Inhalt
Diskothekenbesitzer Siegfried N. Dennery will seinen Laden verkaufen und auf die Karibikinsel St. Lucia auswandern. Von dem Klima dort verspricht er sich die Heilung seines Asthmas. Doch bevor er seine Pläne in die Tat umsetzen kann, geht die Diskothek in Konkurs, Dennery ist pleite. Er fasst den wahnwitzigen Plan, eine Bank auszurauben. Der Coup gelingt, doch das Geld reicht nie nimmer für den Kauf eines Hotels auf der Karibikinsel. Seine Frau überredet ihn zu weiteren Überfällen, doch einer davon geht schief und sein Kumpel wird verhaftet. Dennery flieht nach St. Lucia, doch auch dort ist er nicht mehr sicher.
Bildbewertung:
Nichts ist aufregender und schreibt spannendere Geschichten wie das Leben selbst. Mit dem Dreiteiler "Der Räuber mit der sanften Hand", bringt hier das innovative Label "Fernsehjuwelen" eine dieser Geschichten voller Authentizität zur Veröffentlichung auf DVD. Unter dem Vertrieb von "AL!VE" präsentiert sich hier das DVD-Label "Fernsehjuwelen" mit seiner ersten Veröffentlichung, welcher in regelmäßigen Abständen von jeweils ca. 3 Monaten zwei weitere "Fernsehjuwelen" folgen sollen. Geplant sind zahlreiche Veröffentlichungen sowohl deutscher wie auch internationaler "außergewöhnlich guter Filme und Mehrteiler der Fernsehgeschichte", welche bei den Zuschauern seit ihrer Ausstrahlung im TV nachhaltig in Erinnerung geblieben sind, eben wahrhafte "Fernsehjuwelen".
Das Besondere bei dem Dreiteiler "Der Räuber mit der sanften Hand" ist, das hier der Täter selbst, Siegfried N. Dennery, mit dem von ihm geschriebenen gleichnamigen Roman, die Vorlage für den Film lieferte und auch mit am Drehbuch beteiligt war. Wolfgang Mühlbauer führte bei dieser Eigenproduktion von RTL, die 1995 im Auftrag durch die "Bavaria Film AG - München" entstand, die Regie.
Erzählt wird die Geschichte des lebensbedrohlich erkrankten Diskothekenbesitzers "Siegfried Dennery" (Hannes Jaenicke), dessen einzigste Hoffnung in einem Umzug hin in eine Gegend mit milderen Klima besteht. Die Karibikinsel St. Lucia soll es sein, auf der er zusammen mit seiner Frau "Gaby" (Catherine Flemming) und dem gemeinsamen Sohn "Oliver" (Philipp Doll) ein neues Leben beginnen will.
Aber die Schwierigkeiten beim geplanten Verkauf der Diskothek in Deutschland, um an das benötigte Startkapital zu kommen, wie auch korrupte Geschäftemacher und Politiker auf der Karibikinsel, bringen "Siegfrieds" Vorhaben in Gefahr zu scheitern. Schließendlich sieht er keinen anderen Ausweg mehr, als durch einen Banküberfall an das dringend benötigte Geld zu gelangen. Aber der erste geglückte Überfall soll nur der Anfang einer ganzen Serie von ähnlich gelagerten Straftaten sein, die "Siegfried" mit wechselnden Kumpanen, sogar mit der eigenen Frau, begeht. Insgesamt 1,5 Millionen summieren sich so im Laufe der Zeit durch die Überfälle zusammen.
Immer wieder aufs Neue schafft es "Siegfried" die deutsche Polizei und den ihn stets dicht auf den Fersen folgenden Kommissar "Willi Bimmer" (Andreas Schmidt-Schaller) zu entkommen.
Als der zeitweise international meist gesuchteste Bankräuber, findet er unter der Bevölkerung, ähnlich wie bei "Dagobert", zum Teil sogar Sympathisanten und Verständnis für seine stets ohne Gewalt und clever durchgeführten Taten. Dennoch zieht ihn die eigene kriminelle Energie immer tiefer in den Strudel des Verderbens und ein jedes Mal, wenn seine finanziellen Mittel wieder einmal knapp werden, zieht es ihn in Richtung Deutschland, um eine weitere Bank auszurauben.
Der Regisseur schafft es, obwohl von der ersten Filmminute an fest steht, dass "Der Räuber mit der sanften Hand" für seine Taten im Gefängnis landen wird, dennoch eine spannungsgeladene und gelungen unterhaltende Geschichte zu erzählen. Vor allem das charismatische und gekonnt in Szene gesetzte Spiel und die Rolle des "Siegfried Dennery" durch Hannes Jaenicke, kann hier als einer der beachtenswerten Glanzpunkte des Dreiteilers genannt werden. Aber auch Wolf-Dietrich Berg als korrupter und hinterhältiger "Konsul Struckenberg" oder Philipp Doll als der von "Siegfried" über alles geliebte kleine Sohn "Oliver", überzeugen mit und in ihrem Spiel, wie all die anderen Darsteller dieses Dreiteilers auch.
