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Nichts weniger als den begehrten Pulitzer-Preis konnte der am Mount Holyoke College in Massachusetts lehrende Professor, der in seinem Heimatland mit biografischen Werken über den einen oder anderen US-Gründervater bereits zu einem der angeblich einflussreichsten Historiker avancierte, für sein Werk einheimsen. Doch während die Lektüre des Buches für manchen seiner Landsleute offenbar einem Erweckungserlebnis gleichkam -- "Mit Ausnahme der Bibel war dies das interessanteste Buch, das ich jemals gelesen habe", heißt es etwa in einer amerikanischen Leserrezension --, könnte sich bei uneingeweihteren Ausländern leicht Langeweile einstellen.
Zu Recht wird zwar die unkonventionelle literarische Art der Geschichtsschreibung gelobt, die von angloamerikanischen Historikern gepflegt wird. Doch das episodenhafte Herumhüpfen in der amerikanischen Frühgeschichte, wie es Ellis hier betreibt, erscheint über weite Strecken reichlich bemüht. Zumal sich bei einigen Ereignissen, die der Autor in seinen Essays in den Blick nimmt, die Frage nach der historischen Relevanz oder zumindest nach der Originalität stellt.
Für die Ermüdung könnte nicht zuletzt die den Lesefluss hemmende holprige Übersetzung verantwortlich sein, die zum Ärgernis wird, wo die Redaktion Sätze wie diese durchgehen ließ: "Madison lag mit Dysenterie im Bett, Edmund Randolph blieb in Virginia, um sich um seine Frau zu kümmern, die bei der Geburt eines totgeborenen Kindes fast gestorben wäre, und, was das allerbedrohlichste war, George Washington erkrankte an Grippe und entwickelte Lungenkomplikationen, welche die Ärzte für lebensgefährlich hielten." Ungewöhnlich für ein Buch aus dem C.H. Beck Verlag! --Roland Detsch -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ellis beschreibt in einzigartiger Art und Weise die sich gegenseitig beeinflussenden Charaktere der Gründergeneration. Dabei fließen immer wieder Aspekte der Zeit und des politischen Systems ein: Die Beschreibung des tödlichen Duells zwischen Hamilton und Burr liest sich wie eine spannende Geschichte und erklärt gleichzeitig den Ehrenkodex der frühen Republik. Die Rivalität zwischen Jefferson und Madison beschreibt die Unterschiede der damaligen "Parteien", der Federalists und Republicans. Am Beispiel Benjamin Franklins wird der Umgang der Gründerväter mit dem Thema Sklaverei beleuchtet. Nur Ellis' Liebling George Wasington throhnt über allem.
Zuletzt will ich jedem einigermaßen Sprachbegabten die englische Ausgabe "Founding Brothers" an Herz legen. Ellis' Stil ist exzellent und sehr angenehm zu lesen.
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