-Sie waren Helden- ist in seinen Grundelementen der klassische US-Sportfilm. Allerdings mit einigen kleinen, aber feinen, Unterschieden. Selbstverständlich werden die gängigen Klischees bedient und zum Teil einfache Handlungen heroisiert dargestellt, aber das war es dann auch schon. Fakt ist: Es handelt sich im Kern um eine wahre Geschichte und: Hier gibt es am Ende nicht den triumphalen Sieg, das gottgleiche Wunder oder ähnliches. Was die Besetzung, den Plot und die Botschaft des Films angeht, so wird jeder Fan des Genres; ich oute mich gern als solcher, schlichtweg begeistert sein.
1970 stürzt die erfolgreiche Football Mannschaft der Marshall University beim Rückflug von einem Spiel mit einer Verkehrsmaschine ab. Es gibt keine Überlebenden. Lediglich vier Spieler und ein Assistance Coach sind nicht an Bord der Maschine, da sie verletzungsbedingt fehlten, oder wichtige Termine hatten. Die kleine Universitätsstadt versinkt daraufhin in Trauer und Bestürzung. Niemand verschenkt auch nur einen Gedanken daran, dass auf dem Universitätsplatz jemals wieder Football gespielt wird. Aber einer der verletzten Spieler, Nate Ruffin, rüttelte seine Mitschüler auf. Das Spiel muss weitergehen! Er kann die Lehrer und den Universitätspräsidenten überzeugen und der macht sich auf die Trainersuche. Da die Mannschaft praktisch nur über vier Spieler verfügt und erst eine Ausnahmeregelung eingeholt werden muss, damit jüngere Jahrgänge mitspielen können, ist die Resonanz der Trainersuche gleich null. Niemand will die Marshall-Mannschaft trainieren. Doch dann meldet sich Jack Lengyel, ein Trainer, der Hunderte von Meilen entfernt wohnt. Er hat von dem Absturz gehört und will helfen. Lengyel ist alles andere als der smarte, sachliche, knallharte Coach. Seine Football-Philosophie sprengt alle Grenzen der klassischen Footballschule. Lengyel wird an der Marshall Universität mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Aber innerhalb kurzer Zeit schafft er es mit seinem Witz, seiner liebevollen Dreistigkeit und einem tölpelhaften Charme, die Stadt für sich zu gewinnen. Er bringt das Team zurück ins Spiel, und nur darum geht es. Wie Jack Lengyel das gelingt, das ist absolut sehenswert. Auch wenn es sich um eine Filmfigur handelt, kann man hier fürs Leben lernen.
Matthew McConaughey muss sich mehrfach bedankt haben, diese Rolle spielen zu dürfen. Ein echter Glücksfall. Dieser Charakter ist kantig, unkonventionell und liebenswürdig. Ein Typ, den man nur ganz fest in sein Herz schließen kann. Was er in die Hände nimmt funktioniert zwar nicht immer, aber es bewegt sich auf jeden Fall. McConaughey nutzt sein schauspielerisches Talent, um alle Facetten der Figur auf die Leinwand zu bringen. Er schenkt uns Freude oder versetzt uns in tiefste Traurigkeit. Klischees hin oder her, Kino ist auch zum Träumen da. Und dafür bietet -Sie waren Helden- reichlich Platz. Letztendlich kann ich nur lauthals rufen: We are Marshall!