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Sie nannten mich Familienbulle: Meine Jahre als Sonderermittler gegen die RAF
 
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Sie nannten mich Familienbulle: Meine Jahre als Sonderermittler gegen die RAF [Gebundene Ausgabe]

Alfred Klaus , Gabriele Droste
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 301 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe (17. September 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455500765
  • ISBN-13: 978-3455500769
  • Größe und/oder Gewicht: 21,4 x 14,2 x 2,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 44.360 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Beim BKA war er der Mann für schwierige Fälle, und er war ein Mann der ersten Stunde, als es galt, den eskalierenden RAF-Terror zu bekämpfen. Der oft von anderen befragte und zitierte Alfred Klaus erzählt erstmals selbst im Zusammenhang, wie er die Jahre 1971 bis zum Deutschen Herbst 1977 erlebte. Bei der »Soko B/M« entwickelte der Erste Kriminalhauptkommissar Klaus höchst unkonventionelle Ermittlungsmethoden. Um zu verstehen, was in den Köpfen der jungen Menschen vor sich ging, die sich zur »Rote Armee Fraktion« zusammengeschlossen hatten, besuchte er Angehörige der Täter und studierte die Schriften, auf die sie sich beriefen. Er kannte die Terroristen und ihre Denkart besser als jeder andere Beamte. Das trug ihm unter Kollegen den Spitznamen »Chefideologe der RAF« ein, während Ulrike Meinhof ihn »Familienbulle« nannte. Der einzige »Bulle«, mit dem Baader, Ensslin und Raspe vor ihrem Suizid noch sprachen - und der einzige mit der richtigen Idee zur Rettung Schleyers. Nur hörte keiner auf ihn

Der Verlag über das Buch

Der beklemmende Insider-Bericht eines Hauptermittlers in der BKA-Sonderkommission Baader/Meinhof

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin TOP 100 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Alfred Klaus beschäftigte sich von Beginn an mit der RAF und machte sich, was ihn von vielen anderen Polizisten unterschied, auch die Mühe, die Ideologie der Terrorgruppe versteh zu wollen. Daneben besuchte er die Familien der Terroristen und immer wieder auch die einsitzenden Häftlinge.
Daher kann Klaus sicherlich einige Einblicke in die Geschichte der RAF geben.

Leider ist ihm offenbar zu Kopf gestiegen, dass er immer wieder in Dokumentationen und Talkshows auftreten durfte und von Journalisten quasi als der Experte und "Cheffahnder" des BKA in Sachen RAF dargestellt wurde.
Klaus hat dieses falsche Bild offensichtlich verinnerlicht und so sind seine Memoiren leider eine Anhäufung von teilweise sehr eitlen Darstellungen seiner Tätigkeit. Klaus vermutet vieles und weiss wenig. Ihm kommt zu keiner Zeit der Gedanke, dass die Häftlinge ihn auch manipuliert und als Kommunikationskanal instrumentalisiert haben könnten.
Stattdessen psychologisiert er und verliert sich in allerlei Nebensächlichkeit über sein Berufs- und Privatleben, die mit dem Thema RAF gar nichts zu tun haben.

Was ärgerlich ist, ist seine Behauptung, dass er einen Austausch Schleyer hätte verhandeln können, wenn man ihn denn nur gelassen hätte. Sicherlich erzeugt das Publicity für sein Buch, aber hier überschätzt sich ein Polizist, der zu persönlich in die Ereignisse involviert war. Offensichtlich hat Klaus die politische Dimension der Entscheidung Schmidts, nämlich nicht mit Mördern zu verhandlen, nicht verstanden.

