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Nachdem sie den gefährlichen Aufstieg zum Gipfel des Nanga Parbat und Zwangsarbeit in einem britischen Kriegsgefangenenlager überlebt haben, erreichen Harrer und sein Bergführer Peter Aufschnaiter (sympathisch gespielt von David Thewlis, Dragonheart und Big Lebowski) die tibetische Stadt Lahsa, in der der 14-jährige Dalai Lama als Herrscher über Tibet lebt. Der Aufenthalt der beiden ist länger, als sie erwartet hätten (die "sieben Jahre" des Titels) und ihr Leben wird für immer verändert als Folge ihrer Nähe zum tibetischen Herrscher und dem friedlichen buddhistischen Volk. China bedroht das Land mit Invasion, doch Sieben Jahre in Tibet widmet sich mehr der Betrachtung tibetischer Geschichte durch die Augen der Besucher. Der Film ist angefüllt mit beeindruckenden Bildern und wunderbaren Augenblicken des Erlebens, der Sanftmut und warmherziger Spiritualität. Und auch wenn er nicht die Idealbesetzung ist, schafft es Pitt, seiner Rolle die nötige Ernsthaftigkeit entgegenzubringen. Was hier allerdings fehlt, ist Verständnis dem jungen Dalai Lama und der Kultur Tibets gegenüber.
Während Kundun die Handlung allein aus Sicht des Dalai Lama erzählt, zeigt Sieben Jahre in Tibet die Erlebnisse eines Außenseiters. Das Ergebnis gibt dem Zuschauer das Gefühl, als sei nur ein Teil des Gesamten erzählt worden -- oder die falsche Geschichte. Doch Harrers Memoiren sind bewegend und einfühlsam und Regisseur Jean-Jacques Annaud (Der Bär, Der Name der Rose) hat sehr effektiv sowohl deren Aufrichtigkeit als auch deren prächtige Größe in diesem nicht ganz makellosen, aber lohnenswerten Film eingefangen.
--Jeff Shannon
Mit der Verfilmung von „Sieben Jahre In Tibet" erfüllte sich der französische Regisseur Jean-Jaques Annaud einen Traum. Mit riesigem Produktionsaufwand wurde das antike Lhasa wieder aufgebaut, inklusive echten tibetischen Mönchen und einem Casting zahlreicher erstklassiger Schauspieler wie Brad Pitt oder David Thewilis.
Diesen Aufwand merkt man dem Film auch an: Bombastische Bilder und wunderschöne Landschafts-Panoramen ziehen sich wie ein roter Faden durch den gesamten Film. Annaud gelingt es, den besonderen Reiz und die Faszination der tibetischen Kultur metaphorisch auszudrücken, ohne das er den Blick für das Wesentliche, die Buchvorlage, verliert.
So gelingt es dem Film (130 min.) trotz weniger Längen, den Zuschauer zu fesseln und gleichzeitig einen Einblick in die tragische tibetische Geschichte dieser Zeit zu geben.
Zwar ist Annauds Erzählweise der Ereignisse im Gegensatz zu Martin Scorseses „Kundun" mehr auf die typische Erzähltechnik eines Hollywood-Streifens beschränkt, doch geling dem Regisseur vorbildlich, den schmalen Grat zwischen Kommerz und Anspruch u durchschreiten.
Auch die DVD ist insgesamt gelungen. Schöne animierte Menüs und gelungene Extras (Quiz, Making-Of, diverse Trailer,...) geben Einblick in die Entstehung des Films und seinen historischen Bezug.
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