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Siegfried: Eine schwarze Idylle
 
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Siegfried: Eine schwarze Idylle [Gebundene Ausgabe]

Harry Mulisch , Gregor Seferens
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag; Auflage: 2 (17. September 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446200908
  • ISBN-13: 978-3446200906
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 13 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (12 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 558.087 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Harry Mulisch
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Ohne falsche Nähe und unkritische Zuneigung, boshaft und detailliert, beschreibt Mulisch dieses große Geheimnis Hitlers.Seine Souveränität zeigt sich darin. ...wie er die verschiedenen Traditionen mischt, wie sein Alter Ego die Niebelungensage, den Tristan- und- Isolde- Mythos, die Schopenhauer und Heidegger mengt und stets die Balance wahrt. Auf wunderliche Weise ist das Mulisch- Werk eine bemerkenswerte Arbeit- und spannend ist es außerdem." Siggi Weidemann, Süddeutsche Zeitung, 17/18.02.01 "Harry Mulischs neues Buch verknüpft auf erzähltechnisch meisterhafte Weise einen geschichtsphilosophischen Diskurs mit einer Art Homestory aus des Führers Wochend-Quartier in Bayern." Dirk Fuhrig, Financial Times Deutschland, 24.03.2001 "Das Buch gilt (in den Niederlanden) als die literarische Sensation des Frühjahrs." Dirk Fuhrig, Frankfurter Rundschau, 31.3.2001 "In Holland war Mulischs neuester Roman die Sensation des Frühjahrs, inzwischen wurde er über 100 000-mal verkauft, und nichts spricht angesichts des glänzend geschriebenen und spannend konstruierten Buchs gegen einen ähnlichen Erfolg in Deutschland." Werner Fuld, Focus, 01.10.01

Kurzbeschreibung

Zwei Hausangestellte vom Obersalzberg, Hitlers Refugium, erzählen eine unglaubliche Geschichte: Adolf Hitler und Eva Braun hatten einen Sohn, Siegfried, den Hitler gegen Ende des Nationalsozialismus erschießen ließ. Ein spannender Roman, der nach der Ursache des Bösen sucht.

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26 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Willkommen in Hitlers Heim! 3. September 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Immer wieder hat er sich heranerzählt, sei es über den Eichmann-Prozess, die Bombardierung von Dresden oder das niederländische Auschwitz-Durchgangslager Westerbork. Jetzt ist Mulisch direkt bei Hitler angekommen. Er versucht ihn zu entdämonisieren, indem er erzählerisch in sein privates Umfeld eindringt. Es ist ihm meiner Meinung nach gelungen: spannend, mit vielen Hinweisen auf historische Realitäten und mit einer tollen Idee, mit der er die Zwanghaftigkeit und Verrohung der Nazis und ihrer Handlungen vorführt. Zugleich eine schöne Parabel über die (tödlichen) Gefahren, die auf die warten, die sich auf den Nationalsozialismus einlassen, und sei es nur, weil sie von ihm erzählen wollen. So virtuos hat sich noch kein deutscher Autor dem deutschen Übervater und Überdämon Hitler genähert. Selbst bei meinem manchmal etwas holprigen Lesen des niederländischen Originals hab ich das Buch nicht eher aus der Hand gelegt, bis ich die letzte Seite erreicht hatte.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Wer, wenn nicht er? 29. Oktober 2003
Von Thomas Liehr TOP 1000 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Rudolf Herter, angesehener, gesetzter, umworbener und preisgekrönter Schriftsteller aus Holland, reist mit seiner jungen Freundin Maria nach Wien, um in der Hofburg aus seinem Opus Magnum "Die Erfindung der Liebe" zu lesen, ein paar Interviews zu geben, mit dem Botschafter zu speisen. Der Siebzigjährige ist ganz Autor, sozusagen in persona ganz Kunst; er hört in keinem Moment auf, zu schreiben, über die Variationen der Realität nachzudenken, über die Verbindung zwischen Realität und Kunst, über Erkenntnisgewinnung. Herter zeigt sich weder als Philanthrop, noch als Misanthrop, sondern ausschließlich als Beobachter, der die eigene Macht skeptisch-amüsiert zur Kenntnis nimmt. Im Rahmen eines Interviews, das ganz nebenbei sehr interessante Einblicke in das Leben auch des erzählenden Romanciers vermittelt, sinniert er über die Idee, das Phänomen Hitler zu fassen zu versuchen, indem der realen Gestalt ein fiktiver Spiegel vorgehalten wird: Die Gesichtslosigkeit der Figur, an der sich all die psychologischen Erklärungsversuche die Zähne ausgebissen haben, könnte auf diese Art beseitigt werden.

