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Sigmund Freud - Genie oder Scharlatan?: Eine kritische Einführung in Leben und Werk
 
 
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Sigmund Freud - Genie oder Scharlatan?: Eine kritische Einführung in Leben und Werk [Taschenbuch]

Herbert Selg
2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
Preis: EUR 15,00 kostenlose Lieferung. Siehe Details.
  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 126 Seiten
  • Verlag: Kohlhammer (1. Januar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3170173693
  • ISBN-13: 978-3170173699
  • Größe und/oder Gewicht: 21,5 x 13,6 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 786.798 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Herbert Selg
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Selg verfolgte [...]nicht nur das Ziel, ein kritisches Bild des Menschen Freud zu liefern. Gleichzeitig sollte auch eine kompakte und verständliche Einführung in das Gesamtgebäude der Psychoanalyse nach Freud gegeben werden. Dies gelingt dank der lebendigen, knappen, präzisen und plastischen Schilderung hervorragend." ZfPP

Kurzbeschreibung

Das Buch führt knapp und allgemein verständlich in das Leben und Werk Sigmund Freuds ein. Der Autor berücksichtigt alle wichtigen Elemente der Biographie Freuds und seiner psychoanalytischen Theorie, konzentriert sich aber auf das Wesentliche, u.a. auf die bedeutendsten Falldarstellungen. Das Werk steht bewusst im Gegensatz zur marktbeherrschenden Vielzahl unkritischer Freud-Texte und will vor allem diejenigen ansprechen, die bislang nicht von der Kritik an Freud erreicht worden sind.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "sstohl4"
Format:Taschenbuch
Das wichtigste zuerst: Wer ein überzeugter Anhänger der Psychoanalyse ist, sollte sich die Lektüre des Textes ersparen - oder das Buch gerade deshalb lesen. Wer dieser Form der Therapie kritisch gegenübersteht, erhält einen umfassenden Fundus an Informationen, die diese Einstellung stützen. Das Buch ist rundweg sehr gut und leichtverständlich geschrieben, bisweilen aber auch tendentiös und polemisch. Deshalb ist es als Einstieg in das Thema nur bedingt geeignet. Die empirische, statistische Bewertung der Analyse-Erfolge/-Misserfolge ist zu kurz geraten.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
22 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sachkundige und faire Kritik 27. Oktober 2002
Format:Taschenbuch
Bücher über Sigmund Freud und die Psychoanalyse, auch kritische, gibt es, wie Herbert Selg anmerkt, schon sehr viele. Wozu also noch eines? Der Autor gibt zur Antwort: Sein Ehrgeiz war es, eine kurze, allgemeinverständliche und kritische Einführung in Leben und Werk des Begründers der Psychoanalyse zu schreiben. Sein Vorhaben, dies sei vorweggenommen, ist ihm geglückt.

Selg stellt in chronologischer Folge wichtige Stationen aus Freuds Leben und Arbeiten vor. Dabei kommt auch der Mensch Freud nicht zu kurz. Der Autor berichtet dabei, durchaus mit Sympathie, Anekdotisches etwa über Sigmund Freuds leicht sarkastischen Humor. (So soll Freud, als seine Bücher zusammen mit denen von Marx und Tucholsky von den Nationalsozialisten verbrannt wurden, angemerkt haben: "Wenigstens brenne ich in der besten Gesellschaft").

Diesen Rahmen füllt Selg mit einer Einführung in das Gedankengebäude der Psychoanalyse. Dabei werden die Veröffentlichungen einzelner wichtiger Werke Freuds zum Anlass genommen, jeweils den entsprechenden Aspekt der Theorie zunächst angemessen, sachkundig und verständlich darzustellen und sodann skeptisch-kritisch zu hinterfragen. Dabei wird auch für den Leser, der sich bislang mit der Psychoanalyse und ihrer Kritik nur oberflächlich oder gar nicht beschäftigt hat, deutlich, worin der Vorwurf der Pseudowissenschaftlichkeit gegen die Psychoanalyse seine Ursachen hat.

Ein Beispiel: Freud postuliert, dass jeder Traum eine Wunscherfüllung sei. Dem scheinen unangenehme und Albträume zu widersprechen. Freud entgegnet auf diesen Einwand, dem Albtraum läge die Erfüllung eines (vom bewussten Ich) "verbotenen" Triebwunsches zugrunde. So hat eine Frau, die in einem Albtraum von Männern verfolgt wird, "eigentlich" den Triebwunsch, von Männern begehrt und bedrängt zu werden. Jedoch mag sie sich gewissermaßen diesen Wunsch nicht eingestehen: Ihre Angst im Traum ist Ausdruck ihres Widerstandes gegen den Wunsch.

Selg schreibt hierzu: "Dieses Beispiel zeigt, dass Freuds Deutungen nicht widerlegt werden können (und damit unwissenschaftlich sind, wenn man nur halbwegs strenge Kriterien anlegt). Was immer wir träumen, ein Freudianer kann eine Wunscherfüllung hinein interpretieren: Entweder können wir diese relativ leicht nachvollziehen und ihm recht geben - oder aber der Analytiker gibt uns eine Deutung von der Art wie im soeben geschilderten Beispiel von der Frau, die sich verfolgt fühlte" (S. 39). Noch krassere und unfreiwillig komische Beispiel folgen: So steht der Hut im Traum für das männliche Genitale, wie Freud ausführlich darlegt. Aus anderen Fällen wisse er (Freud) aber, dass der Hut auch für ein weibliches Genitale stehen könne: "Besser als Freud es hier selber tat, kann man die völlig unverbindliche Beliebigkeit seiner Symboldeutungen nicht karikieren" (S. 41).

