Eigentlich gehören wir ja zu den Saeco-Anhängern. Jedoch haben wir hier schon diverse Vollautomaten ausprobiert und waren nicht immer sehr zufrieden mit dem Ergebnis. Gerade die letzte Saeco Primea Capp. Touch Plus hatte zwar nette Features, wie den Tassenlift und die einfache Touch-Bedienung, allerdings war alles, was mit Milchzubereitung zu tun hatte, eine echte Katastrophe in Bedienung und Aufwand. Mit dem Ergebnis, dass wir Milch in der Microwelle erhitzt, mit dem Quirl aufgeschäumt und den dazugehörigen Espresso dann aus der Saeco bezogen haben.
Bei einer Vorführung der Siemens EQ.7 Plus wurden bei mir dann Begehrlichkeiten geweckt: die Optik der Maschine ist super-edel, der Schaum auf der Latte Macchiato ein Traum - und dann der Espresso. Einfach genial.
Nachdem ich dann ein halbes Jahr über den Kaufpreis gegrübelt hatte (die Saeco war ja ähnlich teuer und 4,5 Jahre alt), unsere Saeco aber dann auch noch Zicken machte, war es nicht schwierig, meinen Mann zu überzeugen: die EQ.7 muss her!
Ein kurzer Vergleich mit ähnlichen Herstellern wurde nochmal angestellt, bei den von mir gestellten Vorgaben wie
- zur Reinigung entnehmbare Brühgruppe
- 19 bar Druck
- extra Milchbehälter, leicht zu reinigen
- Optik
blieb nicht mehr viel an Entscheidungsspielraum.
Die Maschine ist jetzt seit 1 Woche im Einsatz, wir haben ca. 50 Tassen bezogen (unterschiedlichster Art, mit und ohne Milchzubereitung) und sind einfach glücklich, endlich die für uns richtige Maschine gefunden zu haben.
Zur Optik:
Hier sucht die Siemens ihresgleichen. Hochwertige Optik (ist den Aufpreis zum Vorgängermodell Wert)und Verarbeitung.
Zur Reinigung:
Die Teile mit Klavierlack sind leicht mit einem feuchten Tuch zu reinigen, viel kann in die Spülmaschine, geht aber auch leicht unter fließendem Wasser abzuspülen. Die Brühgruppe darf keinesfalls mit Spülmittel gereinigt werden, weiß aber ohnhin jeder. Allerdings der Hinweis, die Brühgruppe keinesfalls bei Maschine im Stand by Betrieb zu entnehmen, war hilfreich. Das hatte ich bisher immer anders gehandhabt.
Der Milchbehälter kann -ohne Verkleidung- ebenfalls in die Spülmaschine, ist aber auch leicht mit Spüli zu reinigen, da keine Ecken und Kanten.
Höchst erfreulich: auch die Milchdüse verträgt die Spülmaschine, die Schläuche werden unter fließendem Wasser gespült, ebenfalls simpel. Eigentlich aber auch gar nicht nötig, da das integrierte Spülprogramm dies super erledigt.
Geschmack:
Eigentlich gibt es den besten Espresso in Siebträger-Maschinen - die EQ.7 kommt nahe dran! Das der Unterschied von 15bar zu 19bar soviel ausmacht, hätte ich nicht gedacht. Bitterstoffe unmerklich, einfach toll.
Milchgetränke ebenfalls toll, Schaum cremig und super - der Zucker bleibt drauf liegen. Für jeden Geschmack sind Kaffestärke (z.B. double-shot) individuell pro Tasse einstellbar, die Wasser-Temperatur kann ebenfalls in drei Stufen gewählt werden. Verschiedene andere Gimmicks sind nett, aber vielleicht nicht unbedingt nötig.
Benutzerfreundlichkeit:
Am Anfang fiel mir die Umstellung von Saeco ein wenig schwer, mittlerweile klappts aber ohne Probleme. Eigentlich alles selbsterklärend, ohne Gebrauchsanweisung zu erledigen. Was nachgefüllt werden muss, wird angezeigt, Entnahme diverser Einheiten kinderleicht. Auch große Latte-Gläser können problemlos genutzt werden.
Pro:
Einfach zu bedienen, super Ergebnisse bei allen Milchspezialitäten, tolle Crèma, klasse Espresso, über schnelle Auswahl der Wassermenge und Kaffeestärke pro Bezug für jeden das Richtige dabei, extrem leise, leichte Reinigung, hochwertige Optik
Contra:
Gerätespülung nach Standby-Betrieb nicht abschaltbar, im Wasserauffangbehälter sammelt sich schnell viel Wasser (wo kommt das her?), kleiner Einsatz für Kaffeeauswurf, der auf dem Wasserauffangbehälter steht und darüber unten feucht wird, Britta-Wasserfilter etwas fummelig einzusetzen, Preis ist nicht ohne
Gesamtbewertung:
Auch wenn wir noch keine Langzeiterfahrung haben, würden wir das Gerät sofort wieder kaufen! Auch bei vielen Gästen klappt die Zubereitung schnell, lecker und zuverlässig, ganz ohne Micorwelle und Milchaufschäumer!
Nachtrag am 23.12.2011:
hatte nach dem 3-wöchigen Einsatz der EQ7 leider das gleiche Problem wie viele andere: der ehemals tolle Milchschaum kam nicht mehr in gleicher Menge und fiel auch wieder schnell in sich zusammen. Wir waren total frustriert, weil wir von der Maschine eigentlich absolut begeistert waren.
Habe dann in x-Foren nach einer Lösung gesucht - und tatsächlich gefunden!
Von daher mein Tipp (abgekupfert von jemand anderem)
- in Behälter lauwarmes Wasser geben und einen Spritzer Spüli dazu
- Milchschlauch reingeben und Programm "Milchschaum" laufen lassen
- das ganze mit klarem Wasser wiederholen
Die nächste Latte war dann wieder perfekt!
Ich glaube nicht, das man der Maschine damit irgendeinen Schaden zufügt. Allerdings gefällt mir der Gedanke, dass man damit die fettigen Milchreste, die sicher irgendwann "das Leben anfangen", innerhalb der Maschine einfach doch wieder hygienischer reinigt!