Der neue Roman von Muñoz Molina handelt von einer ungleichen Beziehung in Jaén, einer kleinen andalusischen Provinzhauptstadt, in deren Nähe der Autor selbst aufgewachsen ist. Voller gelungener, die Atmosspäre des spanischen Hinterlandes treffende, Details erzählt der Autor den Verlauf einer ungleichen Beziehung.
Blanca lebt mit ihrem Mann in Jaén. Eigentlich könnte sie auch in Paris, Berlin oder Madrid leben, denn sie ist sensibel, weltoffen und künstlerisch begabt.
Er, einfach, treu, dörflich, streng katholisch erzogen, ist Blanca treu ergeben.
Muñoz Molina hat einen detailgetreues Bild des "anderen" Spaniens, das vom Massentourismus nicht erfasst wird, gezeichnet. Der Ort des Geschehens wird von Muñoz Molina als kleinstädtisch, verschlafen, aber liebenswert dargestellt. Der Roman zeugt ausserdem von grosser Menschenkenntnis.
Wirklich spannend ist die Handlung nicht, doch wer sich für die Mentalität Spaniens interessiert, dabei auch einen Blick auf die jüngsten gesellschaftlichen Wandlungen werfen möchte, wird an diesem Buch Gefallen finden.