Die Konstellation des Romans mag nicht unbedingt neu sein: Ein geheimnisvoller Schatz, den die Guten, vor den Bösen finden wollen. Alle Beteiligten hangeln sich durch die Geschichte von Hinweis zu Hinweis.
Wenn man aber ohne Erwartungen an das Buch heran geht, ist es richtig gut, denn schließlich kommt es ja darauf an, WIE die bekannten Zutaten vermischt werden und WIE die Helden der Geschichte schließlich ans Ziel kommen. Und Geheinisse gibt es in der Menschheitsgeschichte ja noch genug. Bei James Bond z.B. weiß man ja auch das er gewinnt, aber die Frage ist halt immer das WIE, dass das ganze interessant macht.
Man kann sich bei diesem Roman leicht in die Geschichte einfinden, weil der Autor mit zwei Studenten zwei aus dem Leben gegriffene Hauptfiguren gewählt hat, also keine knochenharten professionellen Abenteurer, die in schier ausweglose Situationen geraten, sondern hier kann man sagen, es könnte dir oder mir auch passieren. Der Roman ist flott geschrieben, ohne unnötigen Balast, der die Handlung aufhält und die neuen Hinweise, die zum nächsten führen, werden schon in recht gelungenen Abständen erfaßt und man weiß bis zum Ende wirklich nicht, worum es geht.
Für jemanden der zwischendurch einen 350 Seiten Roman lesen möchte, der leichte Abenteuerkost ist und tolle Unterhaltung bietet und den man an einem regnerischen Tag in einem Zug durchlesen kann, ist hier goldrichtig.
Kein Roman, der im Gedächtnis hängen bleibt, aber wie gesagt als unterhaltsamer Lesesnack zwischendurch zu empfehlen.
Für mich ein wenig befremdlich war hier in Punkto Logik eigentlich nur, dass die Hauptfiguren bei den Worten "Atlantik, 1912, Schiff" nicht auf die Titanic kamen, was man als Mensch mit Allgemeinbildung wissen sollte, zumal beide Arbeiten über Meeresströhmungen schreiben und sogar erwähnt wird, dass der Roman ziemlich kurz nach dem Erscheinen von James Camerons Titanic spielt. Aber das war dann auch schon der einzige große Schnitzer, wie ich finde.
Im übrigen gibt es zu dem in diesem Roman beschriebenen Schatz noch einen Roman. Wer es statt abenteuerlich eher nervenzerfetzend und unheimlich mag, sollte unbedingt den Roman "Riptide" vom Duo Douglas Preston/Lincoln Child lesen. Deren Roman spielt nahezu komplett am Schauplatz auf den hier alles hinaus zum Ende hin hinaus läuft und deren Story ist Thrill und Horror pur.