"Woher sie kamen, weiß niemand genau. Sie seien bei der Produktion eines Zeichentrickfilms übrig geblieben, sagen die einen. Andere hehaupten, ein Comic-Zeichner habe sie entwickelt und dann vergessen. Ein Zeitungsreporter glaubte zu wissen, sie seien aus einem Videospiel entlaufen, dessen Handlung ihnen nicht gefiel. Der Reporter der Konkurrenzzeitung erwiderte darauf, alles sei reine Erfindung des Reporters, eine Zeitungsente sozusagen. Ja, eine Ente war auch dabei. Sie war blau und hatte Adlerflügel. Die anderen sechs waren: Siebenhonig, ein dicker, plumper Baunbär; das Propellerschweinchen; Wandernder Baum (eine Lärche); ein Stecknadelsaurier, den man fast nur mit der Lupe sah; das griesgrämige Hundegnu; zuletzt der kleine Roboter, der nach Maschinenöl duftete. Sie wanderten durch das Land, über Hügel und Berge, durch Täler und Ebenen. Sie überquerten Brücken, gingen durch schattige Alleen und über sonnige Wiesen. Und jeden Abend, wenn es dunkel wurde und sie von den langen Wegen müde waren, jeden Abend zündeten sie ein Lagerfeuer an. Sie setzten sich im Kreis um das knisternde, Funken sprühende Reisig und atmeten die würzige, rauchhaltige Luft. Und jeden Abend erzählte ein anderer seine Geschichte." Soweit die Vorbemerkung zu einer wunderbar poetischen Geschichte um Freundschaft, Geborgenheit und Abenteuer. Einer Geschichte, in der die skurril-bizarren Protagonisten nicht nur suchen, sondern auch finden. Nämlich ihre Bestimmung. Und das ganz nach dem Motto: Suche nicht die großen Wunder, sonst verpasst du noch die vielen kleinen. Georg Bydlinski erzählt mit "Sieben auf der Suche" ein modernes Märchen für Kinder, in dem es um Selbstfindung geht. Das macht er allerdings derart flott und witzig, so dass die Geschichte auch für Erwachsene ein echtes Lesevergnügen darstellt!