Während sich die meisten Engländer an der musikalischen (und auch sonst) Belanglosigkeit Robbie Williams erfreuen oder an den Dauerlangweilern Coldplay, kommen Mattafix mit etwas neuem, das zwischen Hip-Hop, Trip-Hop und schlicht Pop angesiedelt ist. Durchweg melancholisch, minimalistisch und monoton, aber unkonventionell genug, um immer wieder gehört werden zu wollen. Der Einsatz der (insgesamt vielen verschiedenen) Instrumente ist so gezielt und dezent, die Leadstimme so facettenreich und das Songwriting so entschlossen, dass ich als Hörer überhaupt nicht genau sagen kann, warum ich es gut finde. "To & Fro" ist genial. Der seltsam versetzte Beat reibt sich am monotonen Keyboard. Die Backing Vocals sind genial gesetzt. "Gangster Blues" hat eine irre Melodie und "Big City Life" schlicht innovativ. "The Means" rockt fast, "Clear and present danger" ist schon fast positiv gestimmt. Einige Nummern wiederum fallen ganz klar ab, z.B. der Lückenfüller "Older". Negativ ist, dass die Keyboards und der Drum-Computer zuweilen wie aus der Konserve klingen. Darum nur 4 Sterne.
Dennoch ein starkes Album. Seit ich es habe, kommen bei verstärkt Tricky und Portishead zu Einsatz. Mit dem Unterschied, dass diese Scheibe hier eher poppig ist. Ich kann es kaum erwarten, Mattafix live zu sehen.
Textlich geht es überwiegend um Integration, Toleranz und Beziehung. Und, gott sei Dank, nicht um Robbie Williams.