... und das schon im ersten Kapitel. Mr. Gum, der titelgebende Kinderbuchantiheld ist schon ein besonders widerwärtiges Exemplar Mensch. Das Haus, in dem er lebt, ist heruntergekommen, im Kleiderschrank liegt verschimmelter Käse, in den Küchenschränken wohnen Insekten, die so groß sind, dass sie Namen und Berufe haben. Vom Popeln und der Entsorgung seines Naseninhalts ganz zu schweigen. Messihafte Zustände in der Casa Gum.
Doch der Garten vor dem Haus ist wunderbar, gepflegt, grüner als grün. Das liegt an der Fee, die in Mr Gums Badewanne haust und ihn immer dann mit einer Bratpfanne malträtiert, wenn der Garten nicht perfekt ist. Als dann Jakob, der Hund, in Mr Gums Garten kommt und droht, dort sein Häufchen zu machen (und auch sonst mit einer Bande von Maulwürfen nicht gerade zimperlich mit den Beeten umgeht), heckt (wie doppeldeutig!) Mr Gum einen teuflischen Plan aus...
Soviel zur skurrilen, modernen und witzigen Handlung von "Sie sind ein schlechter Mensch, Mr Gum!". Die Geschichte, die in einem groben und sehr passenden Strich von David Tazzyman illustriert wurde, wurde genial von Harry Rowohlt übersetzt. Sätze wie: "Er schlumpelte an dem Garten von Kurt Schnurrt vorüber, in dem sich alles reimte, was keimte und die Fuchsien wuchsien." machen nicht nur Kindern sondern auch erwachsenen Vorlesern Spaß.
Wie Harry Rowohlt jüngst (November 2010) bei einer Lesung verriet, wird derzeit schon an einer Verfilmung der Kinderbuch-Serie gearbeitet. Bleibt zu hoffen, dass der Sauerländer-Verlag weiterhin diese herausragend witzige, respektlose und wunderbar zu lesende Serie hierzulande herausgeben wird.
Ich vergebe fünf Sterne, für das Popeln würde ich gerne noch einen sechsten vergeben. Aber den soll sich jeder Leser selbst hinkleben (also den Stern, versteht sich!)
PS: Der Sauerländer Verlag hat bestätigt, dass Band 3 und vier im Jahr 2011 erscheinen werden. Wenn das kein Grund zur Freude ist...