Die drei DVDs dieser Veröffentlichung finden sich in ihrer Aufmachung mit einem individuellen Design und einer kurzen Inhaltsangabe zum jeweiligen Teil und Auflistung der einzelnen Kapitel gestaltet, einzeln gelagert in drei Single-Slimcase. Zur Aufbewahrung selbiger gibt es einen ebenfalls gelungen und stimmig gestalteten stabilen Pappschuber, in welchem die drei Slimcase ihren Platz finden.
Mit einer Gesamtlaufzeit von ca. 325 Minuten und im Bildformat 4:3 Vollbild (1.33:1), kommt das Bild von den drei DVDs dieser Box, laut dem veröffentlichenden Label "Fernsehjuwelen" zur Ansicht. Für die DVD-Veröffentlichung wurde versucht das bestmögliche zur Verfügung stehende Bildmaterial zu verwenden. So wurde das Bild direkt von den DigiBeta-Master-Bändern für das Medium DVD abgetastet und bearbeitet. Das Bild von den DVDs zeigt sich diesem Umstand entsprechend auch in recht guter Qualität, wobei sich natürlich in verständlicher und zu akzeptierender Weise die seit der Produktion vergangenen Jahre hin und wieder ein wenig bemerkbar machen. Ab und an wirkt das Bild bisweilen etwas unruhig und verrauscht, sonst überzeugt es aber mit kräftigen, meist auch natürlichen Farben und gut gewählten und gesetzten Einstellungen bei der Schärfe und im Kontrast.
Die Umsetzung für das Medium DVD ist gut gelungen, sodass mir keine erwähnenswerten größeren Mängel, weder digitaler noch analoger Art beim Ansehen der DVD auffielen.
Aus den recht schlicht und ohne große Animationen gehaltenen DVD-Menüs heraus, besteht aus dem direkt nach Einlegen der DVD in den Player zur Ansicht kommenden Hauptmenü die Möglichkeit, den zur Wiedergabe ausgewählten Teil, direkt zu starten. Ein Kapitelmenü mit in Textform dargestellten Filmabschnitten ermöglicht die Anwahl bestimmter Szenen und Filmstellen in einem sich separat zu öffnenden und zur Ansicht kommenden weiteren Menü. Über die Anwahl des Menüpunkts "Interview" kommt ein ca. 56 Minuten, durch Arild Rafalzik produziertes und mit dem Hauptdarsteller Hannes Jaenicke geführtes Interview zur Ansicht und zu Gehör.
In diesem erfährt man einiges über die Person und die bisherigen Projekte wie auch den beruflichen Werdegang von Hannes Jaenicke. Ein wenig zu kurz kommen mir hierbei Informationen zum eigentlichen Thema, dem auf der Veröffentlichung befindlichen Dreiteiler "Der Räuber mit der sanften Hand", selbst. Außer diesem Interview finden sich noch die Trailer zum zweiten und dritten Teil der TV-Mini-Serie mit auf den DVDs der Veröffentlichung.
Tonbewertung:
Ein in seinen Dialogen meist gut zu verstehender Ton im Format Dolby Digital 2.0, kommt in recht nett abgemischtem Stereo zu Gehör. Stimmungsvoll und die gezeigte Filmhandlung unterstützend, kommt die als gelungen zu bezeichnende Musik von Martin Grassl ("SOKO Kitzbühel", "Marienhof") im Film zum Einsatz. Vom klanglichen Volumen, wie auch in den zu hörenden Höhen und Tiefen, wirkt der Ton im Gesamteindruck gut ausgewogen. Erwähnenswerte größere Mängel fielen mir nicht im Ton während der Wiedergabe der DVDs auf. Leider fehlen, bei dieser sonst gelungenen Veröffentlichung, die Untertitel für Hörgeschädigte und Gehörlose.
Gesamturteil:
Der auf Grundlage des autobiografischen Roman des Bankräubers Siegfried N. Dennery entstandene Dreiteiler unter der Regie von Wolfgang Mühlbauer ist packend und bestens unterhaltend in Szene gesetzt. Besonders die Figur des Bankräubers Siegfried N. Dennery, der in den Achtzigern rund 1,5 Millionen DM erbeutete, überzeugt in ihrer Darstellung durch Hannes Jaenicke. Gleich mit dem ersten verlegten Filmtitel bringt das innovative Label "Fernsehjuwelen", unter dem Vertrieb von "AL!VE", mit "Der Räuber mit der sanften Hand" ein ebenso spannendes wie auch fesselndes filmisches Werk zur Veröffentlichung auf DVD. Im wahren Leben erhielt Siegfried N. Dennery 1984 eine Verurteilung zu 14 Jahren Haft, von denen er zehn Jahre absaß. Während dieser Zeit studierte er Anglistik, Germanistik und Literaturwissenschaft, schrieb eine Magisterarbeit und seinen ersten Roman, den Bestseller "Der Räuber mit der sanften Hand". Im Mai 2007 gerät er erneut in die Fänge der Justiz und wird im November 2009 zu weiteren 18 Jahren Gefängnis, wegen mehrerer nach seiner ersten Haftentlassung begangener Banküberfälle, verurteilt.
Autor: Torsten
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