12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Gelungene Provokation, 26. Januar 2009
Rupert Sheldrake, der sich mit seiner These von den "morphischen Feldern" einen Namen als Wissenschaftler im Grenzbereich zur Esoterik gemacht hat, forscht nach bislang ungeklärten Phänomenen. Ihn interessieren Fragen wie folgende:
Was hat es mit dem Placebo-Effekt auf sich?
Wie finden Brieftauben zu ihrem Heimatschlag?
Warum scheinen Haustiere genau zu wissen, wann ihre Besitzer nach Hause kommen?
Wie können die Arbeiter eines Termitenstaates wissen, wohin sie die Bausteine ihres Nestes, einem komplexen System aus Röhren und Gängen, setzen müssen?
Sheldrakes Erörterungen sind mitunter spannend zu lesen. Witzig und skurril muten Geschichten an wie etwa die Anekdoten über den Einsatz von Brieftauben im Ersten und Zweiten Weltkrieg, von denen manche mit Tapferkeitsmedaillen ausgezeichnet wurden, nachdem sie kriegswichtige Informationen transportiert hatten. Andere Geschichten hingegen, wie etwa jene von Hunden oder Katzen, die nach Jahren ihre alten Besitzer aufgespürt haben sollen, könnte man genau so auch in einer beliebigen Illustrierten beim Friseur lesen. Das Kapitel über die Veränderung physikalischer Konstanten wiederum ist stellenweise zu lange geraten, wenn es etwa um Abweichungen von Resultaten aus verschiedenen Experimenten mit drei Stellen hinter dem Komma geht.
Sheldrakes Verdienst ist es, zu provozieren, und das gelingt ihm besonders dann, wenn er seine eigenen "paranormalen" Hypothesen zurücknimmt und stattdessen den Ist-Zustand der Wissenschaft auf Schwächen abklopft.
Am provokantesten kommt das Kapitel über den Experimentator-Effekt daher. Dieser besagt, dass bei einem Experiment sowohl Versuchsaufbau als auch auch die Erwartungshaltung aller Beteiligten sich auf das Resultat des Experiments auswirken. Dabei steuere alles auf eine sich selbst erfüllende Prophezeiung zu. Am Ende komme genau das heraus, was man von Anfang an entdecken und beweisen wollte.
Tatsächlich klingt Sheldrakes Kritik plausibel, und der Experimentator-Effekt wird nun auch in einigen wissenschaftlichen Disziplinen berücksichtigt, aber Sheldrake geht das nicht weit genug - er fordert, den Experimentator-Effekt selbst zum Gegenstand der Forschung zu machen.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch, wie ich es mag., 23. August 2007
Das Kapitel des Buches, das den Phantomgliedschmerzen gewidmet ist, gab ich meinem Vater zu lesen: der ist seit dem Zweiten Weltkrieg beinamputiert. Er war begeistert davon, weil es seiner Meinung und Erfahrung nach, das Phänomen sehr gut beschreibt. Auch die Erklärungsmodelle dazu sagten meinem Vater zu.
Mir persönlich haben die Haustierexperimente gut gefallen. Haustiere, die auch nach dem Ausschließen aller sinnlich wahrnehmbaren Anzeichen erspüren können, wann ihr Frauchen oder Herrchen nach Hause kommt. Und selbst kann man die Experimente leicht nachstellen und nachweisen, dass etwas dran ist an der Sache, dass man merkt, wenn einen jemand von hinten anschaut. Interessant auch die Geschichte mit dem Orientierungssinn der Brieftauben oder dem von Tieren, die über Hunderte von Kilometern ihr Zuhause wiederfinden.
Meine Erfahrung nach der Lektüre des Buches: man kann seinen Orientierungssinn oder den Wahrnehmungssinn, der einen befähigt zu merken, dass man von hinten angeschaut wird, trainieren. Auch wenn die Experimente nicht sofort die Welt verändern oder jedes Phänomen erklärbar ist, ist es doch spannend, sich damit mal zu befassen.
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41 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein sehr interessantes Buch, 12. Februar 2000
Rezension bezieht sich auf: Sieben Experimente, die die Welt verändern könnten (Taschenbuch)
In diesem Buch geht es um sehr interessante Phänomene. Haustiere, die z.B. spühren, wann ihre Besitzer nach Hause kommen, Menschen, die spüren, wenn jemand sie von hinten anstarrt usw. Sehr interessante Entdeckungen mit vielen Beispielen und Versuchen, die man selber machen kann. Das Buch ist gut geschrieben, im dritten Teil mit dem Placebo-Effekt vielleicht etwas zu wissenschaftlich, aber sonst wirklich sehr zu empfehlen! Dieses Buch macht auf sehr geheimnisvolle Dinge aufmerksam, die man vorher nie beachtet hat. Allerdings fehlen an einigen Stellen die Antworten auf die Fragen, wieso es diese Phänomene gibt, aber das ist auch sehr schwer zu erklären. Sonst aber sehr interessant und eine bewußtseinserweiternde Entdeckung!
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