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Produktinformation
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Bilodo, ein junger Postbote aus Montreal mit einer Vorliebe für Kalligraphie, geht seinem Beruf voller Leidenschaft nach: Heimlich öffnet er abends über Wasserdampf handgeschriebene Briefe und träumt sich in fremde Lebenswelten. Eines Tages stößt er auf die ungewöhnliche Korrespondenz zwischen Professor Grandpré und Ségolène, einer Lehrerin aus Guadeloupe, die sich Gedichte schicken. Bilodo verliebt sich in Ségolène. Als Grandpré bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt, ersinnt Bilodo einen waghalsigen Plan: Will er den Kontakt zu Ségolène nicht abreißen lassen, muss er in die Identität des anderen schlüpfen und lernen, wie man mit siebzehn Silben die Ewigkeit einfängt ...
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Wenn zwei sich schreiben ...,
Von Bücher, Basteln, Backen und noch ein paar and... - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 50 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Siebzehn Silben Ewigkeit: Roman (Taschenbuch)
... und ein Dritter die Briefe heimlich liest.Bilodo ist ein junger Briefträger aus Montreal mit einer Begeisterung für handgeschriebene Briefe. Abends nach Dienstschluss öffnet er diese, liest neugierig den Inhalt und liefert sie erst am nächsten Tag aus. Sein besonderes Interesse gilt den Briefen von Ségolène, einer Lehrerin aus Guadeloupe, Brieffreundin eines merkwürdigen Professors für Literatur in seinem Zustellbezirk. Seit zwei Jahren fängt Bilodo ihre Briefe ab. Jedes Mal ein einziges Blatt mit einem einzigen Gedicht. Mehr ist darin nicht enthalten. Aber was für ein Gedicht! Drei Zeilen, zwei mit fünf und eine mit sieben Silben, zusammen siebzehn Silben. Eine rätselhafte, immer gleichbleibende Form, aus dem Japanischen stammend, HAIKU oder HAIKAI genannt. Eines Tages verunglückt der Professor vor Bilodos Augen tödlich. Um den Kontakt zu Ségolène nicht zu verlieren, wagt es Bilodo in die Identität des Anderen zu schlüpfen. Dessen Schrift nachzuahmen fällt dem Briefträger und Kalligrafieliebhaber leicht. Schwerer ist es jedoch sich in die Welt der Haikus einzufühlen und selber einen dieser kurzen, knappen und doch aussagekräftigen Dreizeiler aufs Papier zu bringen. Dies Ziel vor Augen gibt Bilodo seine alte Existenz nach und nach auf und begibt sich auf eine phantastische Reise. Zusammen mit Bilodo lernt der Leser so die Welt der japanischen Gedichte kennen, nicht nur Haikus, auch die auf fünf Zeilen erweiterte Form der TANKAs. Beim Haiku geht es um die Gegenüberstellung des Unvergänglichen mit dem Vergänglichen, im Idealfall mit einer Naturbeobachtung. Ziel ist eine Momentaufnahme. Haikus sind an die Sinne gerichtet. Tankas hingegen widmen sich Themen der Liebe, der Einsamkeit, dem Tode. Sie sind gefühlsbetont, eignen sich besser, um das Herz zu öffnen. So wie das Wasser den Felsen umspült verläuft die Zeit in Schleifen Denis Thériault hat sehr viele Haikus und Tankas in den Text eingebaut. Diese so zu übersetzen, dass die Form gewahrt und der Inhalt poetisch wiedergegeben wird, ist eine Meisterleistung des Übersetzers. Großes Lob hierfür! Mein Fazit: Ein zauberhaftes Buch. Leichte Lektüre mit einer überraschenden Wendung am Ende, welche mich für ein paar Stunden wunderbar unterhalten hat. Dass nicht alles logisch erklärbar ist, störte mich dabei nicht. Der Sieg der Phantasie über die Realität. Den Alltag hinter sich lassen, genau dies gelingt diesem Buch. Ein kleines Meisterwerk über die Kraft der Poesie! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein überaus poetisches und doch mitreißendes Buch,
Von kfir "lies-und-lausch.de" (Langenbach, Oberbayern, Zonenrandgebiet zu Niederbayern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT)
Rezension bezieht sich auf: Siebzehn Silben Ewigkeit: Roman (Taschenbuch)
Bilodo ist ein junger Briefträger aus Montreal, den man allenfalls als Eigenbrötler bezeichnen möchte. Seine distanzierten sozialen Kontakte begnügen sich auf einen Kollegen und seine schüchterne Mittagstisch-Kellnerin. Die einzigen Vergnügen in seinem kargen Leben sind Computerspiele, seine Leidenschaft zur Kalligraphie und das Mitlesen fremder Post. Bilodo hat ein Gespür entwickelt, interessante Briefe zu erkennen und öffnet diese abends heimlich unter Wasserdampf. So liest er schon seit Monaten die Korrespondenz von Grandpré aus Montreal und Ségolène aus Guadeloupe mit, die sich in ihren Briefen ausschließlich über Haikus austauschen. In diesen kurzen, dreizeiligen, nach japanischen Vorbild verfassten Gedichten taucht er in eine andere, fremde Welt ein, verliebt sich irgendwann sogar in Ségolène. Als eines Tages Grandpré