Fazit: Manches Detail ist ganz interessant, aber insgesamt fand ich das Buch enttäuschend.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Der Kinofilm 'Der Baader Meinhof Komplex' hat erneut eine Diskussion um die sich selbst 'Rote Armee Fraktion/RAF' nennende terroristische Vereinigung angefacht, die vor etwa dreißig Jahren ihr Unwesen getrieben hat. Ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) hat viele RAF-Mitglieder so nahe erlebt und so persönlich kennen gelernt, wie wohl kein zweiter Mensch: Alfred Klaus. Ulrike Meinhof erfand für ihn die Bezeichnung 'Familienbulle', der am Sprachgebrauch der Terroristen gemessen fast Zärtlichkeit zum Ausdruck bringt, auf jeden Fall die psychische Intimität belegt, die zwischen ihr, Andreas Baader, Gudrun Ensslin und vielen anderen ihrer Kumpane und dem geschickten Polizisten bestand. Der BKA-Sonderermittler Alfred Klaus hat erst jetzt seine Erfahrungen mit der RAF veröffentlicht: 'Sie nannten mich Familienbulle'. Leider hat er sein Buch nicht vor seinem Tod in den Händen halten können, das er mit der Publizistin Gabriele Droste beendet hat, die ihn schon als kleines Mädchen kannte.
Die Offenbarungen von Klaus werfen ein neues Licht auf die Ereignisse vor drei Jahrzehnten und geben Anlass, nachzuforschen. Der BKA-Beamte räumt auf mit einigen Mythen, die um die RAF gebildet wurden. Er kam schon früher zu dem Schluss, dass bereits zu Beginn der Terrorakte eine politische Motivation nur vorgeschoben worden war. Diesen Schluss zieht er nicht aus eigener Ansicht, sondern belegt das durch bislang nicht bekannte Aussagen eines RAF-Mitglieds, Beate Sturm: Baader habe 'Kriminalität zur Politik gemacht' und politische Ansätze anderer RAF-Mitglieder rasch 'auf sein Niveau' heruntergezogen. Klaus zitiert eine Aussage des RAF-Mitglieds Sturm ihm gegenüber: 'Es war seine Idee, dass eine kriminelle Tat an sich schon eine politische Tat ist.' Andere Mitglieder, so Klaus, hätten ihm gegenüber zugegeben, dass sie anfangs 'der materielle Vorteil' gelockt habe, bei der RAF mitzumachen.
Der Sonderermittler offenbart kurz vor seinem Tod auch Vorgänge, die seitens des Staates bislang streng geheim gehalten worden sind. Zum Beispiel gibt er bekannt, dass während der Entführung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer, der sofort nach Bekanntwerden des Verbrechens vom damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt für die Staatsraison kalt geopfert werden sollte von dem intimen Kenner der RAF-Führer ein Gegenvorschlag ausgearbeitet worden war. Danach sollten die in Stammheim gefangenen Terroristen als Tauschobjekte in die Verhandlungen mit den Entführern Schleyers einbezogen werden, insbesondere Baader, Ensslin und Raspe. Klaus wusste durch persönlich Kontakte, dass den Betreffenden mehr an ihrem eigenen Wohlergehen als an Politik lag. Sein detailliert weitergeführter Vorschlag sei aber überhaupt nicht auch nur gelesen worden, so Klaus. Der BKA-Sonderermittler war bis zu seinem Tod fest davon überzeugt, dass Baader, Ensslin und Raspe nach einer Freilassung im Austausch mit dem entführten Schleyer nie nach Deutschland zurückgekehrt wären oder sich an neuen Terrorakten beteiligt hätten. Er konnte es nie verstehen, warum der Staat dennoch den Arbeitgeberpräsidenten 'geopfert' hatte. Es erschien ihm 'makaber', dass Bundespräsident Walter Scheel während der Trauerfeier für den ermordeten Schleyer im Namen aller deutschen Bürger die Familienangehörigen des geopferten Wirtschaftsführer um Vergebung bat: 'Die Bürger hatten seinen Tod nicht verschuldet'.
Ein 'Deal' zur Freilassung von Schleyer wäre human gewesen, meint der Autor. Auch der frühere Vertrauensverteidiger und spätere Bundesinnenminister Otto Schily habe seinen Alternativvorschlag unterstützt, sei aber im Kanzleramt Schmidts 'gar nicht erst vorgelassen worden'. Mit Kanzler Schmidt geht der BKA-Beamte hart ins Gericht. Der SPD-Politiker habe nach der Entführung der Lufthansamaschine 'Landshut', mit der Terroristen die Forderung nach Freilassung von Kumpanen im Austausch gegen Schleyer unterstützen wollten, erklärt, er wäre zurückgetreten, falls es bei der von ihm veranlassten Erstürmung des gekaperten Flugzeugs tote Passagiere gegeben hätte. Diese 'menschenverachtende Einstellung' Schmidts sei auch in einem späteren Interview offenkundig geworden, als er zynisch meinte, ein Mensch in Todesangst wie Schleyer, folge nicht unbedingt 'den Gesetzen logischen Denkens'. Schmidt hatte sich mit dieser Bemerkung auf die verzweifelten Appelle Schleyers an den Staat bezogen, dem Austausch mit inhaftierten Terroristen zuzustimmen.
Klaus verweist auf die deutsche Verfassung, welche dem Staat zwingend auferlege, das Recht auf körperliche Unversehrtheit jedes einzelnen Bürgers mit allen Mitteln zu wahren. Schmidt und die anderen dafür verantwortlichen Politiker hätten in dieses unverbrüchliche Grundrecht jedes Deutschen im Fall Schleyer 'auf brutalste Weise eingegriffen'. Als BKA-Sonderermittler verweist der Autor auf den polizeilichen Grundsatz, wonach das Leben von Geiseln gegenüber allen anderen Erwägungen Vorrang haben muss. Der sei schon verletzt worden, als man dem Arbeitgeberpräsidenten einen 'gänzlich unzureichenden Begleitschutz' zur Seite gestellt habe, junge und vollkommen unerfahrene, zum Teil gar nicht für diese Aufgabe ausgebildete Polizisten, die von den RAF-Terroristen alle kaltblütig ermordet wurden, nur um an Schleyer heranzukommen. Klaus: 'Der Staat trug eine Mitschuld an der Entführung'.
Der BKA-Beamte stellt bitter fest, dass nach der Schleyer-Entführung und Ermordung das Gegenteil dessen eingetreten sei, von dem, was die Politiker immer versichert hätten: Die harte Haltung der Bundesregierung habe 'einen neuen Terrorismusschub' gefördert, und das 'in weit größerem Ausmaß' als je zuvor.
Das Buch des 'Familienbullen' der RAF gibt zudem tiefe Einblicke in die tatsächlichen Beweggründe und Verhaltensweisen der Terroristen, die nur ein so großartiger und menschlicher Polizist gewinnen konnte, wie es Alfred Klaus gewesen ist. Wer zum Thema RAF mitreden will, muss dieses Buch gelesen haben.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Viele Bücher wurden über die Täter der RAF geschrieben, einige über die Opfer aber nur wenige über die staatlichen Instanzen die sich mit diesem "Alptraum" auseinander setzen mussten.
Dieses Buch zeigt den Weg des Sonderermittlers des BKA"s A. Klaus durch die "bleiernde Zeit" 1970 -77.

