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Produktinformation
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Im Jahr 2004 erschien Das endlose Jahr , eine vielbeachtete beklemmende Biografiearbeit. Gisela Heidenreich erblickte 1943 in einem norwegischen Lebensborn-Heim der Nationalsozialisten das Licht der Welt, Ergebnis einer Liaison zwischen ihrer Mutter, einer Mitarbeiterin der Lebensborn-Zentrale und einem SS-Mann. Die späte, quälende Spurensuche nach ihrer Identität, behindert von der Halsstarrigkeit der greisen Mutter, offenbarte ein wahres Netz an Lebenslügen. Diese erhielten weitere Nahrung, als Heidenreich nach Edis Tod das umfangreiche Konvolut schmachtender Liebesbriefe entdeckte, das im Nürnberger Gefängnis seinen Ausgang nahm und nach Wagners Flucht vor der Bestrafung durch die Alliierten sieben weitere Jahre heimlich fortgesetzt wurde. Erneut fühlte sich die Autorin um ein Stück eigener Geschichte betrogen.
Beleuchtete der Erstling noch den nationalsozialistischen Wahnsinn einer unsäglichen Rassenpolitik und die Legendenbildung um den Lebensborn, so ist der Nachfolger von geringerem historischen Gewicht -- fast schon ein Privatissimum. Die Briefe selbst liefern in ihrer Blut- und Boden-Liebessemantik nicht viel mehr als ein Zeitdokument. Weit wichtiger, Heidenreich rückt die Verstrickungen und Verdrängungen zweier NS-Akteure ins Rampenlicht, die sich an keiner Stelle der Vergangenheit stellen, stattdessen als Opfer agieren. Historisch problematisch gestalten sich jenseits der Briefdokumentation -, jene Passagen, in denen die Familientherapeutin und Mediatorin Heidenreich romanhaften Spekulationen freien Raum lässt, oder vendettahaft anklagende Worte an die Mutter richtet. Und doch man versteht es, angesichts dieser Mutter als unbekanntem Wesen. Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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