Nach der Lesung kommt ein steinaltes Pärchen auf Herter zu: Die beiden haben sein Interview gesehen und wissen eine Geschichte zu erzählen, eine, die eine neue Perspektive eröffnet beim Blick auf die Figur Hitler. Das Paar zählte zu den Hausangestellten auf dem Obersalzberg, der Festung Hitlers in den Bergen, in die er sich zurückzog, in der auch seine Geliebte, Eva Braun, lebte, die er am Tag des gemeinschaftlichen Selbstmordes noch geheiratet hat. Hitler und Eva Braun hatten ein Kind, einen Sohn, den das Haushälterpaar als den ihren ausgeben mußte. Kurz vor Kriegsende erteilt der Führer den Befehl, den Sohn zu töten ...

Mulisch gibt sich nie damit ab, nur eine Geschichte zu erzählen, nur ein Buch vorzulegen, und auch bei diesem schmalen Bändchen sind es - wieder - gleich vier: Am Anfang schlägt die Geschichte des alternden, magenkranken Autors sofort in den Bann. Als würde ein gigantischer Vorhang beseite gezogen, gewährt Mulisch Einblicke, von denen schwerlich anzunehmen ist, sie wären nicht authentisch: "Langsam wurde es Zeit für seine Memoiren, wäre es nicht so, daß sein ganzes Werk eigentlich aus Memoiren bestand: Memoiren nicht nur seines wirklichen Lebens, sondern auch seiner Phantasie, die beide nicht voneinander zu unterscheiden waren."

Es folgt die erstaunliche Geschichte des alten Pärchens, die Herter atemlos, aber auch feinfühlig und vorsichtig reflektierend anhört. Sie führt zu einem Moment der Offenbarung, der Erkenntnis: Herter macht Hitler als das "nichtsende Nichts" aus, als "Harnisch ohne Füllung", als "schwarzes Loch"; die Gedankenkette führt letztlich dazu, daß Hitler eine negative, aber nichtmenschliche Inkarnation Nietzsches gewesen sein muß, wofür sich sogar Beweise finden ließen. Hier - endlich, könnte man sagen - setzt der philosophische Exkurs an, ohne den Mulischs Werke kaum vorstellbar wären. Und am Ende, nach einigen Auszügen aus den "Tagebüchern" Eva Brauns, schließt sich der Kreis. Wer den Anmerkungen über "chromatische" Ähnlichkeiten, über Musiktheorie und Philosophiegeschichte folgen konnte, wird die kleinen Rätsel (Adolf Hitler - Rudolf Herter, Eva - Maria) und die größeren entschlüsseln können. Aber auch ohne dies bleibt "Siegfried" von der ersten bis zur letzten Seite spannend, originell, interessant und so maßlos abwegig, daß es schon wieder so sein könnte ...

"Wer, wenn nicht ich", maßt sich Herter an; wer, wenn nicht er: Mulisch, Sohn eines Nazikollaborateurs und einer Jüdin, gehört auf diese Art zu den "Glücklichen", die sich einer solchen Thematik nähern können, ohne daß die Gefahr bestünde, daß das Eis bricht, zu dünn wird.

Zahllose Bücher, geschichtliche, psychologische und auch fiktiv-belletristische sind um und über Hitler geschrieben worden. Eigentlich ist es nur ein feiner Seitenaspekt, den Mulisch zum Gegenstand seines Romans macht, ein Lichtstrahl, ein ungewöhnlicher Blickwinkel, aber die enorme Erzählkunst Mulischs ("Es geht um das WIE, niemals um das WAS") und die witzige und intelligente Idee dahinter lassen ein vollendetes Kunstwerk entstehen, an dessen Ende nicht nur die Erkenntnis steht, daß man das Nichts niemals auslöschen kann.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ich hatte höhrer Ansprüche 28. Dezember 2009
Von Oehler VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Zum Inhalt dieses Buches:

