Wer kochen lernen will, braucht vor allem den richtigen Einstieg.
Über Jahre hinweg habe ich eine gewisse Neigung zum Kochen gehegt, die nur das richtige Ventil brauchte, um sich zu entfalten.
Oft habe ich im Supermarkt gestanden und gedacht: "Ich würde ja gern." Wußte aber nicht wie.
Es gibt genug Kochbücher da draußen, bei denen mir schon beim Lesen die Füße einschlafen, mit Gerichten, deren bedeutendste Eigenschaft und größte Gemeinsamkeit ihre Beliebigkeit und Beudetungslosikeit sind. Bestenfalls beleidigen sie einen nicht. Immer jedoch sind sie so aufregend wie beim Golf zuschauen.
Und so wird es dann nichts mit dem Kochen...
Dieses Buch ist anders. Es ist zunächst einmal nicht nur sehr ansprechend gestaltet sondern auch, ganz Siebeck, wundervoll und mit spitzer Feder geschrieben. Es hat mir, bevor ich zu kochen angefangen habe, einige Tage als sehr kurzweilige Bettlektüre gedient.
Das wirklich tolle ist aber die glasklare, lupenreine Linie, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht, und jedem Gericht die Eindeutigkeit verleiht, die das Gegenteil von Beliebigkeit ist. Ich meine damit eine bestimmte Art zu kochen, die dem Laien sehr leicht zugänglich ist, und die sich in jedem Gericht wiederfindet. Jedes Rezept, das ich ausprobiert habe (fast alle) ist Eindeutig im Geschmack bei Reduktion auf das Wesentliche. Das macht jedes, wirklich jedes Gericht in diesem Buch, und sei es noch so einfach, zu etwas Besonderem. Und das ist ein tolles Gefühl für einen Küchenlaien. (Der allererste Fisch meines Lebens, und ich dachte, ich steh im Süden!)
Alle Rezepte sind so einfach, wie Kochrezepte nur eben sein können (ohne völlig banal zu sein), die Zutaten lassen sich in 99% der Fälle im Supermarkt besorgen. Außerdem haben alle Rezepte (bis auf die rote Grütze) der Siebeck-Geling-Garantie.
Nachdem ich dieses Buch rauf und runtergekocht habe, habe ich angefangen, mich auch an andere Bücher zu wagen, die ich vorher bestenfalls der Bilder wegen gelesen habe.
Fazit: Unbedingt empfehlenswert.