Auch für diese Rezension habe ich mal wieder ein Video erstellt, wo ich das Objektiv einmal live zeige, demonstriere wie es funktioniert und aufgebaut ist und es im Einsatz zeige. Außerdem hab ich an das Video noch einige Beispielfotos rangehangen, damit man sich einmal selbst einen Eindruck machen kann. Ich bitte dabei, speziell am Anfang die Tonqualität zu entschuldigen, Outdoor hört man scheinbar selbst dann Windgeräusche, wenn es eigentlich gar nicht windig ist. Auch die Lichtreflektionen, wenn man die Kamera von Links sieht bitte ich einfach zu übersehen ;) Ich eben doch kein Profikameramann, aber da ich die Rezension so mag wie sie ist, habe ich mich entschlossen Sie dennoch zu hochzuladen, ich hoffe dass sie informativ und hilfreich ist.
Wenn man die Qualität dieses Objektives bewerten möchte muss man sich immer vor Augen halten, dass sie ein Allrounder und es ist fast egal in welchem Bereich man sich bewegt, Allrounder haben den Nachteil, dass sie alles ein bisschen können, aber nichts so wirklich. Ganz so weit würde ich bei diesem Objektiv nicht gehen, aber natürlich muss man Einschränkungen hinnehmen. Spiegelreflexkameras sind ja eben auch speziell dafür gedacht, dass man die Objektive wechselt und je nach Situation das passende Objektiv wählt. Ideal sind eigentlich Festbrennweiten, da diese meistens sehr, sehr Lichtstark sind und man mit ihnen die tollsten Fotos machen kann. Das muss man sich immer vor Augen führen, wenn man ein Objektiv wie dieses bewertet. Schaut man sich in DSLR- bzw. Fotografie-Foren um, kommen solche Superzoomobjektive eigentlich durch die Bank schlecht weg, und es wird einem immer zu Alternativen geraten, die meistens aus mindestens zwei Objektiven, einem Weitwinkel- und einem Teleobjektiv.
Aber dennoch gibt es immer wieder Situationen wo sich der Otto-Normal-Verbraucher so ein Reisezoomobjektiv wie dieses wünscht. Eben vor allem auf Reisen. Ich denke viele dürften die Situation schon erlebt haben. Man ist unterwegs, hat seine relativ neue DSLR eingepackt und möchte viele tolle Fotos schießen. Man ist unterwegs und entdeckt hier ein Motiv für das man ein Teleobjektiv benötigt. Also schnell aufgeschraubt. Hinter der nächsten Ecke hat man dann etwas, was man aus nächster Nähe in seiner ganzen Pracht im Bild haben möchte, also muss die Begleitung kurz das Objektiv halten, während man wechselt. Und dann hat die Begleitung selbst vlt. eine Bridgekamera dabei, mit der sie zwar nicht so viele Möglichkeiten hat, aber einfach in jeder Situation die passende Brennweite zur Verfügung hat. Spätestens in den Momenten wünscht sich jeder, der mit Begriffen wie chromatischer Aberration nicht viel anfangen kann, so ein Superzoomobjektiv wie dieses her, und meiner Meinung nach ist man dann goldrichtig damit bedient, wenn man sich eben bewusst ist, dass man hier einen Allrounder kauft.
Sprich, gerade im Telebereich ist das Objektiv ziemlich lichtschwach. Allerdings haben die meisten reinen Teleobjektive in den günstigeren Preisklassen hier ähnlich schwache Werte, so dass man dieses zwar anmerken sollte, in Relation gesehen ist dies nicht ganz so schlimm. Man sollte nur eben entweder ein Stativ dabei haben, falls man in lichtschwachen Situationen fotografieren möchte, oder den ISO Level hochschrauben, auch wenn dies das Bildrauschen deutlich erhöht.
Mit 475g ist es deutlich leichter als sein Vorgänger, aber immer noch schwerer, als viele andere Objektive. Auch hier muss man bedenken, dass man sich das rumschleppen von zwei Objektiven erspart.
