Auf den erstens Seiten erfolgt zunächst eine Analyse des, von den USA dominierten, Weltfinanzsystem. Es folgen Betrachtung, warum Finanzkrisen manchmal zu einer Deflation und manchmal zu einer Inflation führen und welche Folgen der Aufstieg der Schwellenländer hat. Anschließend werden Krisen der Vergangenheit aufgezeigt und andere Assetklassen bewertet. Im Anschluss kommt der Autor dann (endlich) zum eigentlichen Buchthema "Silber". Vernünftig strukturiert werden nacheinander die Bereiche, Silber in der Historie, die Angebots- und Nachfrageentwicklung und die verschiedenen Anlagemöglichkeiten (z.B. Silberaktien, physisch, Zertifikate, Fonds usw.) abgehandelt.
Zunächst muss man festhalten, dass, wenn bei diesem rund 250 Seiten umfassenden Buch erst ab Seite 150 über Silber geschrieben wird, schlicht das Buchthema verfehlt wurde oder man aber bewusst aus verkaufstaktischen Gründen einen irreführenden Buchtitel gewählt hat.
Rein inhaltlich verfügt der Autor sicherlich über unbestrittene Fachkenntnisse im Bereich Silber und auch seine sonstigen Ausführungen sind, sofern sie auf tatsächliche Fakten beruhen, durchaus lesenswert. Besonders erwähnenswert ist die interessante Darstellung, auf welche Art und Weise Staaten (nachträglich) Inflationsgewinne, insbesondere von Immobilienbesitzern, abschöpfen.
Insgesamt unterliegt der Autor jedoch offensichtlich einem psychologischen Effekt der oft zu beobachten ist, wenn sich Personen nur noch mit einer Anlageklasse beschäftigen. Sie verlieben sich dann regelrecht in diese und klammern alles Negative aus. So wird geflissentlich verschwiegen, dass Edelmetall bei längerfristigen Betrachtungen (ca. 50-100 Jahre) die unrentabelste Anlageklasse sind, selbst unrentabler als Anleihen. Auch dass die Produktionskosten von reinen Silbermienen derzeit weit unter dem Silberpreis liegen und daher zumindest mittelfristig mit einer erheblichen Zunahme der Fördermenge zu rechnen ist, wird mit keinem Wort problematisiert. Zuletzt werden auch recht oberflächlich die Rendite anderer Assetklassen "runtergerechnen". Bei den Aktien bezieht sich der Autor beispielsweise meist nur auf Deutsche Aktien und nicht auf ein international differenziertes Portfolio und "vergisst" außerdem noch die Dividenden, obwohl diese längerfristig etwa die Hälfte des Ertrags ausmachen.
Fazit:
Das Buch ist verständlich und unterhaltsam geschrieben und man bekommt zuweilen auch durchaus die eine oder andere interessante Erkenntnis. Leider gehen tatsächliche Fakten, vermeidliche Fakten und subjektive Schlussfolgerungen wild durcheinander, so dass ich empfehle nicht nur auf Grundlage dieses Buches Investitionsentscheidungen vorzunehmen.