt.
Aber wie sieht es mit der Musik aus? Die gelungenen Stücke markieren eine Trendwende weg von der Vergangenheit und festigen Starsailors vorherige Erfolge. "Bring Me Love" ist reine, unbekümmerte Freude. Es wirkt nicht nur heiter durch den Pizzicato-Stil der Streicher und deren erhebende Wirkung, es wird auch belebt durch das fröhliche Gespräch über läutende Glocken, Monde und Wiesen. Es fehlen eigentlich nur noch hüpfende Milchmägde, und dann könnte man es für ein altes englisches Volkslied halten, das von Brautwerbung handelt. Seltsamerweise klingt es wie Echo and the Bunnymen auf Prozac. "Four To The Floor" hingegen ist das Feierlichste, das Starsailor jemals hervorgebracht haben. Mit seinem Funk-Groove, seinen Disko-Arrangements im Stil von Louis Clark, seinen Bongos und seinem Spiegelkugel-Kitsch bringt es dann auch noch ungeniert eine so klare Aussage auf die Beine wie "I was sure she would be my girl" und man nimmt es hin.
Es wurde bereits öffentlich betont, dass der öffentlichkeitsscheue geniale Produzent Phil Spector bei zwei Songs mitgewirkt hat, während John Leckie und Danton Suppie sich um die übrigen Stücke gekümmert haben. Starsailors Entwicklung geht schneller vonstatten als man erhoffen konnte. Aber Silence Is Easy signalisiert stetigen Fortschritt. Es ist ein solides Album, das Fortentwicklung beweist, ohne überdreht zu wirken. --Kevin Maidment
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Das aktuelle Album ist wesentlich opulenter produziert, bleibt aber gleichzeitig mehr an der Oberfläche.
"love is here" ist viel dynamischer, gerade weil die Wechsel von Ruhe und Temperament dramatischer sind. Das aktuelle Album scheint nur im ersten Moment kraftvoller, ist jedoch einfach nur insgesamt lauter.
Die Melodien treffen nicht so ins Herz, der Gesang hat es mit der vehementeren Musik schwer, und wirkt kraftlos. Bei den Songs des Erstlings bringt diese so zerbrechliche und sentimentale Stimme eine Gänsehaut, die lange nachwirkt. Und im subtilen Zusammenspiel mit den wunderschönen Melodien, kann man sich den Songs einfach nicht entziehen.
"Silence Is Easy" ist ein schönes Album, fast schon zu bombastisch arrangiert, auch die Streicher fehlen dazu nicht, ihm fehlt jedoch die Subtilität und die musikalische Kraft des Erstlings. Diese Kraft lässt sich durch Gewalt nicht ersetzen.
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