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Sieben Jahre: Roman [Gebundene Ausgabe]

Peter Stamm
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

29. Oktober 2009

Ein Mann zwischen zwei Frauen, die eine ist begehrenswert, bei der anderen ist er frei.
Sonja ist schön und intelligent und lebt mit Alex. Eine vorbildliche Ehe, er müsste glücklich sein. Aber wann ist die Liebe schon einfach? Und wie funktioniert das Glück? Iwona wäre neben Sonja fast unsichtbar, sie ist spröde und grau. Aber Alex fühlt sich lebendig bei ihr und weiß nicht, warum. Sie liebt ihn. Er trifft sie immer wieder, und als sie von ihm schwanger wird und das Kind kriegt, das Sonja sich wünscht, setzt er alles aufs Spiel.
Peter Stamm erzählt so lakonisch und leidenschaftlich wie kein anderer von widerstreitenden Gefühlen und der Sehnsucht nach dem Leben. Sieben Jahre ist ein großer Roman über die Zumutung des Glücks, geliebt zu werden.

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Sieben Jahre: Roman + An einem Tag wie diesem + Ungefähre Landschaft. Roman
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 304 Seiten
  • Verlag: S. Fischer Verlag; Auflage: 4 (29. Oktober 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3100751264
  • ISBN-13: 978-3100751263
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (33 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 159.296 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Über den Autor

Peter Stamm, geboren 1963, studierte einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Er lebt mit seiner Familie in Winterthur. Er arbeitete in verschiedenen Berufen, unter anderem in Paris und New York. Seit 1990 arbeitet er als freier Autor und Journalist. Er schrieb mehr als ein Dutzend Hörspiele. Seit seinem Romandebüt ›Agnes‹ 1998 erschienen drei weitere Romane, vier Erzählsammlungen und ein Band mit Theaterstücken. Zuletzt erschienen 2009 der Roman ›Sieben Jahre‹ und 2011 die Erzählungen ›Seerücken‹.

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Kundenrezensionen

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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alles ist anders. Alles ist neu. Alles ist schön. 6. November 2010
Von jury HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem vierten Roman "Sieben Jahre" stellt der 1963 geborene Schweizer Autor Peter Stamm die Betrachtung an, welchen Wert eine Lebensplanung hat, die den Bedürfnissen der Menschen nicht genügt. Wenig überraschend, dass die Protagonisten Architekten sind...

Alexander erzählt, teilweise in kunstvollen Verschachtelungen, den bestimmenden Abschnitt seines Leben, beginnend mit Abschluss des Studiums, endend mit einer entscheidenden Wende. Vieles dreht sich in dieser Phase um die schöne und noch dazu außerordentlich begabte Kommilitonin Sonja.

Zunächst scheint sie für Alexander unerreichbar. Sie hat sich bereits mit Rüdiger, einem Sohn aus bestem Hause, verbunden. In der turbulenten Zeit des Diploms lernt Alexander ein merkwürdiges Mädchen kennen. Die Polin Iwona schlägt sich ohne Aufenthaltsgenehmigung mehr schlecht als recht durch. Sie ist unattraktiv, spricht fast nichts und verweigert sich Alexander, aber sie stellt auch keine Forderungen und ist einfach da, scheint Alexander eine mysteriöse Ergebenheit entgegen zu bringen, die ihn in ihren Bann zieht.

Sonja stellt Rüdiger erfolglos ein Ultimatum im Sinne ihrer Lebensplanung. Der spielt nicht mit - und so kommt Alexander ins Spiel. Er darf Sonja auf einer Reise nach M*rseille begleiten, wo sie eine Praktikantenstelle suchen möchte. Obwohl Alexander nicht allen Anforderungspunkten auf Sonjas Liste genügt, darf er, der von ihr nicht einmal leidenschaftlich umarmt wurde, in ihren Plänen die Stelle des Ersatzspielers einnehmen.

