Wer hätte das gedacht ? Der Schöpfer des unsterblichen Sherlock Holmes, Arthur Conan Doyle, hat seine Inspiration , wie wir
jetzt wissen, keineswegs seiner regen Phantasie, sondern vielmehr
seinem abenteuerlichen Leben zu verdanken!
......wenn wir Mark Frost Glauben schenken wollen. Aber im Ernst:
Das ist gar keine üble Idee, den berühmten Literaten selbst in
den Mittelpunkt eines Reißers zu stellen, sozusagen auf den Spuren seiner eigenen Schöpfung. Und Frost braut lustvoll ein
höchst dubioses Süppchen aus viktorianischer Atmosphäre, My-
stery, Verschwörung, Mord,Okkultismus, Horror und technischer Hybris, das uns gleichwohl sehr gut schmeckt ! Erfundene und
reale Personen (deren Lebenszeit auch schon mal zeitlich ver-
schoben wird, siehe Dion Fortune) treffen zwanglos aufeinan-
der, der Anspielungen sind viele (Fällt sogar mir auf, und ich
bin kein Experte).
Natürlich ist all das nicht sonderlich ernst zu nehmen, schon
garnicht ist es hochliterarisch; es ist vielmehr ein spannen-
des , gekonntes Spiel mit Versatzstücken.
Und dennoch hat das Buch einen inhaltlichen Schwerpunkt, der
sich vom Rest der Geschichte deutlich in Tonfall und Stimmung
unterscheidet: Es ist die Schilderung, die der geheimnisvolle
Jack Sparks vom teuflischen Werdegang seines Bruders Alexander
an Doyle gibt. Hier schlägt die davor ( und auch danach) zwar
spannende , aber auch unterhaltende Atmosphäre um in wirkliche
Düsternis, Schmerz und echtes Grauen. Es ist gewissermaßen das
"Schwerkraftzentrum" des Romans. Alexander Sparks, gleicher-
maßen genial wie absolut böse, mit allen okkulten und satanis-
tischen Wassern gewaschen, trägt deutlich crowleysche Züge.
Jack Sparks wirkt wie ein heller Doppelgänger seines Bruders:
Gleichermaßen kompromißlos, auf der anderen, "guten" Seite ste-
hend, vom Wunsch beseelt , sich an seinem Bruder zu rächen,
steht er doch immer in der Gefahr, sich seinem Bruder anzugleichen......er ist das "Vorbild" des Sherlock Holmes.
Fazit: Lesen!