vor Bilodos Augen stirbt, sieht Bilodo den Quell seiner verliebten Träumereien abrupt beendet. Aber dann bietet sich ihm die einmalige Gelegenheit, in die Rolle Grandprés zu schlüpfen und die Korrespondenz mit selbst verfassten Haikus an fremder statt fortzusetzen. Doch lange währt sei Glück nicht ...Denis Thériault erschafft ein in mehrfacher Hinsicht überaus poetisches Buch. Als zentrales Objekt hat er die japanische Dichtkunst mit ihren dreizeiligen Haikus und fünfzeiligen Tankas gesetzt, mit denen Bilodo und Ségolène ihre Korrespondenz führen. Auch wenn man selber bislang keine Zugang zur Lyrik gefunden haben mag, so zieht einen Thériaults Liebeserklärung auf diese kurzen und aufs Wesentliche gebrachten Dreizeiler doch unfehlbar in ihren Bann. Besonders die aufeinander folgenden Haikus der beiden Hauptcharaktere lassen schnell erahnen, wie sich Bilodo in Ségolène verlieben konnte und wie tief seine Empfindungen zu ihr wurden. Personen entstehen, die der Leser hautnah und transparent nachfühlen kann. Dennoch halten sich die Passagen mit den Haikus gegenüber der eigentlichen Geschichte doch eher im Hintergrund, bilden nur immer wieder kleine poetische Höhepunkte in der Handlung. So bleibt der Lesefluss erhalten und man wird als Laie in Sachen Lyrik nicht überfordert. So sehr ein Haiku auf den Punkt gebracht ist und einen Augenblick konzentriert wiedergibt, so sehr schmückt Denis Thériault die Geschichte mit all seinen Kleinigkeiten und großen Gefühlen aus. Diese Detailfreude zieht einen förmlich in die Geschichte hinein, die präzise und doch schön formulierte Erzählfreude zwingt einen dann aber doch immer wieder zum Langsamlesen und Verweilen, so schön und ausdrucksstark sind viel Formulierungen. Ein kleines Büchlein, das man in zwei Stunden durchlesen könnte, man sich dann aber später um so mehr freut, wenn man sich einen ruhigen Nachmittag lang Zeit gelassen hat. Ein großer Verdienst und besonderer Dank gebührt hier sicherlich auch der Übersetzerin Saskia Bontjes van Beek. Wer sich jetzt auf eine rein gefühlsbetonte Liebesgeschichte freut, der darf sich auch auf ein paar spannende Momente gefasst machen, denn die Geschichte nimmt auch einige plötzliche und dramatische Wendungen. In zwei Szenen habe ich mich sogar ein wenig an Stephen King erinnert gefühlt, wie sich eine Person und ihr Handeln mit dem Geschehen entwickelt. Eine Geschichte also, die einerseits ein sehr entspanntes und gefühlsbetontes Lesevergnügen verspricht, andererseits aber auch einen gewissen Spannungsbogen bis zu den letzten Sätzen aufbaut. In vielerlei Hinsicht hat mich dieses Buch positiv überrascht und erfreut. Ein überaus poetisches und mitreißendes Buch mit einer besonderen und anrührenden Geschichte. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
bezaubernd,
Von MMMichael (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Siebzehn Silben Ewigkeit: Roman (Taschenbuch)
Bilodo ist kein gewöhnlicher Briefträger.Er liebt seinen Job, lebt zurückgezogen sein Leben als Zusteller und beliefert zuverlässig seine Kundschaft. Und er öffnet die wenigen handgeschriebenen Briefe, um am Leben der Sender und Empfänger teilzunehmen. "...Echte Briefe, von echten Menschen verfasst, die der reptilienartigen Kälte der Tastatur und Unmittelbarkeit des Internets den sinnlichen Akt des Schreibens, das köstliche Schmachten des Wartens vorzogen - Menschen, die sich bewusst dafür entschieden und in manchen Fällen erahnen ließen, dass es sich um eine Frage des Prinzips handelte, um eine bewusste Haltung zu Gunsten einer Lebensweise, die weniger bestimmt war vom Wettrennen gegen die Zeit und von der Pflicht zu funktionieren." Irgendwann fallen ihm die Briefe von Ségolène aus Guadeloupe auf, die immer nur ein kurzes Gedicht enthalten. Ein Gedicht in Form des japanischer Haikus. Siebzehn Silben, die ihn jeweils wie Schlaglichter erleuchten. Als der Empfänger der Gedichte stirbt, nimmt er dessen Position ein. Er verliebt sich. Es entspinnt sich ein Dialog in Gedichtform - ein Dialog wie ein Gedicht. Und sein Unglück und sein Glück nehmen seinen Lauf. Auf eine qualifizierte Empfehlung hin, habe ich dieses Buch gelesen. Ich nahm's in die Hand und legte es erst wieder weg, als ich es ausgelesen hatte. Bezaubernd, ist das Wort, das mir als erstes einfällt. Einfach bezaubernd. Die Konstruktion der Geschichte erscheint mir etwas ungereimt, warum kann ich hier nicht beschreiben, ohne zu viel von der Geschichte zu verraten. Wenn der Autor Denis Thériault hier noch ein wenig mehr Eleganz bewiesen hätte, wären 6 Sterne fällig gewesen. So sind es 4,5. Unbedingt lesen - es lohnt sich! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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