Von nun an lebt Alexander zwei Leben - das von außen erfolgreiche Architektenpaar mit einem großen Büro auf der einen Seite, die merkwürdigen, sporadischen, aber zunehmend leidenschaftlichen Begegnungen mit Iwona auf der anderen Seite. Als Iwona schwanger wird, willigt Sonja sogar ein, Iwonas Kind mit ihrem Mann zu adoptieren.

Doch in der folgenden Wirtschaftskrise kristallisieren sich Schein und Sein heraus. Das Büro wird unter Aufsicht gestellt, ein Großteil der Mitarbeiter entlassen. Sonja lässt Alexander mit dem Chaos alleine und nimmt wieder eine Tätigkeit bei ihrem alten Arbeitgeber in M*rseille an. Alexander trinkt. Seine Tochter Sophie kommt zu Sonjas Eltern.

Doch mit den ersten Strahlen der Hoffnung kommt Sonja wieder aus M*rseille zurück und kämpft zusammen mit Alexander um den Erhalt des Büros. Doch sowie die schärfsten Klippen umschifft sind, kommt Anjas Freundin Antje aus M*rseille zu Besuch...

Peter Stamm zeichnet mit Alexander einen Menschen, der wider alle Vernunft nie aufhört zu hoffen, das zu bekommen, was ihm nie gewährt worden ist.
Der aber auf der anderen Seite seinerseits bedenkenlos nimmt, was ihm geschenkt wird, obwohl er dazu kein Recht hat. Die Geschichte entwickelt sich kraftvoll und nachdrücklich. Von Beginn an steigt die Spannung trotz der ruhigen Erzählweise. Die Figuren entwickeln sich zu beeindruckender Deutlichkeit.

Obwohl die Geschichte bedrückt in ihrer Unausweichlichkeit, obwohl der Fatalismus Alexanders deprimiert, kommen auch positive Töne auf. Immer wieder wird betont, dass der Weg aus dem Dilemma unauflösbarer Verflechtungen im positive Handeln, in der kompromisslose Bewältigung des Alltags zu finden ist.

Natürlich gäbe es noch einen anderen Weg: Sich nämlich auf hoffnungslose Entwicklungen garnicht erst einzulassen. Doch in Entscheidungssituationen verlockt das Titel-Zitat von Le Corbusier:

"Alles ist anders. Alles ist neu. Alles ist schön."

Um Alexander zu zitieren: "Und einen Moment lang dachte ich, ich könnte daran glauben."

Schon mit seinem Roman An einem Tag wie diesem aus dem Jahre 2006 hatte Peter Stamm mich begeistert. Das ging mir beim vorliegenden Werk "Sieben Jahre", welches drei Jahre später erschienen ist, nicht anders. Ein packender und ergreifender Roman, nachdenklich und zurückhaltend. Alles ist stimmig, alles ist echt, alles ist ehrlich. Ich habe ihn sehr gemocht, warne aber auch vor der melancholischen, wenn nicht sogar deprimierenden Stimmung, die er in den Leser einfließen lässt.

