Zuerst einmal die bekannten Fakten:
- Konverter verbessern die optische Leistung des Objektives nicht
- Konverter verringern die Lichtstärke des angesetzten Objektives ( hier um eine Blende )
- Konverter beeinlussen die AF-Funktion je nach Lichtstärke des angesetzten Objektives zwischen
geringfügig langsamer bis geht überhaupt nicht > MF / Hat das Objektiv eine Anfangslichtstärke
von 4 und geringer ist i.d.R. nur noch MF möglich
- die mit dem Konverter erreichte Brennweitenverlängerung hat deutlich spürbare Auswirkungen auf
die Verwacklungsgefahr, man sollte also auch die längstmögliche Belichtungszeit für
Freihandaufnahmen ( Belichtungszeit ist der Kehrwert der Brennweite in mm) um den
Konverterfaktor verkürzen: also 400-mm-Tele mit 1,4x Konverter ergeben 560 mm Brennweite,
rein theoretisch also 1/560 s längstmögliche Belichtungszeit, besser noch etwas kürzer, und
bitte auch den Crop-Faktor der Kamera berücksichtigen, sofern kein Vollformat! )
- das heißt, man ist sehr oft mit dem Einbein- oder Dreibeinstativ unterwegs, erhöht manchmal
auch die ISO-Werte ( Rauschen! )
Wenn einem dies klar ist, dann hat man an diesem Konverter sehr viel Freude, denn:
- die optische Leistung ( apochromatische Korrektur ) ist in Verbindung mit entsprechenden
Sigma-Objektiven gut und etwas ( 1 Stufe ) abgeblendet sogar sehr gut.
- der Lichtverlust hält sich in Grenzen, nämlich 1 Blende. So wird aus meinem Sigma 120-400mm/
4,5 - 5,6 ein 168-560mm/7,1-8,0 OS HSM. Hier ist zwar nur noch MF möglich, aber in Verbindung
mit LifeView, Stativ, Spiegelvorauslösung gelingen punktgenau fokussierte Aufnahmen.
- die mechanische Qualität ist grundsolide, der Konverter sitzt bombenfest an Objektiv und Kamera
- der 1,4 fache Brennweitengewinn deutlich spürbar und damit effektiv
- das zusätzliche Gewicht kaum spürbar
Ich selbst verwende den Konverter mit folgender Technik:
Canon EOS 60D ( trotz hochauflösendem 18-MP-Chip keine gravierenden Auflösungsverluste )
Sigma 120-400mm / 4,5-5,6 OS HSM APO DG ( Natur- & Tierfotografie )
Was vielleicht noch interessant sein könnte:
Ich verwende diesen Konverter auch mit Original-Canon Festbrennweiten:
EF 2,8/200 L USM ( nicht die IIer-Version! )
- hier hab ich dann ein 4,0/280-Tele, bei dem der Konverter alle Daten von der korrigierten
Blende bis zur vergrößerten Brennweite korrekt durchschleift und auch in den EXIF-Daten wird
alles passgenau wiedergegeben! Der Autofokus arbeit aber deutlich langsamer, so dass ich oft
manuell fokussiere. Optisch schon bei Offenblende knackscharf und die ideale Urlaubskombi!
EF 2,8/100 Macro USM
- hier hab ich ein 4,0/140er-Macro mit gleicher Naheinstellgröße und deutlich vergrößertem
Abbildungsmaßstab. Leider erkennt der Konverter das Objektiv nicht, so dass manuelle Korrektur
und manueller Fokus nötig sind, aber im Makrobereich ist das für mich kein Problem.
Auch hier schon bei Offenblende knackscharf!
Achtung, dies sind meine Erfahrungen mit den benannten Objektiven. Da der Konverter bauartbedingt eine leicht vorstehende Frontlinse zum Objektiv hin hat, muss jeder für sich entscheiden, ob er dies seinem Objektiv zumuten kann und will. Definitiv funktioniert das nicht bei EF-S-Objektiven und bei kürzeren Brennweiten!!!
Ich hatte mir zum Vergleich den 2xKonverter mitbestellt, diesen aber auf Grund der extrem angestiegenen Verwacklungsgefahr, dem sehr eingeschränktem Einsatzspektrum ( eigentlich nur mit
Dreibein, nur abgeblendet, damit sehr langen Belichtungszeiten oder hohen ISO-Werten, Spiegelvorauslösung, Fernauslöser ) und der doch merklich geringeren Abbildungsleistung an meinen
Objektiven wieder zurückgesendet.
Fazit Sigma APO 1,4x-Telekonverter:
Für mich eine sehr sinnvolle Ergänzung meiner Ausrüstung, ich habe mehr Spielraum mit der Brennweite, nutze einen Konverter an 3 verschiedenen Objektiven mit guter bis sehr guter
Qualität und dies zu einem m.E. angemessenem Preis. Für mich stellt der Konverter eine sehr
gute Erweiterungsreserve um 40 % dar, die ich gezielt und in punkto Qualität reuelos einsetzen kann.
Klare Empfehlung: 5 Sterne!