Der Untertitel "Die biologischen Gesetze der Partnerschaft" charakterisieren des Inhalt des Buches weit besser als der reißerische Titel selbst. Das Buch richtet sich mehr an den wissenschaftlich vorgebildet Interessierten als an den Laien, der sich erhofft ein paar Tipps für den nächsten Flirt zu holen. Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass das Buch mehr ein Abfallprodukt von ein paar Vorlesungsmanuskripten als ein Werk aus einem Guss ist. Teilweise wird der Stand der Wissenschaft in Form einer Literaturübersicht dargestellt, was aber wegen der sich widersprechenden Ergebnisse dazu führt, dass der Leser sich so manches Mal entnervt fragt, was denn nun letztlich stimmt, oder ob er das soeben gelesene gleich wieder getrost vergessen kann, weil eine Antwort auf die aufgeworfene Frage einfach noch nicht existiert. Der einzige Lerneffekt aus diesen Passagen ist, dass man sieht, wie mühsam die Wissenschaft versucht, der Natur einige Antworten abzuringen. In weiten Teilen des Buches werden dann Forschungsarbeiten der Arbeitsgruppe von Herrn Grammer referiert, aber die Signifikanz der Ergebnisse dieser Diplom- oder Doktorarbeiten steht meiner Erachtens in keinem Verhältnis zu dem Raum, der Ihnen eingeräumt wird. Die wesentlichen Aussagen des Buches hätte man auf weit weniger als auf 500 Seiten unterbringen können (so ist zum Beispiel in einem jüngst erschienen Artikel in einem Bild-der-Wissenschaft-Sonderheft auf 4 Seiten der Ablauf eines Flirts beinah genauso gut beschrieben wie auf den 130 Seiten in Grammers Buch). Schmerzlich aufgefallen ist mir schließlich die mangelnde Strukturierung des Buches; manche Themen werden an verschiedenen Stellen angeschnitten und zu anderen Themen, zu denen man gern mehr gelesen hätte, bricht die Beschreibung abrupt ab. Zwar enthält das Buch einige bis viele (je nach Vorkenntnissen) interessante Detailinformationen, aber diese bleiben all zu oft fragmentiert; der verbindende Überbau fehlt einfach.