Der Roman Siebengestirn vermittelt beim Lesen eine starke Sehnsucht nach Harmonie. Hier kämpfen Gute gegen Gute. Frauen tragen - zum Glück - Konflikte eben anders aus.
Spannung entsteht im Buch durch häufigen Perspektivwechsel in guter amer. Erzähltradition. Die Auflösung des Konflikts entwickelt sich langsam, aber stetig: Gehört das indianische Kind Turtle zu ihrer Adoptiv-Mutter oder zum Stamm der Cherokee? Keine einfache Frage, auf die die Autorin keine einfache Antwort gibt, aber sehr viele nachdenklich machende Gedanken vermittelt.
Im Verlauf der Erzählung müssen sich viele Menschen auf den Weg machen. Dabei vermittelt Barbare Kingsolver interessante Innenansichten von Amerika: von der TV-Hörigkeit der Ehemänner oder die Beobachtung, dass es Menschen in Amerika eben nicht immer "schaffen" können, und wenn sie sich noch so sehr anstrengen. Und nicht zuletzt einiges über die Traditionen und Lebensweisen der Cherokee!
Ich habe das Buch gern gelesen, allerdings hätte es frecher und ironischer sein können.