Manchmal werden Episodenfilme gemacht, weil der Stoff nicht für einen ganzen Langfilm reicht und man die einzelnen Teile frei floaten lassen kann. Dann gibt es welche, in denen durch Vielseitigkeit ein Thema von verschiedenen Seiten beleuchtet wird und es gibt die, in denen ein Protagonist mit seiner schauspielerischen Dominanz die einzelnen Teile verbindet, weil sich alles im Kern um mehrere Figuren dreht, die er aber immer wieder verkörpert. Hier ist es eine verheiratete Frau: mal betrogen, dann wieder begehrt, mal anlehnungsbedürftig aber auch wild entschlossen.
Siebenmal schlüpft Shirley MacLaine in ganz verschiedene Rollen. Dabei spielt sie die Unattrakiv-Brave, dann die Unterkühlt-Verschrobene, die Sexy-Listenreiche oder die Temperamentvoll-Alberne. An der Seite von vielen prominenten Kollegen in Nebenrollen (Sellers, Barker, Gassman, Caine, Noiret, Arkin u.v.a.) zeigt Shirley alle Facetten ihrer schauspielerischen Begabung. Manchmal sogar alle in einer Episode, wie in 'Super Simone': Ihr schriftstellerisch aktiver Gatte liest aus seinen unvollendeten Werken und ihr Gesichtsausdruck veranschaulicht das Geschehen.
Vittorio de Sica beweist wieder einmal sein außerordentliches Gespür für skurrile Situationen wie Selbstmord im Brautkleid, Anmache in einem Trauerzug oder die Manager-Gattin, die wegen eines Abendkleides den Aufstand probt. Da brauchen die großartigen Schauspieler dann bloß noch zu agieren. Inzwischen Kult der 60er Jahre.