jury 5* A0347 7.11.2010eg
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54 von 63 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Du bist, was Du liebst, nicht wer dich liebt. 26. August 2009
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Im Mittelpunkt des vorliegenden Romans steht der Architekturstudent Alexander, den nach dem Abschluss seines Studiums seine schöne und erheblich begabtere Kollegin Sonja heiratet. An den Ekstasen der Liebe und der körperlichen Erfüllung hapert es zwar ein wenig, aber dafür gründen Alex und Sonja eine gemeinsame Architekturfirma, arbeiten nahezu rund um die Uhr, beschäftigen zeitweise zwanzig Mitarbeiter und erwerben all die Statussymbole der gutbürgerlichen Gesellschaft.
So weit so langweilig. Wenn da nicht die rätselhafte Iwona wäre, eine absolut unattraktive, ungebildete und lethargische junge Polin, die Alex noch in seiner Junggesellenzeit kennen geleint hatte und zu der er sich auf eine perverse Weise hingezogen fühlt. "Ihr weißes, unberührtes Fleisch hatte etwas Pflanzenhaftes, Vegetatives, die Falten der Haut, die voller Mutermale war und das krause Schamhaar. Ich war fast bewusstlos vor Lust."(S. 58f.)
Aber auch hier kommt Alex nicht zum Ziel, denn "eindringen" darf er nicht. Aber das macht nichts, wenn er nur manchmal in Zeiten der seelischen De"ompression seinen Kopf auf ihren fülligen Muterbusen betten darf. Willkommen ist er stets, denn die junge Polin scheint Alex auf eine für ihn unbekannte, entschiedene und unwiderlegbare Weise zu lieben.
So lebt Alex eine Zeitlang zwei kümmerliche Leben, bis er eines Tages doch noch mit Iwona schläft und sie schwanger wird. Was nun? Sonja wegen Iwona zu verlassen, kommt für Alex nicht in Frage, aber verheimlichen lässt sich nun auch nichts mehr. Aber Alex, der in diesen Passagen des Romans entgültig zu einem ekelhaften Widerling wird, weiß Rat: er überredet Iwona das Kind sofort nach der Geburt für Alex zur Adoption freizugeben, weil es dann in einer optimaleren bürgerlichen Umgebung aufwachsen kann. Merkwürdigerweise ist Sonja, die keine Kinder bekommen kann, einverstanden.
Aber damit ist die Geschichte noch nicht zuende. Iwona verschwindet für Jahre von der Bildfläche, doch die Architekturfirma von Alex und Sonja geht in die Insolvenz. Harte Jahre stehen an, in den Alex fast zum Alkoholiker wird, während Sonja mit aller Kraft versucht, die Firma zu entschulden. Am Ende ist die Firma gerettet, doch die Ehe zerstört. Sonja verläßt ihren Mann (Endlich! denkt der Leser), Alex bleibt zurück und fühlt sich plötzlich sehr leicht und wach, "als sei ich nach einer langen Bewusstlosigkeit endlich wieder zu mir gekommen." (S.284)
Damit endet das Buch und lässt den Leser beunruhigt zurück. Man hat den Roman in einem Rutsch gelesen, kommt mit der Psychologie der Protagonisten nur schwer zu Rande. Jede der Figuren besitzt Ecken und Kanten, deren Gesamtheit einfach keine bündige Form ergibt. Sonja ist begabt, belastbar aber leidenschaftslos, Iwona ist muffig bis in die Spitzen ihres Liebestöters, aber unbeirrbar in ihrer Liebe zum Widerling. Alex ist die mit Abstand unerfreulichste Gestalt des Buches. Während er sich über das gutbürgerliche Gehabe seiner Schwiegereltern nicht genug mokieren kann, lässt er Iwona gegenüber den Oberschichtler heraushängen. Zerfressen von Minderwertigkeitsgefühlen kann er sich weder an Sonja, die ihm weit überlegen ist, noch an Iwona, die ihm zu unterlegen ist, gewöhnen. So verfängt er sich in einem sadomasochistischen Lebensmodell, indem er ein Leben in einem ihm fremden Milieu erträgt, um sich insgeheim an einer wehrlosen Frau zu rächen, die alles für ihn tut, weil sie ihn unrettbar liebt.
Peter Stamm hat die exemplarische Geschichte eines seelischen Autisten geschrieben, der sich am wohlsten fühlt, wenn ihm niemand zu nahe kommt. Obwohl der Protagonist eine durch und durch unsympathische Natur ist, wird es nur wenige geben, die sich in manchen seiner Züge, vor allem dem stupiden Gefühl der Schuldlosigkeit, die er bei all seinen Schandtaten bewahrt, nicht hier und da ein Stück weit wieder erkennen werden. Der vorliegende Roman verfügt im Übermaß über das, was ein gutes Buch unbedingt braucht - eine von der ersten bis zur letzen Seite fesselnde Sprache. Ohne alle poetischen Überhöhungen, Metaphern oder Satzgirlanden gelingt es dem Autor seine Geschichte mit klaren, sehr eindeutigen Sätzen, so zu erzählen, dass sich der Leser sofort mitten in das Geschehen hineinversetzt fühlt. "Du bist, was Du liebst, nicht wer dich liebt", heißt es auf S. 200. Wie gesagt: beunruhigend. Aber unbedingt empfehlenswert.
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30 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Von der Zumutung des Glücks - ein großer Roman 16. August 2009
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Eine der interessantesten Liebesgeschichten der Weltliteratur steht im Alten Testament. Es ist die Geschichte von Jakob und Rahel und Leah. Sie fällt einem ein, wenn man Peter Stamms neuen Roman "Sieben Jahre" liest. Sieben Jahre sind es - wie bei Jakob, die vergehen, und sieben Jahre bei Alex, bis...

