Das Buch "Sie kommen" von Paul Carell berichtet von der allierten Landung in der Normandie im Jahre 1944 und der darauf folgenden Invasionsschlacht.
Paul Carell, während des Krieges SS-Obersturmbannführer und Leiter der Presseabteilung des Auswärtigen Amtes, und Verfasser Sachbücher über den zweiten Weltkrieg, schlägt in seinem Werk "Sie kommen" wohl zu eideutig über das Ziel hinaus.
Obgleich dieses Buch zweifelsohne aus militäfachlicher Sicht sehr gute Stellen beinhaltet, so es in seiner Gesamtheit mehr ein subjektiver Essay mit viel Landserromantik, denn eine objective Zusammenfassung der Ereignisse in der Normandie im Sommer 1944. Wo berichtet werden sollte, wird kommentiert. Wo ein Kommentar angebracht wäbleibt er aus.
Carell kann -wie in jedem seiner Bücher- auch die Spekulation nicht lassen:
"Wären die Allierten bei Flut gekommen, dann..."
"Hätte das Panzerregiment 22 doch..."
"Hätte Hitler nicht an einen Scheinangriff geglaubt, dann..."
"Wäre die V1 auch auf allierte Truppenansammlungen geschossen worden, dann..."
Dabei konstruiert Carell oft abstruse "Wenn, dann..."-Ketten, die mit seriöser Kriegsliteratur in meinen Augen nichts zu tun haben. Selbst der Begriff "History-Fiction" wird weit überschritten. Bezeichnend ist auch, dass die amerikanischen Soldaten durchgehend "Amis" genannt werden, die englischen Soldaten "Tommies".
Dennoch -und auch das sollte man faierweise anmerken- verfüdas Buch über einige fachlich durchaus beachtenswerte Teile, welche die zwei Sterne noch gerade retten.
Wer also ein wenig Landserromantik liebt und sich gewünscht hätte, dass die deutschen Truppen die Westallierten zurück ins Meer geworfen hätten, der wird an diesem Buch sicherlich seine Freude haben. Wer jedoch einen seriösen und detaillierten Bericht über den 6. Juni 1944 und die darauf folgende Schlacht um Frankreich sucht, der sollte lieber die Finger von diesem Buch lassen.