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Erst sehr viel später -- dem Diogenes-Verlag sei Dank -- ist mir aufgegangen, welch unverschämt guter Erzähler Somerset Maugham war. Vor allem in seinen Kurzgeschichten lief er zu voller Größe auf. Er war nie der ganz große Tiefschürfer, aber auch lange nicht so seicht, wie ihn viele einstuften. Künstlerschicksale, menschliche Abgründe, das waren seine Themen, die er eloquent, aber auch mit großer Herzensbildung aufbereitete. Irgendwie ging man aus seinen Büchern immer gestärkt hervor, sie besaßen einfach eine unglaubliche erzählerische Kraft.
So auch Silbermond und Kupfermünze. Es ist die Geschichte von Charles Strickland (angeregt durch die Figur des Malers Paul Gauguin), einem englischen Geschäftsmann, der von einem Tag zum andern seine Familie verläßt, um nur noch seiner Leidenschaft, dem Malen, nachgehen zu können. Strickland ist ein grober Klotz, sensibel nur in seiner Kunst; hemmungslos verrät und betrügt er Freunde und endet schließlich völlig vereinsamt auf einer Südseeinsel, wo er sein letztes, großes Werk schafft und über dieser Arbeit stirbt. Maugham peitscht uns förmlich durch die Geschichte. Das Buch wegzulegen ist fast unmöglich. Suchtwirkung stellt sich ein. Nur gut, daß uns der Stoff bei seinem großen uvre so schnell nicht ausgeht.--Ravi Unger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Biographische Sternstunde,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Silbermond und Kupfermünze (Taschenbuch)
Silbermond und KupfermünzePaul Gaugin - ein begnadeter Maler. W. Somerset Maugham - ein genialer Autor. Ein fiktives Aufeinandertreffen der beiden - ein Lesevergnügen der Extraklasse! Genau das geschieht in "Silbermond und Kupfermünze" - Somerset Maugham erzählt auf die ihm eigene, unvergleichliche Art in diesem Roman den Lebenslauf eines Genies, dem Leben von Paul Gaugin nachgebildet. Immer in der Ichform beschreibt er das Leben Gaugins alias Charles Strickland, angefangen in seinen mittleren Jahren, als Ehemann und Vater, bis hin zu seinem Tod auf Tahiti. "Silbermond und Kupfermünze" also einfach eine von zahlreichen Biographien Paul Gaugins? Weit gefehlt! Spannender als jeder Krimi liest sich dieses Werk, auf überaus geschickte Weise flechtet Somerset Maugham sich selbst in die Handlung ein, was ihm erlaubt, den Leser zum einen an den ihm von den Protagonisten anvertrauten Gedanken und Handlungen als Beobachter teilhaben zu lassen und zum anderen ihn mit seinen, Somerset Maughams eigenen Reflexionen, Beobachtungen und Gedanken zu begeistern - eine zwangsläufige Folge Brillianz und Klarheit. Auf diese Art erschließt sich dem Leser ein faszinierendes Stück Menschenkenntnis und Lebenserfahrung, er lernt mehr über die Menschen und ihre Handlungen als in vielen psychologischen Abhandlungen und auf ungleich angenehmere Art und Weise. Außerdem erhält er Zugang zu einem bewundernswerten Maler, und wenn auch nicht bis ins Detail als Tatsachenroman aufzufassen, so gibt das Buch doch die wesentlichen Zügen von Gaugins Leben und den Anfängen seiner Entdeckung wieder. Fesselnd vom Anfang bis zum Ende ist es eine unbedingte Pflichtlektüre - nicht nur für alle Gaugin und/oder Somerset Maugham Fans sondern gerade und besonders für alle die, die bei dem Wort "Biographie" angewidert oder gelangweilt den Kopf schütteln... Somerset Maugham wird sie eines Besseren belehren! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Mutmachender Lesens- + Lebensgewinn,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Silbermond und Kupfermünze. (Broschiert)
Ein traumhaftes Buch! Selten bin ich dermaßen in einen solchen Lesetaumel verfallen! Nach den ersten, anfänglichen Leseschwierigkeiten - der Stil ist gerade auf den ersten Seiten ein wenig gewöhnungsbedürftig - belohnt jede Zeile mit Lebensimpulsen. Und das sowohl für das vergangene als auch für das zukünftige Leben. Die dem Leben Paul Gaugin nachempfundene story bedient viele Künstler-Klischées - die so häufig der Wirklichkeit entsprechen! Wer Paris + dessen Zauber kennt, wird nicht mehr loskommen von diesem Buch - und wird als nächstes eine "wahre" Biographie über Gaugin ordern, um dem schriftstellerischen Können und den schriftstellerischen Phantastereien Maughams gerecht werden zu können. So ganz anders als Stones' Künstler-Biographien, lernt der Leser, sich selbst zu hinterfragen + eventuell auch einigen Mut aufzubringen. Nicht unbedingt für ein Leben auf Haiti, aber vielleicht doch zumindest für einen ausgedehnten Aufenthalt in Paris + einen Kreativ-Kurs in egal welcher Disziplin. Ein Buch, das 5 Sterne + mehr verdient - für Mußestunden (evtl. Urlaub) zu empfehlen. Benissimo!
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Brillianter Roman über einen genialen Maler,
Von Manfred Orlick (Halle, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (TOP 100 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Silbermond und Kupfermünze (Taschenbuch)
"Silbermond und Kupfermünze" erzählt die Geschichte eines genialen Malers. Der vierzigjährige Londoner Börsenmakler Charles Strickland durchbricht unerwartet seinen bisherigen Lebenskreis, verläßt Frau und Kinder und gibt materielle Sicherheit und bürgerliche Existenz auf, um fortan nur noch zu malen. Von fanatischem Schaffensdrang besessen, alle künstlerischen und gesellschaftlichen Konventionen mißachtend, führt er erst in Paris, dann in Marseille ein armseliges Dasein. Auf Tahiti findet er schließlich, wonach er verzweifelt sucht: Schönheit und paradiesische Unschuld. Hier entstehen seine fremdartig-schönen Meisterwerke, bevor sich sein tragisches Schicksal vollendet. In der Gestalt Stricklands spiegeln sich unverkennbar Züge des französischen Malers Paul Gauguin, obwohl es nicht William Somerset Maughams (1874 - 1965) Absicht war, einen Gauguin-Roman zu schreiben. Ihn interessierte vielmehr das Problem des künstlerischen Genies und seiner Durchsetzung in der bürgerlichen Gesellschaft, das er aus verschiedenen Blickwinkeln erhellt, ohne dem Leser eine bequeme Lösung zu präsentieren. Manfred Orlick, Halle
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