Selg gelingt ein umfassender, ausgewogener und fairer Überblick über die Psychoanalyse. In einigen Teilen merkt man dem Autor seine persönlichen Schwerpunkte an. Etwa als es über den Wandel von der Verführungstheorie (Neurosen entstehen durch sexuellen Missbrauch in der Kindheit, was Freud ursprünglich annahm) zur Ödipustheorie (der erinnerte Missbrauch ist nur eingebildet, war eigentlich ein Wunsch des Kindes, Freuds spätere Position) zu berichten gilt: Selg hat das Thema der sexuellen Kindesmisshandlung (bzw. ihrer Prävention) eingehend beforscht. Bei der Darstellung von Freuds "Todestrieb" bzw. seiner Aggressionstheorie erkennt man Selg als Kritiker der ethologischen Aggressionstheorie nach Lorenz wieder. Jedoch nehmen diese Schwerpunktsetzungen keinen allzu breiten Raum ein.

Ein Ausblick auf die Zukunft der Psychoanalyse schließt das Werk. Selg sieht Freuds Lehre weiterbestehen, auf dieselbe Art wie andere längst widerlegte Pseudowissenschaften: "Nein, die Psychoanalyse ist nicht am Ende; sie lebt und wird uns erhalten bleiben; der Schornsteinfeger bringt uns weiterhin Glück; die Astrologie sagt uns weiterhin die Zukunft voraus; und die Psychoanalyse ist gewiss so unsterblich wie andere Märchen auch" (S. 105).

Das Buch ist makellos, soweit ich es beurteilen kann. Kein Verehrer Freuds wird Selg "Freud-Bashing" (das Verhöhnen und Niedermachen von Freud als Person) unterstellen könne, keiner wird grobe Fehler ausmachen können. Solche Fehler machen häufig den Wert eines kritischen Buches als Argumentationshilfe zunichte, kann doch nun der Anhänger der Psychoanalyse mit Recht behaupten, man solle sich erst mal ernsthaft mit dem Kritisierten auseinandersetzen, ehe man sich eine Meinung erlaube. Es hebt sich nicht nur wohltuend von den vielen "Hagiographien" (Heiligenbeschreibungen, wie Selg sie nennt) über Freud ab, es ist damit auch empfehlenswerter als andere allgemeinverständliche Bücher zur Psychoanalysekritik, wie z.B. Dieter E. Zimmers "Tiefenschwindel" (Zimmer unterlaufen eben einige Schnitzer, zudem ist seine Auffassung davon, was die wissenschaftliche Psychologie macht bzw. machen sollte, nicht immer ganz sachkundig). Zudem ist "Sigmund Freud ? Genie oder Scharlatan" ein Buch, dass sich angenehm an einem Strandtag im Urlaub (oder einem verregneten Sonntag zuhause) lesen lässt.

Das Buch sei all jenen empfohlen, die sich immer wieder hilflos psychoanalytischen Versatzstücken gegenübersehen, die aber zuwenig über die Psychoanalyse wissen, als dass sie in eine Diskussion bestehen könnten. Aber auch diejenigen, die sich schon länger mit dieser psychologischen Pseudowissenschaft auseinandersetzen (und die ihre Mühe haben, Außenstehenden deutlich zu machen, dass es neben der Psychoanalyse auch eine erfolgreich forschende wissenschaftliche Psychologie gibt), können das prägnante und lesbare Büchlein gut brauchen.

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4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Am eigenen Titel gescheitert 23. Oktober 2003
Von Sebald
Format:Taschenbuch
Ein wunderbares Werk, wenn man Freud in der Weise demontieren will, ihn der ihn seine Anhänger vergöttern. Aber leider hat der Autor seinen Titel nicht ernst genommen und beschränkt sich darauf, Freud ausschließlich als Scharlatan, der krankhaft ruhm- und (zunächst) geldsüchtig war, hinzustellen. Schade drum, denn der routinierte Forscher und Autor Selg müsste es besser können.
Herausgekommen ist also ein Buch, das einseitig das Ansehen Freuds in der Öffentlichkeit beschädigen will. Als Grund soll die Unwissenschaftlichkeit Freuds herhalten, aber der Autor selbst geht nicht neutral, sondern tendenziös bis polemisch vor - also unwissenschaftlich - und scheut sich nicht, psychoanalytische Deutungen auf Freud selbst anzuwenden, ohne dies zu hinterfragen bzw. als Verhöhnung klarzustellen. Er ist sich nicht einmal zu schade, den Menschen Freud zu beurteilen, um sein Werk zu disqualifizieren, was auch mit neutralen, fairen Mitteln problemlos möglich wäre.
Trotzdem ist das Buch wichtig, weil es Freud-Fans durchaus auf einige Schwächen ihres Idols und dessen "Lehre" aufmerksam macht, dabei kurz und gut lesbar geschrieben ist. So kann es z.B. Studieninteressenten der Psychologie gleich zu Beginn den Zahn ziehen, dass wissenschaftliche Psychologie und psychoanalyse mehr gemeinsam haben als die Buchstabenfolde "Psycho".
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