Zwei unterschiedliche Frauen und ein Mann, zwei Lebens- und Liebesentwürfe, die so gar nichts miteinander zu tun haben. Da ist die schöne Sonja, intelligent, als Architektin höchst erfolgreich, und da ist Polin Iwona, ein hässliches Entlein, aus dem nie ein Schwan werden wird, arm wie eine Kirchenmaus, fromm und bigott. Und da ist Alex, ebenfalls Architekt, ein junger Mann, unentschieden und unentschlossen. Mit Sonja ist er seit Studentenzeiten zusammen; sie wird seine Frau. Iwona hat er per Zufall in einem Biergarten kennen gelernt - und ist ihr in einer Art sexuelle Obsession verfallen. Er ist seither - wie es an einer Stelle heißt: "der Zumutung des Glücks, geliebt zu werden" ausgesetzt.

Peter Stamm gehört wohl zu den bedeutendsten Gegenwartsautoren, ein Meister der Lakonie, der Beziehungspsychologie als eine Form der Literatur und ein hervorragender "Architekt" literarischer Konstruktionen, wie es schon die Romane "Agnes" und "An einem Tag wie diesem" zeigten. Auch in "Sieben Jahre" hat er ein kleines Meisterwerk geliefert. Die häufigen Perspektivwechsel schaffen in "Sieben Jahre" keine Verwirrung, sondern dienen der Spannung. Die Betrachtung der Geschichte von unterschiedlichen Seiten aus und machen auf besondere Weise die Komplexität dieser postmodernen Liebesgeschichte aus. Der "Beichtcharakter", in dem phasenweise erzählt wird, führt allerdings nicht zu Absolution.

Auch nach Hochzeit mit Sonja bekommt Alex Iwona, die ihm bis zur Hörigkeit verfallen ist, nicht aus dem Kopf. Immer wieder sucht er den Kontakt zu ihr. Es kommt zu kurzen Begegnungen, die sich vorwiegend im Bett abspielen. Diese Begegnungen füllen seine Lebensleere, unter der Alex trotz seiner vermeintlich glücklichen Verbindung mit Sonja zu leiden hat. Sonja weiß von Iwona. Aber sie haben sich eingerichtet in dieser Dreiecksgeschichte. Als Iwona ein Kind bekommt wird es von Sonja und Alex adoptiert. Sie führen ein richtiges Leben unter falschen Voraussetzungen. Jakob hatte es da leichter gehabt mit Rahel und Leah. Dann ein Brief nach sieben Jahren. Und wieder fährt Alex zu Iwona. Sonja hat sich mittlerweile von ihm getrennt. Ihr gemeinsames Architekturbüro ist insolvent. Alex verwahrlost zunehmend, fängt an zu trinken - er ist gescheitert.

Den dunklen Seiten des Gefühlslebens ist nicht beizukommen, im Leben nicht und nicht im Roman. Peter Stamm weiß eindringlich, mit einem Schuss Doppelbödigkeit davon zu erzählen. Und so ist ihm ein großer Roman über das kleine Glück und seine Unmöglichkeit, eine moderne Geschichte über ein altes Thema entstanden.
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