Allein das gute Preis-Leistungs-Verhältnis lohnt den Kauf der Siedler Deutschen Geschichte. Jedoch geben nicht in erster Linie finanzielle Gründe den Ausschlag für diese Empfehlung, sondern die Qualität: namhafte Autoren, Kapazitäten aus der Zunft der Historiker, haben an der Entstehung dieser Reihe mitgewirkt: Herwig Wolfram, Hans K. Schulze, Hartmut Bookmann und Heinz Schillig schrieben die Darstellungen zum Mittelalter und zur Frühneuzeit; Horst Möller, Heinrich Lutz, Michael Stürmer, Hagen Schulze, Hans-Ulrich Thamer und Adolf Birke publizierten die Monographien zu dem zweiten thematischen Hauptteil „Die Deutschen und ihre Nation". Was diese Edition von anderen unterscheidet, ist zunächst ihre gute Lesbarkeit und Verständlichkeit: hier wird ganz im Sinne Mommsens erzählt, der schon vor anderthalb Jahrhunderten seinen verdutzten Zeitgenossen erklärte, daß „ein Autor seine Gelehrsamkeit auch einmal in die Tasche stecken kann und nicht immer den Rock mit den Nähten auswendig trägt." Dieser Maxime bleiben die Autoren treu und das führt sie zu einem breiten Publikum. Ihre ansprechende Darstellung geht nicht zu Lasten der Vermittlung wichtiger Inhalte: Die Werke bleiben auf anhaltend hohem Niveau, einzelne Titel sind richtungsweisend in der Forschung gewesen, so der Band „Verführung und Gewalt. Deutschland 1933-1945" von Hans-Ulrich Thamer. Zahlreiche Illustrationen, nützliche Marginalien und eine umfangreiche Zeittafel zum Schluß eines Buches erleichtern das Lesen und stellen eine sinnvolle Ergänzung dar. Einziger Kritikpunkt: Obwohl stets überarbeitet, sind die Darstellungen insgesamt in die Jahre gekommen und spiegeln nicht mehr den aktuellsten Stand der historischen Forschung wieder. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)