Apropos Vorgänger: wie schon im Video erwähnt heißen die beiden Objektive ja fast gleich bis auf das "Macro" im Namen, jedoch wurde das Objektiv von Grund auf neu konstruiert, so dass es nicht einfach nur ein up-gedates altes 18-250mm ist.
Und wo wir gerade bei Macro waren: Auch hier macht sich das Objektiv erstaunlich gut. Richtig krasse Tiefenunschärfeeffekte sind zwar nicht wirklich möglich, aber ein wenig mit der Tiefenunschärfe kann man schon spielen und die Makrobilder sehen ganz ordentlich aus. Wer ein wenig mit Makros rumprobieren will hat hier auf jeden Fall nen guten Anfang. Kommt man dann wirklich auf den Geschmack und möchte diesen Bereich der Fotografie weiter ausbauen wird man seine DSRL sicher bald sinnvoll nutzen und das eigene Sortiment um ein Lichtstarkes Makroobjektiv mit Festbrennweite ergänzen. Die Naheinstellgrenze wurde übrigens nochmal um 10cm auf 35cm gesenkt und ist somit für ein Allroundobjektiv auch schon sehr ordentlich.
Kommen wir zum wichtigsten Punkt, der Bildqualität. Auch hier schlägt sich das Objektiv sehr gut, wobei die Bildqualität im Weitwinkel bereich eindeutig besser ist als im Telebereich. Für den Telebereich würde ich, wenn es die Situation erlaubt, ein Stativ empfehlen, allerdings lassen sich auch aus der Hand gute Fotos machen. Dann aber auf jeden Fall den Bildstabilisator einschalten (und nicht vergessen ihn auf dem Stativ auszuschalten, sonst versucht der OS Bewegungen auszugleichen die nicht da sind und die Bilder werden leicht unscharf). Im Video kann man sich einmal ein Bild davon machen. Ich habe auch zahlreiche Bilder mit 250mm aus der Hand geschossen und die Bilder sind meines erachtens nach gestochen scharf und sehr detailreich, wobei es da meinen bisherigen Erfahrungen nach auch ein wenig davon abhängt, was für ein Motiv man fotografiert und vor allem wie weit es wirklich weg ist, wobei das natürlich in der Natur der Sache liegt. Als ich Göttingen aus einem Tal heraus fotografiert habe, waren die Bilder deutlich unschärfer, als die Bilder der Maschinen in dem Video - die Stadt war aber auch 20x so weit weg - dafür ist es dann doch wieder ganz ordentlich.
Fazit:
Ich freue mich schon auf meinen nächsten Urlaub, in dem ich nicht mehr ständig mit Objektiv wechseln beschäftigt sein werde, sondern immer die passende Brennweite drauf habe. Man mag dem Objektiv Lichtschwäche nachsagen, kauft man sich aber je ein Einsteigerweitinkel- bzw. -teleobjektiv bekommt man meistens auch keine besseren Werte. Wenn man bedenkt, dass dieses Objektiv ein Allroundobjektiv ist, bei dem man zwangsläufig Kompromisse eingehen muss, bin ich mit der Qualität der Bilder mehr als zufrieden. Nach allem was ich so gelesen habe, bekommen andere Hersteller das auch nicht viel besser hin und wenn, dann nur zu deutlich teureren Preisen. Für Qualitätspuristen ist dieses Objektiv sicher nicht geeignet, aber die laufen auch meistens mit einem riesen Sortiment an Objektiven rum. Manchmal habe ich acuh den Eindruck, dass unter Profis die Frage der Marke des Objektivs in eine Glaubensfrage ausartet, die ein wenig an Appel vs. Samsung erinnert. Ich bin lediglich ein einfacher, ambitionierter Hobbyfotograf und bisher sehr zufrieden mit diesem Objektiv und kann es nur empfehlen.
P.S.: Wie immer gilt: Sollten mir im Laufe der Zeit noch weitere Schwächen oder Mängel auffallen, werde ich diese Rezension erweitern bzw. ergänzen. Solange dies nicht der Fall ist könnt ihr davon ausgehen, dass das Objektiv einwandfrei funktioniert und ich zufrieden mit ihm und seinen Abbildungsleistungen bin.