In der"Ich Form"geschrieben kommt es den Geschehnissen der damaligen Zeit
wesentlich näher als in den vielen Abhandlungen die sich nur auf Ereignisse - Resultate stützen.
Es liest sich fast wie ein Roman u. wenn man die Hintergründe nicht kennen würde könnte man meinen es sei ein gut geschriebener Krimi.
Welche Ohnmacht muss damals geherrscht haben bei den ermittlenden Stellen der Staatsanwaltschaft u. der Polizei?
Wenn die Erkenntnisse eines A. Klaus u. H. Bubeck(Amtsinspektor im Gefängniss Stammheim) damals schon der breiten Masse des Volkes
zugänglich gewesen wären hätte es wohl nur noch sehr wenig Nährboden für eine 2. -u. 3.te Generation der RAF gegeben.
Das Buch beschreibt wie verzweifelt der Author die Situation damals aufgenommen hat ,Strategien entwickelte um die Lage zu entschärfen aber letztlich an der Bürokratie scheitern musste. Nebenbei fliessen auch private Erlebnisse in das Buch ein die aber nie störend wirken sondern
eine grosse Symphatie mit dem Menschen Alfred Klaus entstehen lassen.
Letzten Endes mag es gerechtfertig sein das es eine Linke oppositionelle
Front gegen den Staat gegeben hat / gibt.Aber die Baader -Meinhof Gruppe
als Märthyrer dafür zu benutzen ist Wider jeden menschlichen Verstandes.
Leider konnte A. Klaus das erscheinen seines äußerst lesenswerten Buches nicht mehr erleben.
Aber ohne ihn zu kennen sage ich: Er war ein guter Mensch.
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