Der 86-jährige, erfolgreiche, niederländische Schriftsteller Rudolf Herter fliegt 1999 mit seiner dreißig Jahre jüngeren Freundin Maria von Amsterdam nach Wien, wo er am nächsten Tag aus seinem neuen Roman "Die Erfindung der Liebe" lesen soll. In einem Interviews, welches er am Vortag bei einem Fernsehsender führt, entwickelt Herter den Einfall, man könne eine fremde Person besser zu verstehen versuchen, indem man sie in einem Gedankenexperiment einer Extremsituation aussetzt und ihr Verhalten studiert. Diese Methode ließe sich sogar auf Adolf Hitler anwenden, der trotz der vielen Bücher über ihn für viele Menschen noch immer ein Rätsel sei. (Seite 21: Es gibt inzwischen hunderttausend Studien, die sich mit Hitler beschäftigen, wenn nicht sogar mehr: politische, historische, ökonomische, psychologische, psychiatrische, soziologische, theologische, okkultistische und ich weiß nicht was sonst noch für welche. Von allen Seiten hat man ihn eingekreist und erforscht, die Reihe der Bücher, die über ihn erschienen sind, reicht von hier bis zum Stephansdom, mehr Bücher als über irgendeinen anderen Menschen, doch sie haben uns keinen Schritt weitergebracht. ich habe nicht alles gelesen, denn dafür reicht ein Menschenleben nicht aus, doch wenn jemand ihn befriedigend erklärt hätte, dann wüsste ich es. Er ist das Rätsel geblieben, das er von Anfang an für alle war - nein: er ist durch die Studien immer rätselhafter geworden. All diese sogenannten Erklärungen haben ihn nur noch unsichtbarer werden lassen, worüber er selbst sehr zufrieden wäre. Wenn Sie mich fragen, dann sitzt er in der Hölle und lacht sich tot. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Vielleicht ist die Fiktion das Netz, mit dem man ihn fangen kann.")
Am nächsten Tag, nach seiner Autorenlesung in der Nationalbibliothek, kommt beim Signieren seines Buches plötzlich ein altes und auf den ersten Blick auch ärmlich gekleidetes Ehepaar auf ihn zu und spricht ihn schüchtern an. Die Beiden haben am Vortag rein zufällig jenes Interview mit ihm im Fernsehen gesehen und so erfahren, dass er ein Buch über Adolf Hitler zu schreiben beabsichtigt und weil sie als Bedienstete auf Hitlers Berghof auf dem Obersalzberg gearbeitet haben, könnten sie ihm mit ein paar sehr wichtigen Informationen dabei behilflich sein.

Mein Fazit:

Die Geschichte die diesem Roman zugrunde liegt, nämlich das Hitler einen Sohn gehabt hätte und die damit verbundene Täuschung eines ganzen Volkes, hat mich doch ziemlich neugierig gemacht. Leider bin ich mir aber noch immer nicht ganz schlüssig, was ich von diesem Buch wirklich halten soll. Zuerst kommt die ganze Handlung nur sehr schleppend in Gange, aber als dann endlich dieses alte Ehepaar auf der Bühne erscheint und dem Schriftsteller ihre Lebensgeschichte erzählt (das hätte vom Stoff her ein wundervoller Thriller werden können), nimmt sie an Fahrt auf, nur was dann kommt ist mir ein absolutes Rätsel. Als Erklärung, was genau ich damit meine, möchte ich einfach mal aus dem Buch zitieren.
Das letzte Wort über Hitler lautet nichts. Die unzähligen Studien über eine Person verfehlen ihr Thema, weil sie sich mit etwas beschäftigen und nicht mit nichts. Es war nicht so, dass er niemanden an sich heran ließ, wie alle sagen, die ihn persönlich erlebt haben, sondern da war nichts, an das sie herangelassen werden konnten. Wie die Null in der Multiplikation jede andere Zahl vernichte, habe Hitler alles zerstört und somit haben die Menschen damals an das Nichts geglaubt."
Auf diese Weise geht es ein paar Seiten lang (sehr langweilig und langatmig), dazu noch diese Querverzweigung von Wagner- Kant- Nietzsche- Hitler (eine Art geschichtlich, satanistische Verschwörungstheorie, der ich persönlich nur sehr schwer folgen konnte), bis es plötzlich mit einer Art Tagebuchaufzeichnung (geschrieben von Eva Braun über die letzten Tage im Führerbunker, die Heirat, bis hin zum Tod) interessanter weitergeht. Wie gesagt, es fällt mir ein wenig schwer dieses Buch zu beurteilen, weil ich mir einfach mehr davon versprochen hatte. Daher vergebe ich auch nur 3 von möglichen 5 Sternen.
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