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Erfahrungen einer Zeitzeugin, 7. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Sie versprachen uns die Zukunft: Eine Jugend im Nationalsozialismus (Taschenbuch)
Nachdem Renate Finckh im Rahmen des Geschichts- und Sozialkundeunterichts eine Vorlesung an unserer Schule gehalten hatte, war ich mehr als gespannt darauf das ganze Buch zu lesen.
Finckh, 1926 geboren, stammt aus einem etwas verarmten Mittelstands-Haushalt. Die Eltern befinden sich in einer schwierigen Ehe, die erst durch den gemeinsamen Glauben an den Nationalsozialismus wieder etwas aufblüht. Die Tochter Renate, die in der Schule immer ein wenig eine Außenseiterin war, wird im BDM zur geachteten Führerin von bis zu 120 Jungmädeln.
Das Buch ist dermaßen ehrlich, dass es schwer ist, sich in die Personen hineínzudenken. Finckh erwähnte dies auch vor uns: für die heutige Jugend ist es unvorstellbar, in welcher Situation sich die Menschen damals befanden. Das Buch entstand als Antwort auf die Fragen der Kinder der Autorin, die von sich behauptet, Jahrzehnte benötigt zu haben, um sich von der "Seelenvergiftung Nationalsozialismus" befreien zu können. Auch wenn das Buch es nicht direkt anspricht, so drückt es doch das aus, was Finckh uns am Ende mit auf den Weg gab: "Kämpft entschieden gegen jede Art von Diktatur!Wenn die Politik anfängt, das Recht zu brechen, gilt es höchste Wachsamkeit zu bewahren!" Auch im Hinbllick auf die aktuelle weltpolitische Lage ist dies wohl mehr als ernst zu nehmen. Ein herausragendes Zeitzeugnis!
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