Sigmund Freud, wer kennt ihn nicht oder besser gesagt, wem ist der Name kein Begriff. Freud ist auch heute noch DER Psychoanalytiker schlecht hin und Begriffe wie "Ödipus-Komplex" oder "Freudscher Versprecher" sind heute noch geläufig. Wer aber macht sich wirklich die Mühe, anspruchsvolle Bücher über Freud und auch von Freud zu lesen. Christian Moser bietet mit seinem kleinen Werk eine Alternative für diejenigen, denen es genügt, nur ein paar Einblicke in Freuds Leben zu erhaschen.
Ich war mir nicht sicher, ob ich mir dieses Buch kaufen soll, zu groß war die "Angst" ein triviales und vor Unsinn strotzendes Werk zu erhalten. Wie gut, dass ich mir dieses Büchlein trotzdem besorgt habe.
Moser versteht es auf sehr intelligente Weise und feinem, pointiertem Humor Freuds Leben und Werdegang zu erzählen, ohne platt und niveaulos zu werden. Gut recherchiert und in einer leichten, verständlichen aber keineswegs farblosen Sprache berichtet er aus der Perspektive einer Couch. DER Couch! Nämlich Freuds Couch. So schiebt er von vornherein eventuell vorkommende Fauxpas sogleich von sich weg, in dem er ja ausdrücklich bemerkt, nur als Ghostwriter für Freuds Couch tätig zu sein.
Und diese Couch hat eine wunderbare Art von ihren Erlebnissen mit Freud, seiner Familie und auch seinen Freunden und Patienten zu erzählen. Selbstverständlich wahrheitsgetreu, aber mitunter doch mit kleinen Spitzen in die eine oder andere Richtung. So macht die Couch auch kein Hehl daraus, dass sie Freuds Tochter Anna nicht ausstehen kann.
Wer gerne Einblicke in Freuds Leben haben möchte, aber keine trockene oder schwer verständliche Biografie lesen möchte, für den ist Christian Mosers Werk wie geschaffen. Man liest das Buch gern in einem Rutsch durch, da die Leichtigkeit der Erzählung und der subtile Humor einem das Buch nicht mehr aus der Hand legen lassen.
Absolut empfehlenswert!