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Siebenbürger Millionäre: Die Keller-Dynastie - Eine Familiensaga
 
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Siebenbürger Millionäre: Die Keller-Dynastie - Eine Familiensaga [Broschiert]

György Méhes

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Kurzbeschreibung

SIEBENBÜRGEN, LAND DES SEGENS...:

Es kommt wohl selten vor, dass Romanautoren so spät entdeckt werden, wie dies bei György Méhes der Fall ist. Der Autor, der unlängst seinen neunzigsten Geburtstag feierte, gehört zu den wenigen ungarischen Schriftstellern in Rumänien, deren Laufbahn noch vor dem Zweiten Weltkrieg begann. Doch Méhes war bislang hauptsächlich als Dramatiker und Märchenautor bekannt, erst vor kurzem wurde sein Roman Siebenbürger Millionäre veröffentlicht - ein Erfolg, der seinesgleichen Sucht: der Roman führte in Ungarn wochenlang die Bestsellerlisten an, und ließ überraschender Weise Autoren und Werke hinter sich, wie Paulo Coelho oder Dan Browns Sakrileg. -

In den Siebenbürger Millionären schildert Méhes den Aufstieg und Fall des siebenbürger (Groß)Bürgertums anhand der Geschichte der Industriellenfamilie Keller. Dabei zeichnet er ein romanhaftes, aber durchaus authentisches Bild der siebenbürger Gesellschaft ab den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis zur kommunistischen Machübernahme. Der bayerische Gerbergeselle und spätere Dynastiegründer Friedrich Keller macht sich 1877 auf dem Weg Richtung Osten. Nach einigen Umwegen in der Österreichisch-Ungarischen Monarchie wird er in Siebenbürgen sesshaft. In der von Siebenbürger-Sachsen bewohnten Kleinstadt Sächsisch-Reen heiratet Keller eine Metzgerstochter und eröffnet eine kleine Gerberwerkstatt, die Dank der modernen Verfahren des Bayers, bald in ganz Siebenbürgen Bekanntheit erlangt. Einige Jahre später zieht die Familie nach Klausenburg, die "Hauptstadt" Siebenbürgens, wo der unaufhaltsame Aufstieg beginnt: aus dem einfachen Gerbermeister wird in einigen Jahren einer der größten Lederfabrikanten der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Zwar stirbt Friedrich Keller bereits kurz nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, doch seine Partner, die Familie der Mendelényis, und die Keller-Söhne führen die Fabrik weiter. Eine nicht unwesentliche Rolle in der Karriere und dem gesellschaftlichen Aufstieg der Familie spielt Karoline, die Frau Friedrich Kellers. Sie überlebt nicht nur ihren Mann, sondern auch Kriege, Regierungen und politische Systeme. Als sie 1944 während der Belagerung der Stadt von unbekannten Tätern in der Nacht ausgeraubt und ermordet wird, ist dies zugleich ein Zeichen für das Ende der Keller-Saga. Ein Teil der Familie wandert aus, und jene die zu Hause bleiben sind den Schikanen der neuen Machthabern ausgesetzt. Die Fabrik wird verstaatlicht. Doch der Tod Karolines signalisiert nicht nur das jähe Ende einer jahrzehntelangen Erfolgsgeschichte der Familie Keller, sondern zugleich auch den Niedergang des siebenbürgischen Bürgertums. -

Die äußerst spannende Darstellung des Schicksals einer Familie über einen längeren Zeitraum hinweg ist bei György Méhes keinesfalls Selbstzweck, sondern stellt eigentlich nur einen Rahmen dar, um umfassendere Aspekte, wie Standes- und Berufsproblematik, sowie die kultur-, sozial und sittengeschichtlichen Verhältnisse einer von zahlreichen Brüchen und Umbrüchen geprägten Zeit veranschaulichen und auf einer erzählerisch virtuosen Art und Weise darstellen zu können. Die teils historischen, teils erfundenen Figuren bewegen sich vor dem Hintergrund einer geschichtlich beglaubigten Umgebung, in einem gelungenem Werk, das sich auf der Grenze zwischen dem Familien- und historischen Roman bewegt. Doch das wirklich Beachtenswerte liegt nicht in dem erzählerischen Können des Autors, sondern wie er das ewige Steckenpferd osteuropäischer historischer Romane, nämlich die keinesfalls unvoreingenommene, durch und durch ideologisierte Darstellung von Regionalismen und ethnischen Problemen, zureitet. Die Kellers und die Mendelényi-Mandels, die Kapronczays und die Motegans, also Deutsche und Juden, Ungarn und Rumänen werden dem Leser vorgeführt, und dabei die gesellschaftlichen und ethnischen Probleme der Epoche und der Region durchaus authentisch dargestellt, ohne jedoch in die Falle der endlosen Wiedergabe nationaler Stereotypen zu tappen. Ein empfehlenswerter Lesevergnügen der feinen Art. (Johannes Herbak, Kulturwissenschaftler, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Wien, lebt in Wien)

Über den Autor

György Méhes, eigentlich Elek Nagy, geboren 1916 in Siebenbürgen in Székelyudvarhely. Sein schriftstellerisches Ethos ist tief im Wertesystem des klassischen siebenbürgischen Bürgertums verwurzelt. Nach einigen Veröffent-lichungen, in denen er gegen totalitäre und fremdenfeindliche Gesinnung plä-dierte und Publikationstätigkeiten bei verschiedenen Zeitschriften, wurde er durch die politischen Verhältnisse gezwungen, sich als freischaffender Schrift-steller unter Pseudonym mit ernsten, verschlüsselten Botschaften in Pseudo-märchenromanen zu Wort zu melden. In seinen Romanen, in denen er das Thema der siebenbürgischen Gesellschaft vor und nach dem ersten Weltkrieg wählt, erzählt er von der Vielfalt und dem Zusammenleben der in Siebenbürgen ansässigen Nationalitäten.

In Rumänien wurde dem Autor die Literaturauszeichnung der Klausenburger Gesellschaft, der Vasile Alecsandri Preis, in Ungarn der Verdienstorden Ritterkreuz der Repu-blik Ungarn sowie der Kossuth-Preis, in Österreich der Preis der Europäischen Akademie, verliehen. János Dénes Orbán, Dichter, Herder-Stipendiat, József-Attila-Preisträger, sagt über György Méhes: Bei Méhes herrscht völliger Demokratismus, seine Prota-gonisten – Ungarn, Rumänen, Deutsche, Juden – werden nicht durch nationale Eigenart sondern durch menschliche Charakteristika voneinander unterschieden, es herrscht zwischen ihnen keinerlei Kommunikationsproblem.


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