„Gestatten? Rossi." Laut Bruno Bozzetto, dem Schöpfer des Herrn Rossi, „hat der sich mit seinem Hund Gaston vom Zeichentrick-Rummel zurückgezogen und lebt nun auf einer Hühnerfarm in Tirol". Vielleicht hat Herr Rossi dort sein Glück gefunden? Wird er sich zu einer Fortsetzung der Serie überreden lassen? Ich habe keine Antworten auf diese Fragen. Einen Interviewtermin wollte mir Herr Rossi nicht gewähren. Die ungewisse Wartezeit versüßt uns 70er-Kindern der Soundtrack. Denn wir lieben unseren Herrn Rossi, den tragikomischen Otto Normalverbraucher und Verlegenheits-Single, den stetig von Arbeitslosigkeit bedrohten chronischen Verzweifler, der in abenteuerliche Tagträume flüchtet, um die Welt ertragen zu können. Nicht zuletzt lieben wir ihn wegen seiner tollen Synchron-Stimme, die ihm F.W. Bauschulte geliehen hat, der überragende Edgar Ott spricht Gaston. Ja, zum Glück sind einige Dialoge auf den 35 Stücken der CD erhalten, ein anderer Teil ist in Italienisch und Englisch, was man gern erträgt. Der virtuose Wortschmied der deutschen Dialoge, Michael Miller, ist leider schon verstorben. „Herr Rossi sucht das Glück", dieser knuffige Titelsong, ist gleich viermal vertreten: auf deutsch (hier schwankt das Timing des Synchron-Chors erheblich!), auf italienisch, auf englisch und instrumental. Das ist quasi die Maxi-CD, versteckt in der CD, zumal dasselbe Thema im „Rossi Easy Background" erneut verarbeitet ist. Hervorheben muß ich eine handvoll weiterer Tracks wie „Tutankamen Cha Cha Cha", den „Spooky Twist", das „Parapapa Perepepe" und den Song der Fee (zauberhaft mütterlich gesprochen von Inge Wolfberg). Die Liedchen schrieb ein gewisser Franco Godi. Ihm sei an dieser Stelle für seine knuffigen Ideen gedankt! Nun gut. Vieles hier klingt nach dem großen „Manamana" der Sesamstraße, aber alles ist gefühlstriefende Fernseh-Erinnerung, der ich mich nicht entziehen kann und will - nach dem Motto der Rossi-Serie „Andere können alles haben/können sich an Feinstem laben/und von eben diesen Gaben/möcht' Herr Rossi auch was haben."