Helen war einst eine wunderschöne Frau, die jung starb. Doch anstatt in den Himmel zu kommen, fristet sie ihr Dasein als Geist, immer an einen sterblichen Künstler gebunden, um diesem als Muse zu dienen'
Viele Schriftsteller hat Helen leben und sterben sehen und ist nun an einen Hochschulprofessor gebunden, der im Geheimen an einem Buch arbeitet und sich von ihr inspirieren lässt.
Jeden Tag begleitet Helen ihren 'Bewahrer' in die Schule und liebt es, den Kindern im Unterricht zuzusehen. Niemand nimmt von ihr Notiz, selbst wenn sie einen Vorhang zum flatter bringt oder Zettel auf den Boden fallen lässt.
Doch ihr tristes Dasein ändert sich, als ihr die Augen eines siebzehnjährigen Jungen folgen und ihr dieser zulächelt! Helen kann es anfangs kaum glauben, dass sie von einem Sterblichen wahrgenommen wird- doch als sie sich öfters mit dem Jungen trifft und sogar mit ihm redet, offenbart er ihr sein Geheimnis: Er hieß einst James und war auch ein Geist- bis er den Körper eines Jungen und dessen Leben übernommen hat. Helen fühlt sich sofort zu James hingezogen und beiden wird klar, dass sie das Schicksal zusammengeführt hat'
Einige Wochen später offenbart James seiner stofflichen Geliebten einen tollkühnen Plan: Um sich auch körperlich lieben zu können, muss Helen den Körper einer jungen Frau übernehmen. Dieses Unterfangen stellt sich aber als schwieriger als gedacht heraus, denn eine dunkle Macht übernimmt die Körper der 'verlorenen Seelen'.
Als Helen endlich einen geeigneten Körper gefunden hat und versucht, in ihn zu schlüpfen, ahnt sie noch nicht, welche Konsequenzen dies auf sie und ihren 'Bewahrer' haben wird'
Laura Whitcomb hat mit 'Silberlicht' eine wahrlich zauberhafte Liebesgeschichte geschrieben, in der nicht immer alles so läuft, wie man es gerne hätte.
Die Frage, ob es ein 'Happy End' gibt, klärt sich erst auf den letzten Seiten.
Es war mir von Anfang an klar, dass sich dieses Buch an die weibliche Leserschaft richtet und deshalb wenig 'Action' zu finden ist. Doch dies tut dem Lesegenuss keinen Abbruch- im Gegenteil! Das Buch ist gut strukturiert und mit einer Liebe zur blumigen Formulierung geschrieben.
Man versinkt bereits auf der ersten Seite in einen Wachtraum, der den Leser nicht mehr loslässt. Obwohl sich die Geschichte auf ein paar wenige Personen und Umgebungen beschränkt, versteht es die Autorin ausgezeichnet, eine so dichte Atmosphäre aufzubauen, wie ich es selten erlebt habe. Ich hatte immer das Gefühl, die Protagonisten seien real.
Zwar ist die Handlung an einigen Stellen ein wenig zu vorhersehbar, doch nie wirklich kitschig. Es gibt einige Stellen, die etwas langatmig geschrieben sind, doch gut zum Gesamtkonzept passen.
Ich kann es nicht richtig in Worte fassen- das Buch hat seine eigene Magie. Nichts ist überhastet oder 'unfertig'.
Mein Fazit: Eine gut geschriebene Liebesgeschichte, die es versteht, den Leser zu fesseln und in eine fremde Welt zu entführen. All jenen zu empfehlen, die mehr Wert auf eine gut durchdachte Geschichte als auf Action legen.
Ich freue mich schon auf weitere Bücher von Laura Whitcomb.